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Cup-Märchen in Zürich – Basel siegt dank Lang

Der FCZ dreht einen 1:3-Rückstand in den Schlussminuten. Basel löst gegen Luzern das Halbfinal-Ticket.

Sensationell: Der FCZ dreht gegen Thun einen 1:3-Rückstand in den Schlussminuten.
Sensationell: Der FCZ dreht gegen Thun einen 1:3-Rückstand in den Schlussminuten.
Ennio Leanza, Keystone
In Ekstase: Die Fans jubeln über den Halbfinal-Einzug ihres Teams.
In Ekstase: Die Fans jubeln über den Halbfinal-Einzug ihres Teams.
Ennio Leanza, Keystone
Ausgleich: Die Luzerner können kurz nach dem Basler Führungstreffer ausgleichen, letztlich bringt ihnen der Treffer allerdings nichts.
Ausgleich: Die Luzerner können kurz nach dem Basler Führungstreffer ausgleichen, letztlich bringt ihnen der Treffer allerdings nichts.
Patrick Straub, Keystone
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Mit einem nicht für möglich gehaltenen Sturmlauf gewinnt der FC Zürich den Cup-Viertelfinal gegen Thun 4:3. Nach 85 Minuten führten die Berner Oberländer noch 3:1.

In der Geschichte des Schweizer Cups gab es für die Zürcher nur einen Match, der es in Bezug auf die Dramatik in der Schlussphase mit dem Spiel vom Mittwoch aufnehmen kann. Es ist das unvergessliche 6:5 nach Verlängerung, mit dem die Grasshoppers im März 2004 im Halbfinal den Stadtrivalen, damals im Hardturm, besiegten.

Wie verwandelt in die zweite Halbzeit

Diesmal ist der FCZ im Letzigrund als Sieger nach einer schwer zu übertreffenden Schlussphase hervorgegangen. Die Spieler von Trainer Uli Forte hatten in der ersten Halbzeit derart matt,, lustlos und lethargisch gewirkt, dass ihnen keine derartige Steigerung zuzutrauen war.

Die Zürcher waren danach aber in der ganzen zweiten Hälfte überzeugend. Im Gegensatz zu den ersten 45 Minuten, in denen sie nie eine reelle Chance herausgespielt hatte, liessen sie Angriff um Angriff rollen, sodass das Anschlusstor von Moussa Koné schon nach 50 Minuten verdient und logisch war. Die Zürcher liessen sich auch nicht beirren, als Stürmer Simone Rapp nach 77 Minuten einen der wenigen Konter mit seinem zweiten Tor des Abends zum 3:1 abschloss.

Freys goldene Minuten

Danach kamen die fulminanten letzten zehn Minuten der Zürcher. In dieser Phase zeigte sich, wie wichtig der nie aufgebende Stürmer Michael Frey für die Mannschaft ist. Der Münsinger stellte - wie Thuns Rapp beim 0:2 in leichter Offsideposition stehend - mit einem Kopfball auf Freistoss von Roberto Rodriguez den erneuten Anschluss her. In der vierten Minuten der Nachspielzeit traf er mit einem satten und platzierten Flachschuss aus 18 Metern zum 4:3. Dazwischen hatten die Thuner das 3:3 ganz auf ihre Kappe nehmen müssen. Keiner von ihnen hatte Verteidiger Rasmus Thelander in den Strafraum begleitet, sodass der Däne unbedrängt zum Kopfball kam und traf.

Aus der Sicht der Thuner war der Match eine überspitzte Version ihres Meisterschaftsspiels beim FCZ zu Beginn der Saison. Damals hätten sie bis weit in die zweite Halbzeit 2:0 oder 3:0 statt nur 1:0 führen können. Am Schluss siegte Zürich 2:1. Michael Frey war auch damals der Hauptakteur.

Lang weiter im Höhenflug

Wie so oft in den letzten anderthalb Wochen steht Michael Lang auch im Cup-Viertelfinal gegen Luzern im Mittelpunkt. Dem Basler Aussenverteidiger gelingt beim 2:1 die zweite Doublette in Serie.

Von einer Quote von sieben Toren in 22 Pflichtspielen träumt so mancher Akteur, vor allem wenn er vor einer Abwehr agiert. Michael Lang kann diesen Wert vorweisen, wobei sechs dieser sieben Treffer innert elf Tagen zustande kamen: je einer gegen Sion und gegen Manchester United sowie je zwei in den beiden Duellen mit Luzern in der Meisterschaft und im Cup.

