Super League

GC – noch immer ohne Punkt und Tor

Die Grasshoppers bezogen gegen die Young Boys eine 0:4-Heimniederlage und stehen nach zwei Spielen ohne Punkt und Tor da. Defensiv hinterliessen sie teilweise einen desolaten Eindruck.

Zwei Tore, ein Assist: YB-Stürmer Christian Fassnacht (links)  war im Letzigrund der Mann des Spiels – trotz Kopfverletzung.

Zwei Tore, ein Assist: YB-Stürmer Christian Fassnacht (links) war im Letzigrund der Mann des Spiels – trotz Kopfverletzung. Bild: Keystone

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Wenn man nicht GC-Fan war, konnte man sich an diesem herrlichen Sommerabend im Letzi­grund über ein Fussballspiel mit viel Unterhaltungswert freuen. Die Young Boys, auf vier Posi­tionen gegenüber dem 1:3 inder Champions-League-Qualifikation in Kiew verändert, boten attraktiven Fussball und deuteten ihr enormes Offensivpotenzial an. Die Berner hätten auch noch höher gewinnen können, doch sie beschränkten sich in den letzten zehn Minuten darauf, den Vorsprung zu verwalten.Bange Momente gab es einzig wegen Verletzungen. Bös erwischte es in der 38. Minute Torhüter David von Ballmoos. Nach einem unabsichtlichen Zusammenprall mit GC-Spieler Numa Lavanchy musste die neue Berner Nummer 1 mit einer tiefen Fleischwunde am rechten Unterschenkel ins Spital eingeliefert werden, dort wurde er mit fünf Stichen genäht. Für ihn kam Altmeister Marco Wölfli zu einem unerwarteten Comeback. Später traf es Christian Fassnacht von YB und Milan Vilotic von GC, die sich Kopfverletzungen zuzogen. Beide konnten weiterspielen, Fassnacht allerdings mit einem Turban, der nach Spielschluss blutgetränkt war.

Die Nadel im Heuhaufen

Das hinderte Fassnacht, den ­Zürcher bei YB, nicht daran, mit zwei Toren und einem Assist zum Matchwinner zu werden. «Wir können nun mit neuem Mut ins Rückspiel gegen Dynamo Kiew gehen, da ist noch vieles möglich», sagte er hinterher. Auf die Kritik eines Journalisten, dass sein Team nach der Pause nachgelassen und so den Ausgleich riskiert habe, reagierte YB-Trainer Adi Hütter gelassen: «Das mag stimmen, aber man muss jetzt nicht die Nadel im Heuhaufen suchen. Ein 4:0-Auswärtssieg gegen GC ist einfach eine Topleistung.» Defensiv hatten die Gäste allerdings nicht immer alles unter Kontrolle.

Die Grasshoppers wiederum hätten in der Endphase gar völlig untergehen können. Allerdings gab es auch zwei Phasen, in denen sie besser auftraten, als es das 0:4 vermuten lässt. Das war in der Startphase beider Halbzeiten. «Es mag nach diesem Ergebnis kurios tönen, aber wir zeigten gegenüber dem FCZ-Spiel eine Steigerung», meinte GC-Torhüter Heinz Lindner. Er sah zwar beim 0:3 durch Jean-Pierre Nsame nicht besonders gut aus, war sonst jedoch erneut der einzige Neuzugang, der überzeugen konnte.

Die Grasshoppers haben noch keinen Treffer erzielt, aber das ist nicht ihr primäres Problem. Denn zu Chancen sind sie auch gegen YB gekommen. Michal Fasko etwa vergab beim Stande von 0:1 allein vor dem gut reagierenden Wölfli. Hütter bezeichnete dies später als Schlüssel­szene der Partie. Bereits in der Startphase hatte von Ballmoos einen Kopfball Albion Avdijajs in extremis abgewehrt. Avdijaj ersetzte den leicht angeschlagenen Marco Djuricin in der Startformation, was die einzige Änderung bei GC gegenüber dem Derby war.

Bunt zusammengewürfelt

Zu denken geben muss den Grass­hoppers vielmehr die phasenweise desolate Defensive. Natürlich war es Pech, dass Vilotic in der 64. Minute mit dem Eigentor zum 0:2 die Niederlage endgültig einleitete. Aber wenn die schnellen Berner mit Fassnacht, Nsame, Yoric Ravet und vor allem Roger Assalé Tempo machten, war die GC-Abwehr hoffnungslos überfordert. Was insofern erstaunt, weil die Innenverteidigung mit Vilotic und Emil Bergström auf dem Papier eigentlich gut besetzt ist.

In der Schlussphase gab der neue schwedische Offensivmann Nabil Bahoui seinen Einstand. Für eine Wertung war sein Einsatz zu kurz. Trainer Carlos Bern­egger ist mit dieser bunt zusammengewürfelten Truppe jedenfalls nicht zu beneiden. Viel Arbeit stehe noch bevor, das 0:4 sei ein bitteres Ergebnis, sagte Bernegger – und relativierte die Kanterniederlage dann so: «Ich habe trotzdem einige Ansätze gesehen, dass mein Team auf dem richtigen Weg ist.» Zu Recht betont der Zürcher Trainer immer wieder, wegen der vielen Neuzugänge Zeit zu brauchen. Aber hat er die auch? Zwei Spiele, zwei Niederlagen, eine Tordifferenz von 0:6 lautet die aktuelle Statistik. Zudem wird es nicht ein­facher werden. Jetzt folgen die Auswärtspartien in Luzern und Basel.

Erstellt: 30.07.2017, 22:10 Uhr

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