Wer war Emiliano Sala eigentlich?

Sein Unglück bewegte die Fussballwelt. Dabei war sein Name nur Insidern ein Begriff – er war kurz davor, das zu ändern.

Die Karriere von Emiliano Sala. Video: Lea Koch

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Darauf hatte er lange hingearbeitet. Einen grossen Teil seiner Karriere stand Emiliano Sala im Schatten der erfolgreichen Torjäger. In vier Saisons Ligue 1 kam der 28-Jährige nie über 12 Tore hinaus. In seiner ersten Spielzeit bei Nantes (2015/16) waren es gar nur 6 in 31 Spielen. Doch jetzt der Durchbruch: 12 Tore und 2 Vorlagen schon zur Saisonhälfte. Platz fünf in der Torschützenliste, direkt und nur einen Treffer hinter Neymar. Zu diesem Zeitpunkt hatten auch Kylian Mbappé und Edinson Cavani nur 2 Tore mehr auf ihrem Konto. Plötzlich war Sala einem anderen Verein 17 Millionen Euro wert (so viel bezahlte Liverpool für Xherdan Shaqiri). Daran hätte vor wenigen Jahren noch kaum einer geglaubt.

Zwar wurde Salas Talent früh erkannt. Mit 15 wechselte er vom Jugendclub San Martin de Progreso zu Proyecto Crecer – einer Fussballschule des französischen Erstligaclubs Girondins Bordeaux. Als er im Sommer 2011 einen Profivertrag unterschrieb und nach Bordeaux durfte, musste der Mittelstürmer dennoch erst mal untendurch. Ein Jahr später wurde er an US Orléans ausgeliehen. In die dritte französische Liga. Nicht unbedingt der Traum jedes Argentiniers, der hoffnungsvoll nach Europa wechselt.

Kurze Chance

Richtig überzeugen konnte er auch dort nicht, weshalb ihn Bordeaux wieder auslieh. Dieses Mal an Chamois Niort. Immerhin zweite Liga. Dank seinen 18 Toren und 2 Vorlagen in 37 Partien durfte der Provinzclub immerhin von einem Aufstieg träumen – am Schluss blieb der fünfte Rang, und für Sala kam die Chance, sich bei seinem Stammclub zu beweisen.


Bilder: Salas Wrack gefunden


Nun, er bekam sie für ein halbes Jahr. Elf Einsätze und ein Tor später wurde er zu Ligakonkurrent Caen ausgeliehen. Da waren es dann immerhin 5 Tore in 13 Partien. Für Bordeaux nicht genug. Die Franzosen gaben sich mit einer Million Ablöse zufrieden und waren glücklich, dass Nantes den 1,87 Meter grossen Rechtsfuss unter Vertrag nahm. Dort ging der Knoten langsam, aber sicher auf: 6, 12 und nochmals 12 Treffer schoss er in den ersten drei Saisons. Bis zur aktuellen Spielzeit, wo es vor allem seinen Toren zu verdanken ist, dass «Les Canaris» nicht mitten im Abstiegskampf stecken.

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Dann die Anfrage aus Cardiff. Der Millionentransfer in die Premier League. Cardiff-CEO Ken Choo sagte gegenüber der argentinischen Sportzeitung «Olé»: «Man sah ihm förmlich an, wie glücklich Sala war. Er war voll parat, um hier durchzustarten.» Es schien sich endlich so richtig ausbezahlt zu haben, dass er als 15-Jähriger das 400-Seelen-Dorf Cululú in der Provinz Santa Fe verlassen hatte, um die Fussballwelt zu erobern. «Er arbeitete immer hart, um seinen Traum zu verwirklichen», so ein Freund zu «Olé». Der Umzug nach England 13 Jahre später hätte der vorläufige Höhepunkt in der Karriere von Emiliano Sala werden sollen. Er wurde zum Ende seines Lebens.

Erstellt: 08.02.2019, 14:15 Uhr

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