Unglücklicher Ausgleich

Auch diesmal stand Lang im Stile eines Goalgetters zweimal am richtigen Ort, als weite Bälle verlängert wurden: vor dem 1:0 (14.) durch Alexander Franssons Kopf, vor dem 2:1 (52.) durch die unzureichende Abwehr des Luzerner Goalies Jonas Omlin.

Dazu lenkte der Basler Captain (in Absenz des bis kurz vor Schluss geschonten Marek Suchy) beim Ausgleich durch den FCL in der 22. Minute einen Schuss von Pascal Schürpf mit der Ferse unhaltbar ab. Besonders bitter war das 1:1 für Keeper Mirko Salvi: Der Basler Cup-Goalie musste sich mit dem ersten und lange Zeit einzigen Luzerner Abschluss aufs Tor sogleich bezwingen lassen.

Wenig Publikum im St. Jakob-Park

So unterhaltsam wie die letzten Auftritte - «Alleinunterhalter» Lang hin oder her - war Basels 32. Einzug in den Halbfinal des Schweizer Cups nicht. Gleichwohl hatte der FCB das Geschehen vor nur 7715 Zuschauern, der kleinsten Kulisse in einem Heimspiel seit dem Cup-Viertelfinal 2014 gegen Le Mont (6138), praktisch vollends und ohne ans Limit zu gehen im Griff. Zu Chancen, die Partie nach dem 2:1 in ruhigere Bahnen zu lenken, kam der Titelverteidiger aber nicht wirklich.

So etwas wie verzweifelte Angriffsversuche der Luzerner blieben aus. Das Team von Markus Babbel zeigte, dass es nicht grundlos den letzten Rang der Super League belegt. Mit etwas mehr Selbstvertrauen wäre für Luzern, das in den letzten zwei Monaten nur zwei Spiele (in St. Gallen und im Cup-Achtelfinal in Echallens) gewonnen, aber acht von elf Partien verloren hat, trotz überschaubarem Basler Aufwand mehr möglich gewesen. Die Frage wird nun sein, wie lange die bis jetzt ruhig gebliebene Luzerner Klubführung dem Taumeln des Teams unter Babbel noch zuschaut.

Zürich - Thun 4:3 (0:2)

4663 Zuschauer. - SR Hänni. Tore: 8. Sorgic (Kablan) 0:1. 24. Rapp (Hediger) 0:2. 51. Koné (Pa Modou) 1:2. 77. Rapp (Dzonlagic) 1:3. 85. Frey (Rodriguez) 2:3. 90. Thelander (Koné) 3:3. 94. Frey 4:3.Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Thelander; Rüegg, Palsson (81. Odey), Sarr (46. Winter), Pa Modou; Dwamena (69. Rodriguez), Frey, Koné.Thun: Ruberto; Bürgy, Gelmi, Righetti; Glarner, Hediger, Lauper, Kablan; Spielmann (73. Dzonlagic), Rapp, Sorgic.Bemerkungen: Zürich ohne Mouache, Alesevic (beide verletzt), Schönbächler, Kempter, Marchesano (alle rekonvaleszent), Kryeziu, Aliu, Cavusevic und Rohner (alle nicht im Aufgebot). Thun ohne Tosetti, Hunziker, Facchinetti, Costanzo, Sutter, Bigler, Rodrigues, Alessandrini, Schäppi (alle verletzt) und Faivre (krank). Verwarnungen: 26. Dwamena (Foul), 30. Hediger (Foul), 80. Bürgy (Spielverzögerung), 85. Ruberto (Spielverzögerung).

Basel - Luzern 2:1 (1:1)

7715 Zuschauer. - SR Schärer. Tore: 14. Lang (Fransson) 1:0. 22. Schürpf 1:1. 52. Lang 2:1.Basel: Salvi; Lang, Akanji, Balanta, Riveros; Xhaka, Zuffi; Oberlin (87. Suchy), Fransson (78. Itten), Elyounoussi; Ajeti (62. Steffen).Luzern: Omlin; Knezevic, Schmid, Lustenberger; Sidler, Voca, Schulz, Schürpf; Schneuwly (75. Demhasaj), Follonier (75. Kutesa); Juric.Bemerkungen: Basel ohne Bua, Serey Die, Vailati, van Wolfswinkel (alle verletzt) und Gaber (krank), Luzern ohne Arnold, Custodio, Schwegler (alle verletzt) und Kryeziu (gesperrt). Verwarnungen: 41. Sidler (Foul) und Elyounoussi (Unsportlichkeit). 60. Voca (Foul). 77. Schulz (Foul).

SDA/fsc

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