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GC verschafft sich Luft, YB siegt weiter

Die Grasshoppers gewinnen das Abstiegsduell gegen Aufsteiger Neuchâtel Xamax auswärts 3:2. Am Ende verspielen die Zürcher den komfortablen Vorsprung beinahe noch.

Zu Beginn des Spiels geben die GC-Fans die Marschrichtung vor - in Hinsicht auf das Spiel und der bevorstehenden Abstimmung über das neue Stadion.
Zu Beginn des Spiels geben die GC-Fans die Marschrichtung vor - in Hinsicht auf das Spiel und der bevorstehenden Abstimmung über das neue Stadion.
Laurent Gillieron, Keystone
Das Spiel ist von Beginn weg hart umkämpft. Nach diesem überharten Einsteigen sieht Corbaz Gelb.
Das Spiel ist von Beginn weg hart umkämpft. Nach diesem überharten Einsteigen sieht Corbaz Gelb.
Laurent Gillieron, Keystone
Pajtim Kasami kann das Spiel in der 71. Minute ausgleichen. Nur wenig später fällt das 2:1 - Sion setzt sich damit ein wenig vom Tabellenende ab.
Pajtim Kasami kann das Spiel in der 71. Minute ausgleichen. Nur wenig später fällt das 2:1 - Sion setzt sich damit ein wenig vom Tabellenende ab.
Valentin Flauraud, Keystone
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Die Niederlage ist für Neuchâtel Xamax bitter: Während die Zürcher ihre Tormöglichkeiten äusserst effizient zur 3:0-Führung verwerteten, sündigte der Aufsteiger in dieser Beziehung gleich mehrmals und kam nur noch auf 2:3 heran.

Beinahe wäre das gefährliche Nachlassen der Gäste nach ihrer komfortablen 3:0-Führung noch bestraft worden. Xamax-Topskorer Raphaël Nuzzolo brachte die Neuenburger in der Schlussphase mit seinen Saisontoren 7 und 8 nochmals heran, doch die Zürcher retteten den wichtigen Auswärtserfolg mit viel Glück über die Distanz.

Anfällig auf Konter

Der Gastgeber muss sich an der eigenen Nase nehmen, dass er diese Partie verlor. Ausgerechnet in seiner starken Druckphase nach der Pause musste er zwei perfekte Konter der Gäste zulassen, welche durch Nedim Bajrami und Aimery Pinga zur vorentscheidenden 3:0-Führung der Grasshoppers führten. Bajrami war mit einem sehenswerten Schlenzer in die entfernte hohe Torecke erfolgreich, Pinga erzielte sein zweites Saisontor nach einem herrlichen Steilpass von Julien Ngoy, der die Zürcher vor der Pause in Führung geschossen und damit seinen ersten Super-League-Treffer erzielt hatte.

Niederlage trotz toller Moral

Hoch anzurechnen ist dem nach dieser Niederlage schon leicht distanzierten Tabellenletzten Xamax, dass er trotz dem 0:3-Rückstand nicht aufgab und beinahe noch zum Ausgleich gekommen wäre. Der zur Pause eingewechselte Samir Ramizi brachte viel Druck ins Neuenburger Spiel und hätte in der Nachspielzeit gleich zweimal das nicht unverdiente 3:3 erzielen können. Beide Male verpasste er aus kürzester Distanz.

Die Grasshoppers vermochten sich dank ihrem vierten Saisonsieg leicht vom letzten Platz abzusetzen. Drei Punkte beträgt der Abstand nun auf die Neuenburger. Trotz der drei Auswärtstore haben sie aber noch immer am wenigsten Treffer der ganzen Liga erzielt.

Zürich erleidet empfindliche Heimniederlage

Drei Tage nach der vorzeitigen Qualifikation für die K.o.-Phase der Europa League erleidet der FC Zürich in der Meisterschaft einen Rückschlag. Gegen Sion verliert der FCZ nach Führung 1:2.

Am Donnerstag konnten die Zürcher in Leverkusen trotz einer Niederlage am Ende jubeln, gegen Sion hatte das Team von Ludovic Magnin nach dem Schlusspfiff nichts mehr zu feiern. «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen», sagte Verteidiger Alain Nef. «Wir haben uns selbst geschlagen und uns bei den Gegentreffern sehr dämlich angestellt.»

Schwache Schlussphase

70 Minuten lang hatte Zürich das Spiel vor mehr als 10'000 Zuschauern im Letzigrund kontrolliert. Die Führung durch Antonio Marchesano in der 62. Minute war verdient, fiel aber zu knapp aus. Vor dem 1:0 hatte vor allem Stephen Odey mehrere hochkarätige Chancen ausgelassen. Bei seiner letzten Möglichkeit verletzte sich der Nigerianer kurz nach der Pause am Knöchel und musste durch Assan Ceesay ersetzt werden, der nach einer Stunde den Pfosten traf.

Ein herrlich vorgetragener Konter in der 71. Minute leitete die Wende ein. Pajtim Kasami und Ermir Lenjani spielten die Zürcher Hintermannschaft aus, der U17-Weltmeister von 2009 traf zum Ausgleich. Zehn Minuten später kam es für die Gäste noch besser. Die Zürcher Abwehr brachte nach einer Parade von Yanick Brecher den Ball nicht weg, der eingewechselte Yassin Fortune profitierte und brachte die Gäste in Führung. Kurz zuvor hatte Adryan - auch er wie Fortune eingewechselt - für Sion nur den Pfosten getroffen.

