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«Es war zermürbend, so lange weg zu sein»

Breel Embolo ist fast ein Jahr nach seinem letzten Nati-Auftritt wieder zum Training in Freienbach erschienen. Der Schalke-Stürmer spricht über seine schwierige Zeit.

Freut sich über sein Comeback: Breel Embolo beim Training in Freienbach SZ. (2. Oktober 2017)
Freut sich über sein Comeback: Breel Embolo beim Training in Freienbach SZ. (2. Oktober 2017)
Andy Mueller/freshfocus

10, 33, 12, 54 - Embolos Einsatzzeiten in der aktuellen Bundesliga-Saison. Der Rückkehrer zählt jede einzelne Kurzarbeitsschicht. «Ich versuche, so viele Minuten wie möglich zu bekommen.» Gegen Leverkusen (1:1) stand der Schalker 349 Tage nach komplizierten Frakturen und Rissen im linken Sprunggelenk erstmals wieder von Beginn weg auf dem Feld. Applaus, stehende Ovationen, Erleichterung. «Es war tatsächlich zermürbend, so lange weg zu sein.»

Sportchef Christian Heidel machte der Öffentlichkeit nach dem Startelf-Comeback klar, «dass es eine wirklich fürchterliche Verletzung war. Sie hätte zu allem führen können. Fakt ist, dass es Sportler gibt, die nach einem solchen Befund nicht mehr zurückgekommen sind.» Man habe die Situation Embolos «mit Absicht nicht so dramatisiert».

«Warum ich?»

Embolo geht in einem sda-Interview auf die Aussagen Heidels ein: «Ich realisierte zunächst gar nicht, wie gravierend alles war.» Er habe geglaubt, nach 16 Wochen wieder einsteigen zu können. «Dabei musste ich wieder bei null beginnen, laufen lernen, das Vertrauen in meinen Körper aufbauen. Es war ein langer Prozess, bis ich wieder frei war im Kopf, bis alles abgehakt war.»

Er habe sich nach dem Foul des Augsburgers Konstantinos Stafylidis im Oktober 2016 zwangsläufig Grundsatzfragen stellen müssen. «Wie weiter? Wenn man so lange zu Hause verbringen muss, bleibt natürlich Raum, alles zu hinterfragen und zu analysieren. Warum ich? Warum ausgerechnet jetzt?»

Eigenen Plan zurechtgelegt

Das Tief habe allerdings nicht lange angehalten, so Embolo. «Ich wurde sofort unterstützt – vom Verband, vom Klub, von der Familie.» Und wie sehr die Anhänger nach wie vor auf ihn setzen, bekam der 20-Jährige im Juni an der Mitgliederversammlung zu spüren. 10'000 erhoben sich und würdigten ihn. «Die Reaktion der Fans hat mich sehr berührt.»

Nach jenem emotionalen Auftritt hatte sich Embolo einen eigenen Plan zurechtgelegt. «Mein Ziel nach all den Sonderschichten war, von Saisonbeginn voll dabei zu sein.» Der Coach Domenico Tedesco kalkulierte anders, der junge Hoffnungsträger reagierte impulsiv, suchte umgehend das Gespräch mit den Verantwortlichen. «Ich wünschte mir Spielpraxis. Mir war völlig egal, wo und wann!»

Auf eigenen Wunsch hin nahm der teuerste Einkauf der Schalker Klubgeschichte in der 5. deutschen Liga mit der U23 von S04 Anlauf. «Mir taten die Spiele gut. Ich sagte den Jungs: 'Ich brauche euch, um wieder in Fahrt zu kommen, aber ich komme nicht für einen Eiertanz. Ich will hier gewinnen», sagt Embolo zur Nachrichtenagentur sda.

si/chi

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