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Corona sei eine «Psychose» – hier wird gekickt

Die Fussball-Meisterschaft in Weissrussland startete mit Zuschauern – und dem Segen des Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Auf eigenen Wegen: Alexander Lukaschenko.
Auf eigenen Wegen: Alexander Lukaschenko.
Michael Klimentyev, Keystone

Gegen den europäischen Trend ist der Fussball in Weissrussland trotz Coronavirus-Pandemie planmässig in die Meisterschaft gestartet – mit Fans auf den Stadiontribünen.

730 Zuschauer kamen zum Spiel von Energetik-BGU und dem früheren Champions-League-Teilnehmer BATE Borisow, wie Medien in der weissrussischen Hauptstadt Minsk berichteten. Mehr als 1400 Fans besuchten am Freitag die Begegnung von Schachtjor und Torpedo-BelAS.

Präsident Alexander Lukaschenko, oft als «Europas letzter Diktator» bezeichnet, hatte Einschränkungen in anderen Ländern als Panikmache kritisiert.

Die Fussballvereinigung ABFF hatte den Start der nationalen Meisterschaft nach Plan und mit Zuschauern angekündigt. Es werde genau auf die Ausbreitung des Coronavirus in Weissrussland geachtet, teilte die ABFF mit. Falls notwendig, sollten Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden.

«Die zivilisierte Welt ist verrückt geworden»

«Ich nenne dieses Coronavirus nicht anders als eine Psychose und lasse mich auch nicht davon abbringen», sagte Lukaschenko in dieser Woche. «Die zivilisierte Welt ist verrückt geworden, und die Politiker haben schon damit angefangen, die Situation für ihre Interessen auszunutzen.» Es sei eine «absolute Dummheit», etwa Grenzen zu schliessen. Lukaschenko regiert so lange wie niemand sonst in Europa – seit mehr als 25 Jahren. Weissrussland, Nachbar von EU-Mitglied Polen, hat nach offiziellen Angaben bisher rund 70 Coronavirus-Fälle – aber noch keinen Todesfall. Es gebe keinen Grund, drakonische Massnahmen zu ergreifen, sagte der Präsident der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge.

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