Embrach

Embrach im Hoch und mit Hoffnung

Das Team von Trainer Jürg Stücheli gewann das Nachbarschaftsderby in der Gruppe 4 der 3. Liga gegen Kloten zu Hause gleich 5:0. Der Sieg ist aber zu hoch ausgefallen.

Kopfballduell zwischen dem Embracher Michael Ehrensberger (links) und dem Klotener Mürsel Erenoglu (hellblauer Dress).

Kopfballduell zwischen dem Embracher Michael Ehrensberger (links) und dem Klotener Mürsel Erenoglu (hellblauer Dress). Bild: Leo Wyden

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Toll sieht die jüngste Embracher Bilanz aus. In den letzten sieben Meisterschaftspartien gab es fünf Siege und zwei Remis. Die Mannschaft hat sich auf den 3. Rang vorgekämpft. Der Abstand auf Tabellenführer Effretikon beträgt sechs Punkte. Noch sind in dieser Saison fünf Runden zu spielen. In zwölf Tagen empfangen die heimstarken Unterländer den Leader. Auch deshalb hofft Trainer Jürg Stücheli noch auf ein kleines Fussballwunder.

Der 5:0-Erfolg vorgestern Sonntag gegen Kloten nährt die Embracher Zuversicht. Nicht dass das Team in diesem Spiel brilliert hätte. In der ersten Viertelstunde musste es gar unten durch. «Wir standen zu weit weg vom Gegner, und zwischen unserer Verteidigungsreihe und dem Sturm klaffte ein zu grosses Loch», kritisierte der Trainer seine Equipe. Die Flughafenstädter hätten gar in Führung gehen können, doch Ardian Krasniqi traf in der 15. Minute mit seinem Kopfball nur den Pfosten. Kurz später verhinderte Embrachs Goalie Emanuel Schnidrig mit einer tollen Intervention einen Rückstand. Doch die Gastgeber konnten sich aufrappeln. «Wir sind mittlerweile fähig, uns aus einem Loch herauszukämpfen», beschrieb Stücheli die Steigerung. In der 22. Minute schoss sein Ausnahmestürmer Giuseppe De Filippo den Ball an den Klotener Pfosten, eine Minute später dann ins Klotener Netz zur 1:0-Führung. Andrin Stäbler erhöhte in der 32. Minute auf 2:0. «Wir haben dem Gegner Geschenke gemacht», meinte Klotens Trainer Ciro Alfano zum Nachlassen seines Teams nach einer Viertelstunde.

Klotens Aluminiumtreffer

In der zweiten Halbzeit begannen die Gastgeber besser als in der ersten. Nach zwei Möglichkeiten durch De Filippo und Marvin Baumgartner konnte Sami Korchad bereits in der 50. Minute auf 3:0 erhöhen. Jetzt zeigten auch die Flughafenstädter eine tolle Reaktion. Doch sie bekundeten in der 55. Minute mit einem Pfostenschuss durch Leonico Frei Pech. Danach sahen die 130 Zuschauer einen offenen Schlagabtausch, bei dem Embrach das bessere Ende für sich hatte. Korchad in der 70. und De Filippo in der 73. Minute erhöhten auf 5:0. Kloten wollte dieses Derby jedoch nicht ohne Torerfolg beenden. Aber auch in der Nachspielzeit trafen die Gäste, zum dritten Mal in dieser Partie, nur das Torgehäuse.

«Natürlich ist der Sieg verdient, er ist aber zu hoch ausgefallen», konstatierte nach Spielschluss Embrachs Coach Jürg Stücheli. Sein Antipode Ciro Alfano meinte: «Wir haben einen unglücklichen Tag eingezogen. Wir konnten unser Potenzial nicht kontinuierlich abrufen.»

Die Rückrunde mit bisher 14 Punkten aus sechs Partien läuft für Embrach deutlich besser als die Vorrunde mit 18 Zählern in elf Partien. «Wir hatten im vergangenen Herbst viel Verletzungspech, und die Mannschaft musste sich zuerst finden. Mittlerweile greifen die Automatismen, und deshalb ist das Selbstvertrauen wieder da», analysiert Jürg Stücheli, der mit mehreren Teams einige Aufstiege feiern durfte, die aktuelle sportliche Situation seiner Truppe. Etwas wehmütig schiebt der Erfolgstrainer nach, dass die fünf Niederlagen während der Vorrunde natürlich nicht seinen Ansprüchen und denjenigen des Teams entsprochen hätten. Beim 55-jährigen Stücheli, der noch immer voller Tatendrang und bis Sommer 2020 an Embrach gebunden ist, drängt sich immer die Frage auf, was er für die nächste Saison vorhat. «Momentan führen wir Gespräche mit den Spielern und hoffen, dass dies positiv verläuft. Wegen Verletzungsanfälligkeiten müssen wir uns natürlich auch umschauen», meint er.

Kontakte und Junioren

Seine guten Kontakte hat der Coach bereits während der Winterpause genutzt. Er konnte mit Aleksandar Beric einen ehemaligen Erstligaspieler (Linth) holen. Der 31-Jährige setzt mittlerweile aber im sportlichen Bereich mehr auf seine Schiedsrichterkarriere. Stücheli indes mit seiner Begeisterungsfähigkeit konnte den 1,95 m grossen Abwehrrecken auch noch für sein Team engagieren. In einem anderen wichtigen Bereich wollen die Embracher ebenso fleissig weiterarbeiten. «Der Einbau von eigenen Junioren wird für uns weiter wichtig sein», ergänzt der Trainer. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.05.2019, 21:44 Uhr

Telegramm

Embrach - Kloten 5:0 (2:0)

Im Bilg. 130 Zuschauer. – SR Zecirja Fazliji. – Tore: 23. De Filippo 1:0. 32. Stäbler 2:0. 50. Sami Korchad 3:0. 70. Sami Korchad 4:0. 73. De Filippo 5:0. – Embrach: Schnydrig; Nuzzi (62. Dacic), Beric, Tahiri, Ehrensperger; Stäbler (79. Pandiani), Bertschy, Surlici (71. Huber); Sami Korchad, De Filippo (77. Paradiso), Baumgartner. – Kloten: Crispi; Krasniqi (65. Xhuli), Urkay, Vales; Frei (65. Gunsch), El Nashar, Bli (46. Mathys), Weiss (75. Di Luzio), Markovic; Erenoglu, Rios (64. Rahmen). – Bemerkungen: 16. Pfostenschuss Krasniqi (K). 22. Pfostenschuss De Filippo (E). 55. Pfostenschuss Frei (K), 91. Kloten-Spieler trifft Torumrandung.

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