Super League

Drei Punkte zu Yakins Einstand

Das Debüt Murat Yakins als Cheftrainer der Grasshoppers ist geglückt. Obwohl GC zweimal in Rückstand lag, reichte es gegen den FC Sion zum verdienten 3:2-Sieg.

GC-Goalie Heinz Lindner befreit vor Sions Neuzugang Pajtim Kasami (rechts Milan Vilotic).

GC-Goalie Heinz Lindner befreit vor Sions Neuzugang Pajtim Kasami (rechts Milan Vilotic). Bild: Keystone

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Im Kabinengang herrschte bei den Grasshoppers nach dem 3:2 gegen den FC Sion eine aufgeräumte Stimmung. Emil Berg-ström etwa, dem mit einem herrlichen Volleyschuss aus der Ferne sein zweiter GC-Treffer gelungen war, schrie seine Freude heraus. Und wunderte sich, dass von ihm niemand ein Interview haben wollte. Gefragt war dann Torhüter Heinz Lindner, der während der Meisterschaftspause mit Österreichs Nationalmannschaft unterwegs war. «Es ist noch nicht alles gut, aber die drei gewonnenen Punkte sind enorm wichtig», liess er wissen.Zu seinem neuen Trainer Murat Yakin merkte Lindner an: «Ich habe erst drei Tage unter ihm gearbeitet. Aber es ist schon zu sehen, dass Yakin einen Plan hat und wir diesen phasenweise gegen Sion schon gut umsetzen konnten.» Auf die leicht ketzerische Frage eines Journalisten, ob Yakins Vorgänger Carlos Bernegger denn keinen Plan gehabt habe, reagierte Lindner lachend: «Natürlich hatte auch er einen Plan. Aber vielleicht konnten wie diesen weniger gut umsetzen.» GC-Sportchef Matthias Walther war einfach nur «happy» und Assistenztrainer Hakan Yakin zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg ins Spital. Er sah Vaterfreuden entgegen.

«Kein Abstiegskandidat mehr»

Schon zuvor durften sich die Spieler von der Fankurve frenetisch feiern lassen. Dabei war vor allem in der ersten Halbzeit vieles nicht nach Wunsch gelaufen, der Nachmittag hätte auch einen weit weniger erfreulichen Verlauf nehmen können. Vor allem defensiv patzte GC gegen Walliser, die 45 Minuten einen guten Eindruck hinterliessen. Neuzugang Pajtim Kasami war mit einer Vorlage und einem Treffer lange Zeit überragend. Später baute er wie das ganze Sittener Team allerdings ab. Lucas Andersen, der gut spielte, und eben Bergström sorgten mit ihren Treffern dafür, dass GC zumindest mit einem Unentschieden in die Pause gehen konnte.

Danach wurde der FC Sion schwächer, GC bekam die Partie besser in den Griff und war in der Defensive fortan weit weniger anfällig als zuvor. Dank dem 3:2 von Runar Mar Sigurjonsson in der 55. Minute reichte es am Ende zum Sieg und zum gelungenen Einstand Murat Yakins als Cheftrainer der Grasshoppers. Es war nun die dritte GC-Partie in Folge ohne Niederlage. «Wir sind kein Abstiegskandidat mehr», resümierte Sportchef Walther bereits. Dank dem Sieg rückten die Grass­hoppers in der Tabelle auf den 8. Rang vor. Den FC Sion und den FC Lugano haben sie schon mal eingeholt.

Es folgte im Medienraum das lange Warten auf den Cheftrainer. Dann war Yakin da und sagte: «Wir haben heute alle Facetten eines spannenden Spiels erlebt. Ich freue mich für das Team und das ganze Stadion über den Sieg.» Gefallen hat ihm vor allem die Reaktion auf die beiden Gegentreffer. Steigerungspotenzial sieht er in der defensiven Absicherung. Aber grundsätzlich sei er sehr zuversichtlich, er habe Vertrauen in die Mannschaft. Wohin er den Fokus in der Tabelle richten werde, sei noch offen. «Tendenziell natürlich nach oben. Aber warten wir jetzt einmal die schweren Auswärtspartien in Thun und Lugano ab. Man hat an diesem Wochenende wieder gesehen, wie ausgeglichen die Liga ist», sagte er noch.

Der Cup als «grosse Chance»

Er hofft, sein System werde bald noch besser greifen. An der Startaufstellung hatte Yakin im Vergleich zum letzten Spiel Berneggers drei Wochen zuvor nichts geändert. Beim Gegner aus Sion dürften die Sorgenfalten dagegen nicht kleiner werden, das Team von Trainer Paolo Tramezzani hat aus den letzten fünf Partien nur zwei Punkte gewonnen. Das entspricht natürlich gar nicht den Erwartungen im Wallis. Mit der gestrigen Leistung seines Teams war Tramezzani dennoch grundsätzlich zufrieden. Er wusste ja, dass er zumal in der Defensive nicht seine beste Besetzung hatte aufstellen können.

Auf dem Programm der Grass-hoppers steht als Nächstes am kommenden Sonntag der Cup-Sechzehntelfinal beim nach seinem Absturz aus der Challenge League mittlerweile wenigstens wieder in der 2. Liga interregional angekommenen FC Biel. Yakin betonte, dass er im Cup keine Experimente eingehen wolle und in Biel mit der bestmöglichen Mannschaft antreten werde. Der Cup sei schliesslich für eine Mannschaft wie die aktuellen Grasshoppers eine «grosse Chance. Er ist der kürzeste Weg in den Europacup.»

Erstellt: 10.09.2017, 22:38 Uhr

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