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Bülach muss im Jubiläumsjahr absteigen

Das Wunder von Töss ist ausgeblieben: Bülach gewann beim abgeschlagenenTabellenletzten der Gruppe 2 der regionalen 2. Liga zwar 3:2. Dennoch blieben die Gäste auf einem Abstiegsrang.

Bülach am Boden und nach zwei Jahren zurück in der 3. Liga – ein Spieler kann es noch nicht fassen.
Bülach am Boden und nach zwei Jahren zurück in der 3. Liga – ein Spieler kann es noch nicht fassen.
Francisco Carrascosa

Fünf Tage vor dem Auftakt des Festwochenendes zum 100-Jahr-Jubiläum näherte sich im Lager des grossen Unterländer Traditionsvereins gestern Nachmittag um 16 Uhr die Stimmung ungeachtet der sommerlichen Temperaturen dem Nullpunkt.

Nachdem sie kurz zuvor dank zweier später Tore ihren Sieg beim bereits als Absteiger festgestandenen Tabellenletzten sichergestellt hatten, informierten sich die Bülacher Spieler bei ihren Informanten am Spielfeldrand. Peu à peu drangen die schlechten Nachrichten zum Tössemer Reitplatz vor: Wiesendangen, als Drittletzter der Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf Bülach in die letzte Meisterschaftsrunde gegangen, hatte sein Heimspiel gegen die SV Schaffhausen 3:0 gewonnen. Und Küsnacht, vor dem letzten Spieltag Viertletzter mit drei Zählern mehr als Bülach, hatte sich zu Hause mit 4:0 gegen Regensdorf durchgesetzt.

12. Platz hätte gereicht

Somit blieb Bülach nur der 13. und vorletzte Tabellenplatz. Dabei hätte der 12. Rang in der Endtabelle zum Verbleib in der höchsten regionalen Spielklasse gereicht. Dies zum einen, weil die Blue Stars Zürich in der 2. Liga interregional, Gruppe 5, am Samstagabend den Ligaerhalt dank eines 1:1 in Dietikon geschafft hatten. Und zum andern, weil die zweite Mannschaft von YF Juventus Zürich aus der Gruppe 1 der regionalen 2. Liga in ihrem Heimspiel gegen Lachen/Altendorf nicht über ein 1:1 hinauskam.

Das eigene 3:2 über Töss mitgerechnet, waren somit für Bülach drei von vier Voraussetzungen erfüllt, um dem Abstieg im Jubiläumsjahr doch noch zu entrinnen (Ausgabe vom 17. Juni). Doch aus der Gruppe 2 der regionalen 2. Liga blieb die erhoffte Schützenhilfe aus: Dank ihrer Siege beendeten sowohl Wiesendangen als auch Küsnacht die Saison über dem Strich. Mit 31 Punkten profitierte schliesslich Gossau als «besserer» Drittletzter der beiden Gruppen der 2. Liga regional vom Ligaerhalt der Blue Stars und kam seinerseits um die Relegation herum.

Schon früher verpasst

Nachdem sie realisiert hatten, wie es um sie stand, verfinsterten sich die Mienen der Bülacher Spieler. Einige liessen sich auf den Rasen fallen, blickten verzweifelt gen Himmel, andere vergruben ihren Kopf in den Händen. Dann absolvierten sie alle gemeinsam ihre Auslaufrunde, während Trainer Mario Nicolo schnell die Fassung wiederfand – und nüchtern analysierte. «Es ist bitter, dass wir jetzt mit 30 Punkten absteigen müssen, nachdem wir eine gute Rückrunde gespielt und in den letzten fünf Runden nicht mehr verloren haben», kommentierte er, «aber wir wussten natürlich, dass heute schon sehr vieles für uns hätte laufen müssen.»

Den Ligaerhalt verpasst hätten sie denn auch nicht heute, sondern in mehreren Partien der Rückrunde. «Gegen Regensdorf, Gossau und die SV Schaffhausen hätten wir einfach gewinnen müssen, wenn man sieht, wie viele klare Torchancen wir in diesen Spielen hatten», meinte Nicolo, der das Team in der Winterpause übernommen hatte. Abgesehen von der mangelhaften Verwertung der vielen Torchancen habe er den Spielern jedoch nichts vorzuwerfen. «Sie haben bis zum Schluss daran geglaubt, sind nach jedem Rückschlag wieder aufgestanden und haben alles gegeben. Dass sie jetzt ausgerechnet zum 100-Jahr-Jubiläum mit leeren Händen dastehen, tut mir unheimlich leid für sie.»

Captain Giancarlo Pizzolotto fügte an, dass sich die misslungene Vorrunde als zu grosse Hypothek erwiesen habe – ­nicht zuletzt wegen der verlorenen Direktduelle gegen die Teams aus dem Tabellenkeller. Im Kern bleibe die Mannschaft trotz des Abstiegs zusammen, kündigte er an. Einzig der Abgang des Stürmers Fabio Borges Carvalho zum Drittligisten Oberwinterthur stehe fest. Vom Wiederaufstieg wollte Pizzolotto in der Stunde des Abstiegs aber nicht reden. «Wir müssen in der 3. Liga erst zu unserem Spiel finden und uns Schritt für Schritt vorantasten», mahnte er. «Aufzusteigen ist immer schwieriger, als die Liga zu halten.»

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