Fussball

Überrascht in die zweite Niederlage

Nach sechs Niederlagen in Folge siegte der FC Aarau ausgerechnet gegen den Challenge-League-Leader aus Zürich. Der liess sich durch zwei frühe Gegentore über­raschen und bezog mit einem 1:3 (0:2) im Brügglifeld die zweite Saisonniederlage.

«Wir müssen cool bleiben»: FCZ-Trainer Uli Forte.

«Wir müssen cool bleiben»: FCZ-Trainer Uli Forte.

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Eine kleine Randbemerkung des Fussballgottes war dieses Resultat schon: Anfang März war das Spiel des FCZ in Aarau wegen eines Lichtausfalls nach 27 Sekunden abgebrochen worden. Seither hatten die Aarauer alle ihre sechs Spiele verloren – bis gestern die Zürcher zum Nachtragsmatch erschienen und mit der zweiten Niederlage im 30. Ligaspiel in der Zweitklassigkeit wieder abzogen. Für die Aarauer war dieser Sieg zweifellos die grössere Genug­tuung, die grössere Erleichterung auch nach unruhigen Wochen als für die Zürcher ein Schmerz. Immerhin, deren Aufstiegsfeier kann nach diesem Ergebnis nicht schon am 13. Mai auf der Winterthurer Schützenwiese stattfinden.

Verloren hat der FCZ – zumindest aus seiner Perspektive – vor allem aus zwei Gründen: Er liess sich, wie auch ihr Trainer Uli ­Forte feststellte, «in den ersten Minuten überraschen». Durch zwei Gegentore, die Geoffrey Tréand in der 2. und 18. Minute gegen eine unkonzentrierte und fehlerhafte Zürcher Abwehr erzielte. Und in der Folge vergab der FCZ, vergab vor allem sein afrikanisches Sturmduo Raphael Dwamena/Moussa Koné, so viele Torchancen, die locker zu zwei Siegen hätten reichen können. Ab und zu war «etwas Pech dabei», wie Forte entschuldigend bei­fügte. Aber auch im gegnerischen Strafraum fehlte es zu oft an der Konzentration. Deshalb blieb es bis zum Abpfiff nach 94 Minuten beim Kopftor, das Captain Alain Nef erzielt und der Aarauer Damir Mehidic mit einem schnellen Gegenangriff gekontert hatte.

Schällibaum: «Topleistung»

Aus Sicht der Aarauer war dieser Erfolg «eine Topleistung», wie es ihr Trainer Marco Schällibaum feststellte. Um ihn rankte sich ja die Unruhe der letzten Zeit vor ­allem, zuerst mit der Vertragsverlängerung, die erst nach einiger Überlegungszeit der Vereinsführung erfolgte, und dann mit der Fortsetzung der Niederlagenserie auch nach diesem administrativen Akt. Denn mit jeder weiteren Niederlage wäre doch mehr infrage gezogen worden, ob es wirklich richtig sei, mit Schällibaum in die neue Saison zu gehen.

Schällibaum durfte nach diesem Sieg gegen den FCZ unwidersprochen sagen, dass seine Mannschaft «mit sehr viel Leidenschaft kämpfte. Wir rückten auch wieder zusammen und versuchten, uns aufs Einfache zu beschränken.» Also seien sie an diesem Abend «eine Einheit gewesen, die den Sieg wollte. Und die auch im richtigen Moment etwas Glück hatte.» Das ändert aber (noch) wenig daran, dass der Trainer unter so hohen Zielsetzungen, nämlich um den Aufstieg mitzuspielen, in die neue Saison gehen wird, dass er sich keinen Fehlstart leisten darf. Er wird gleich unter besonderer Beobachtung stehen. Immerhin, gestern durfte er sich im verregneten Brügglifeld für ein­mal wieder freuen.

Die Zürcher zogen zwar besiegt, aber in ihrer komfortablen Tabellenlage nicht geschlagen von dannen. Noch würden «die Alarmglocken nicht läuten», sagt Forte. Er habe das auch der Mannschaft erklärt: «Wir müssen cool bleiben, denn noch immer haben wir eine Superbilanz mit nur zwei Niederlagen in 30 Spielen. Das hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben.» Er fand, Aarau habe «zu Recht gewonnen, wenn wir aus so vielen Chancen nur ein Tor schiessen.»

Jetzt sind es einfach noch sechs Spiele, die der FCZ hat, um jene zehn Punkte zu gewinnen, die er braucht, wenn Verfolger Neuchâtel Xamax noch sechsmal gewinnen sollte. Frühester Zeitpunkt ist nun eben nicht der 13. Mai auf der Winterthurer Schützenwiese, sondern der – für den FCZ spielfreie – 14. Mai: Wenn der FCZ bis dahin das Heimspiel gegen den FC Le Mont und den Match beim FCW gewonnen hat, Xamax aber aus dem Match in Wil und dann, eben am 14. Mai, daheim gegen Servette nicht mehr als zwei Punkte geholt hat.

Erstellt: 04.05.2017, 23:08 Uhr

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