Niederweningen

Als 19-Jähriger schon ein Leader

In der ersten Meisterschaftsrunde haben die Niederweninger beim 2:1-Sieg in Bülach ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Heute Samstag treten die Wehntaler in Neftenbach bei einem weiteren Aufstiegsanwärter an. Dies mit breiter Brust.

Übernimmt Verantwortung und stellt Ansprüche – Cedric Spielmann kurbelt im Niederweninger Mittelfeld das Spiel an.

Übernimmt Verantwortung und stellt Ansprüche – Cedric Spielmann kurbelt im Niederweninger Mittelfeld das Spiel an. Bild: Sibylle Meier

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An Selbstvertrauen fehlt es den Jungs im idyllischen Wehntal, inmitten von sanften Hügelzügen, nicht. Als Einzige aus der mehrköpfigen Spitzengruppe mit Embrach, Neftenbach, Bülach, Rümlang und Effretikon nehmen Vertreter der Drittligamannschaft das Wort Aufstieg in den Mund. «Die Gruppe 4 ist stark. Es gibt gleich mehrere Aufstiegsanwärter. Dazu zählt auch der FC Niederweningen», sagt etwa der 19-jährige Cedric Spielmann.Beim 2:1-Startsieg in Bülach liessen die Niederweninger ihren vollmundigen Worten auch Taten folgen. Captain Stefan Sander musste zwar nach zwei Minuten verletzt vom Platz. Von hinten organisierte danach der ehemalige Zweitliga-interregional-Spieler Sven Willimann das Team. Kaya Straub eroberte mit unermüdlichem Pressing viele Bälle, Stürmer Raffael Haldemann stand dort, wo es am meisten weh tut, und behauptete dabei noch den Ball, der eingewechselte Angreifer Vincenzo Russo zeigte seinen Torinstinkt, rackerte für zwei und im Mittelfeld verteilte Spielmann mit aussergewöhnlichem Feingefühl das Leder. So wie beim Siegtreffer.

«Wir müssen uns steigern»

Der bullige Russo sprintete in der 80. Minute nach vorne an die Strafraumgrenze und schrie: «Cedi, jetzt!» Deswegen schob der Spielmacher den Ball gekonnt in den Strafraum, wo Russo inzwischen angekommen war, das Leder annahm und gekonnt in die Maschen zum 2:1 drosch. «Cedi musste mir sofort den Ball zuspielen, sonst wäre ich im Abseits gestanden», beschrieb Russo die Szene. Mit schelmischem Lächeln fügte der 28-Jährige an: «Ich wusste, dass Cedi das kann.»

Cedric Spielmann ist als Fünfjähriger dem FC Niederweningen beigetreten. Er war so gut, dass er 2009 in die Nachwuchsabteilung des Schweizer Rekordmeister Grasshoppers wechseln konnte. Vier Jahre lang von der U-11 bis zur U-14 liess er sich in Niederhasli fussballerisch ausbilden. Spielmanns aktueller Trainer Patrick Eschler hat den Youngster vor drei Jahren erstmals auf dem Fussballplatz gesehen. «Als ich Cedi das erste Mal beobachtete, fiel mir seine Technik am Ball sofort auf. Es war nicht zu übersehen, dass er als ehemaliger GC-Junior eine Top-Fussballausbildung geniessen konnte», berichtet sein Coach. Der Youngster, der eben seine kaufmännische Lehre auf der Gemeinde Niederhasli abgeschlossen hat, hat sich in der Zwischenzeit nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht und sich weiterentwickelt. «Cedis Stärken liegen in seiner Technik, Ausdauer und Spielübersicht. Obwohl er erst 19 Jahre alt ist, ist er bei uns ein Führungsspieler», sagt Eschler zum aktuellen sportlichen Zustand seines Akteurs.

Der 1,76 m grosse und 70 kg schwere Spielmann weiss genau, was sein Trainer vom Team will. «Defensiv, taktisch, Konter- und Umschaltspiel haben wir im Griff. Aber wenn wir selber das Spiel machen wollen, sind wir oftmals zu ungenau und zu hektisch», beschreibt er die Niederweninger Vorgehensweise auf dem Platz. Erfreut fügt er allerdings an. «Wir machen Fortschritte.» Dafür sieht er ein zusätzliches Manko im Team: «Wir schiessen zu wenig Tore. Da muss ich sowie jeder von uns kaltblütiger werden und mit mehr Überzeugung in diese Abschlüsse gehen.»

Heute beim Tabellenführer

Der junge Spielmacher, der vom Verein Liverpool sowie der Willensstärke Cristiano Ronaldos beeindruckt ist, fühlt sich im Fanionteam wohl. «Wir sind ein Team. Es ist egal, ob einer 17 oder 34 Jahre alt ist. Jeder wird gleich behandelt und jeder könnte mit dem anderen im Trainingslager im selben Zimmer übernachten. Dieser Teamspirit ist ansteckend und einmalig» berichtet er. Mit verschmitzem Unterton ergänzt er: «Dieser Spirit könnte in kniffligen Situationen den Unterschied ausmachen.»

Den tollen Niederweninger Mannschaftsgeist braucht es ebenso heute Samstag um 18.30 Uhr bei Tabellenführer Neftenbach. Die Gastgeber haben am vergangenen Sonntag den Spitzenkampf im Embrach gleich 3:0 gewonnen. Bereits nach 16 Minuten lag das Team von Trainer Salvatore Ciancio 3:0 vorne.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 31.08.2018, 20:37 Uhr

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