Bülach

Bülach geht die Puste aus

Zu Hause verliert Bülach in der Gruppe 4 der 3. Liga in einer Partie zwischen zwei Aufstiegsanwärtern gegen Niederweningen 1:2. Die Gastgeber zollten dem Kräfteverschleiss Tribut.

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Am vergangenen Donnerstag um 20.15 Uhr wurde die Cuppartie zwischen Bülach und Hausen am Albis angepfiffen. Die Unterländer siegten nach hart umkämpften 90 Minuten 2:0. Keine zwei Tage später, am Samstag um 18 Uhr, war der Beginn der Meisterschaftspartie zwischen Bülach und Niederweningen. In der zweiten Halbzeit war ersichtlich, dass den Bülachern die nötige Spritzigkeit und Kraft fehlte.

Die Absenz von Spielmacher Giancarlo Pizzolotto, dem wohl besten Spieler in der Gruppe 4 der 3. Liga, fiel beim Team aus dem Bezirkshauptort ebenfalls stark ins Gewicht. Der ehemalige GC-Junior laboriert an einer Bänderdehnung und droht mindestens noch zwei Wochen lang auszufallen. Bei Niederweningen musste Marco Eschler passen. Der 32-jährige langjährige Topscorer plagt sich seit Monaten mit einer Achillessehnenentzündung herum. Er musste deswegen bereits in den drei letzten Partien der vergangenen Saison passen. Die Sommerpause hat nun nicht die erhoffte Heilung gebracht. In der Verletzungsgeschichte von Marco Eschler gibt es trotzdem einen Gewinner: seinen sieben Monate jungen Sohn Yannis. Der Papa hat nun viel mehr Zeit, sich um ihn zu kümmern . . .

Bülachs Willensleistung

Zurück zum Sportlichen: Mit schlimmen Verletzungen ging es auf dem Rasen während der Partie Bülach gegen Niederweningen weiter. Nach bereits 2 Minuten musste Niederweningens Captain Stefan Sander den Platz verlassen, nachdem er sich unglücklich den Fuss verdreht hatte. Sehr schlimm erwischte es in der 69. Minute den Bülacher Bruno Bardelas Gonzalez. Er musste vom Feld geführt werden. Tags darauf bestätigten Untersuchungen im Spital den anfänglichen Verdacht: Der 25-Jährige erlitt einen Bänderriss am Sprunggelenk des rechten Fusses und fällt für voraussichtlich sechs bis acht Wochen aus.Sandro Weisstanner, der den harten Zweikampf mit Gonzalez geführt hatte, entschuldigte sich in aller Form beim Gefoulten. «Plötzlich merkte ich, dass ich ihn treffe. Dann wollte ich sofort abbremsen. Aber ich hatte keine Kraft und Luft mehr, richtig abzubremsen. Es war keine Absicht dahinter», schilderte er.

Fussball gespielt wurde auf dem Kunstrasen im Erachfeld auch noch. Bülach riss sofort die Initiative an sich. In Führung ging aber Niederweningen in der 14. Minute, als Weisstanner nach einem Freistoss von Sven Willimann traf. Nach einer halben Stunde glich Bülachs gross gewachsener Mittelverteidiger Pascal Vanz nach einem Freistoss von Captain Yusuf Porgali mit dem Kopf aus.

In der zweiten Halbzeit wirkte Bülach zunächst siegeshungriger. Die Bemühungen waren offensichtlich, aber der Gastgeber konnte sich nicht richtig durchsetzen. «Wir kämpften zwar, aber wir waren besonders in der zweiten Halbzeit zu wenig zwingend», analysierte nach Spielschluss Bülachs Trainer Gian Luca Appas­sito. Der Coach forderte nach der Pause sein Team mehrmals laut auf, die Entscheidung zu suchen. Mit den Rufen «hoch stehen» oder «wir wollen dieses zweite Tor» motivierte er seine Akteure.

Niederweningen gradlinig

Niederweningen dagegen konterte zielstrebig. Über die Mittelfeldspieler Kaya Straub, der ein hervorragendes Pressing betrieb, und Cedric Spielmann gelangte der Ball jeweils rasch nach vorne. In der 80. Minute schrie Stürmer Vincenzo Russo zu Spielmann: «Cedi, jetzt.» Deswegen schob der erst 19-jährige Spielmann sofort den Ball fein in den Strafraum, wo Russo das Leder annahm und gekonnt in die Maschen zum 2:1 drosch. «Cedi musste mir sofort den Ball spielen, sonst wäre ich im Abseits gestanden», beschrieb Russo die Entstehung des Siegtreffers. Mit schelmischem Lächeln fügte der 1,75 m grosse und 83 kg schwere 28-jährige bullige Angreifer an: «Ich wusste, dass Cedi das kann.»

Bülach warf nach dem erneuten Rückstand alles nach vorne. Aber für den Ausgleich fehlte die nötige Kraft. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 18.08.2018, 23:12 Uhr

Die Top 3

Vincenzo Russo kam in der 50. Minute als Joker auf den Rasen. Danach war er viel unterwegs und forderte als Sturmspitze die Bälle. Sein Siegtreffer war Extraklasse. Der Niederweninger Stürmer Raffael Haldemann war vor allem dort, wo es wehtut. Er gab keinen Ball verloren. Der grossgewachsene junge Bülacher Innenverteidiger Corsin Meier spielte defensiv solid und ging mehrmals in den gegnerischen Strafraum, um Flanken mit dem Kopf zu verwerten.

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