Bassersdorf

Bassersdorfer begeistert St. Gallen

Roy Gelmi hat seine Chance auf höchstem Niveau gepackt. Am 10. Mai dieses Jahres stand der 20-Jährige erstmals für das St. Galler Super-League-Team im Einsatz.

Mit 20 Jahren bereits Captain des FC St.?Gallen! Der Bassersdorfer Roy Gelmi (links) am vergangenen Sonntag im Laufduell mit dem Sittener Ebenezer Assifuah.

Mit 20 Jahren bereits Captain des FC St.?Gallen! Der Bassersdorfer Roy Gelmi (links) am vergangenen Sonntag im Laufduell mit dem Sittener Ebenezer Assifuah. Bild: Keystone

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Dass es ihm im Profifussball so schnell so gut laufe, habe er nicht gedacht, sagte in dieser Woche der Bassersdorfer Roy Gelmi. Sein fulminanter Start im St. Galler Fanionteam, das die vergangene Saison auf dem guten 6. Rang abgeschlossen hat, hat ihm zudem erstmals ein Aufgebot für die Schweizer U21-Nationalmannschaft beschert. Deshalb weilt der Innenverteidiger momentan in Regensdorf. Dort ist bis am kommenden Montag das U21-Team stationiert. Vorgestern Donnerstag bestritt die Equipe von Trainer Heinz Moser die EM-Qualifikationspartie in Biel gegen Bosnien-Herzegowina. Gelmi wurde beim 3:1-Sieg der Schweiz nicht eingesetzt.

Übermorgen Montag wird die Schweiz, wieder in der neuen Tissot-Arena in Biel, gegen Norwegen erneut um Punkte kämpfen – vielleicht wird Roy Gelmi dann sein Debüt in der U21-Nati geben. Die Spiele gegen Gruppenfavorit England finden am 16. November in England und am 26. März 2016 in der Schweiz statt.

Fünfstellige Zuschauerzahlen

Bei St. Gallen, dem aktuellen Ranglistensechsten, spielt Gelmi neben anderen mit Albert Bun­jaku, Mario Mutsch, Marco Ma­thys und Dzengis Cavusevic. In der Schweizer U21 heissen seine Teamkollegen Francisco Rodri­guez, Gregory Wüthrich, Levent Gülen, Shani Tarashaj oder Albian Ajeti.

Seine ersten Schritte als Fussballer hat Roy Gelmi im FC Bas­sersdorf im Alter von 6 Jahren gemacht. Als Elfjähriger wechselte er zum FC Zürich, drei Jahre später zum FC St. Gallen. Dort lebte der Unterländer in der Fussball-Akademie und besuchte das Gymnasium, das er vor zwei Jahren mit der Matur abschloss. Mutter Marieke und Vater Heimo, die ihren Sohn in der Ostschweiz oft besucht haben, berichten: «Roy hat die Doppelbelastung Schule und intensive sportliche Ausbildung toll gemeistert.»

«Körper ist unser Kapital»

Seit seinem Debüt im St. Galler Fanionteam folgte für Gelmi ein Höhepunkt nach dem anderen. Am 10. Mai dieses Jahres war der Innenverteidiger in Bern vor über 15?000 Zuschauern Gegenspieler von YBs 1,92 m grossem Star Guillaume Hoarau. «Da war ich natürlich froh, dass ich auch 1,88 m gross bin», blickt der Bassersdorfer zurück. Zwei Wochen später lief der Unterländer in Basel vor über 33?000 Zuschauern in den St.-Jakob-Park ein. Es war das ­Abschiedsspiel von Basels Klub­ikone Marco Streller. St. Gallen führte zwischenzeitlich 3:2, verlor aber noch 3:4. In St. Gallen spielt Gelmi regelmässig vor über 10?000 Fans.

Auch in der aktuellen Saison 2015/16 schenkte St.-Gallen-Trainer Jeff Saibene Youngster Gelmi weiter das Vertrauen. Nachdem Saibene Anfang September durch Joe Zinnbauer ersetzt wurde, blieb der Unterländer Stammspieler. Mehr noch. Am 22. September gelang dem Bassersdorfer bei Zinnbauers Einstand gegen Thun in der 85. Minute der 1:0-Siegtreffer. Am vergangenen Sonntag gegen Sion durfte Gelmi gar den verletzten Captain Alain Wiss ersetzen.

Roy Gelmi verdankt seinen sensationellen Start in der Super League auch seiner Intelligenz. «Ich habe bald einmal bemerkt, dass der Körper im enorm intensiven Leistungssport das Kapital ist.» Sieben- bis neunmal trainiert er in der Woche, dazu kommt ein Spiel. Der Profi fügt an: «Jede freie Minute vom Tag wird dazu genutzt, den eigenen Körper konkurrenzfähiger zu machen, sei das mit zusätzlichen Kraft- oder Mentaltrainings oder Regeneration.» Wichtig seien auch die Unterstützung und Hilfe der Familie und der Freundin. Sie seien bei jedem Spiel im Stadion dabei, fügt er an. Weil Gelmi viel in den Sport investiert hat, kann er nun im horrend hohen Super-League-Rhythmus mithalten. Der Verteidiger zum laufintensiven St. Galler Spielsystem, das bei den Trainern Saibene und Zinnbauer ähnlich ist: «Wir wollen ein hohes Pressing spielen und so den Ball schon in der gegnerischen Hälfte erobern, denn kein Fussballspieler läuft gerne dem Ball hinterher. Bei Zinnbauer setzen wir den Fokus etwas mehr auf Spielaufbau und Ballbesitz.» (zuonline.ch)

Erstellt: 09.10.2015, 23:08 Uhr

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