Da FCZ-Verteidiger Andreas Maxsö mit der letzten Chance der Partie den Ausgleich verpasste (89.), feierten die Walliser den zweiten Meisterschaftssieg unter Murat Yakin. «Das Engagement hat sich gelohnt», so der 44-jährige Basler. Nach zuvor vier Partien ohne Sieg durfte Yakin aufatmen, während der Nationalmannschaftspause wird er in Ruhe arbeiten können.

YB marschiert weiter

Das 2:3 zwischen St. Gallen und den Young Boys widerspiegelte sowohl das Geschehen in dieser Saison als auch die jüngere Geschichte in den Duellen zwischen den beiden Teams.

Die Resultate des Wochenendes sagen etwas aus über die Kräfteverhältnisse in der Super League: Die Young Boys fuhren ihren dritten Erfolg am Stück ein. Sie weisen nun sowohl die längste (neun Siege) als auch die zweitlängste Serie (drei Siege) vor. Alle übrigen Mannschaften brachten es in den ersten 14 Runden auf höchstens zwei Siege nacheinander.

Angstgegner YB

Für die St. Galler bleiben die Partien gegen YB ein einziger Albtraum. Seit ihrem letzten Sieg im April 2015 holten sie aus 15 Duellen in der Meisterschaft nur noch vier Punkte durch vier Unentschieden. Dabei wäre diesmal für die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler etwas möglich gewesen. Sie dominierten den Meister, der sich mit dem 3:1-Vorsprung zufriedenzugeben schien, über weite Strecken der zweiten Halbzeit, in der sie gefällig spielten. Es reichte knapp zehn Minuten vor Schluss aber bloss zum Anschlusstor durch Vincent Sierro auf einen von Sékou Sanogo verschuldeten Foulpenalty.

Ineffizientes St. Gallen

Zuvor hätten die Ostschweizer schon verkürzen können, hätte nicht YBs starker Goalie David von Ballmoos einen Schuss von Majeed Ashimeru an den Pfosten gelenkt. In der ersten Halbzeit hatte Von Ballmoos mit einer brillanten Abwehr gegen einen guten Versuch von Kekuta Manneh das 2:2 verhindert. Pech hatten die Ostschweizer wenig später beim 1:3. Der Linienrichter hatte eine klar ersichtliche Offsideposition des davonziehenden Torschützen Roger Assalé nicht angezeigt.

YB's Offensive macht den Unterschied

Jean-Pierre Nsame hinterlegte bei seinem Trainer Gerardo Seoane ein Empfehlungsschreiben. Der Kameruner bekam eine Einsatzchance anstelle des üblicherweise gesetzten Guillaume Hoarau und nutzte diese weidlich mit Kopfballtoren zum 1:1 und zum 2:1. Kein Stürmer der Liga bringt es auf eine derart gute Quote wie Nsame. Für seine nunmehr sieben Tore benötigte er 490 Minuten. Die beiden Tore zur Wende in St. Gallen glichen sich wie ein Ei dem andern. Kevin Mbabu flankte jeweils von rechts aus der Tiefe, und Nsame kam beide Male unbedrängt zum Kopfball. Silvan Hefti respektive Axel Bakayoko verteidigten schlecht.

Die Berner hatten ihre letzten elf Meisterschaftstore alle nach der Pause erzielt. In St. Gallen haben sie gezeigt, dass sie es auch anders können.

Resultate:

Neuchâtel Xamax - Grasshoppers 2:3 (0:1)

4708 Zuschauer. - SR Fähndrich.Tore: 30. Ngoy (Bahoui) 0:1. 59. Bajrami (Holzhauser) 0:2. 65. Pinga (Ngoy) 0:3. 69. Nuzzolo (Doudin) 1:3. 87. Nuzzolo (Doudin) 2:3.Neuchâtel Xamax: Walthert; Gomes, Oss, Sejmenovic, Kamber; Corbaz (75. Veloso), Pickel; Nuzzolo, Doudin, Tréand (46. Ramizi); Ademi (72. Mulaj).Grasshoppers: Lindner; Lavanchy, Ajeti, Zesiger, Doumbia; Diani, Holzhauser (92. Cvetkovic); Bajrami (90. Pusic), Ngoy, Bahoui; Pinga (83. Sukacev).Bemerkungen: Xamax ohne Di Nardo, Djuric und Santana (alle verletzt). Grasshoppers ohne Basic, Djuricin, Jeffrén, Nathan, Rhyner, Sigurjonsson und Tarashaj (alle verletzt). 15. Corbaz (Foul), 58. Lindner (Unsportlichkeit), 66. Pinga (Unsportlichkeit), 76. Doudin (Foul) und 81. Pickel (Reklamieren), alle verwarnt.

Zürich - Sion 1:2 (0:0)

10'407 Zuschauer. - SR Papapetrou (GRE).Tore: 62. Marchesano (Khelifi) 1:0. 71. Kasami (Lenjani) 1:1. 82. Fortune 1:2.Zürich: Brecher; Rüegg, Nef, Maxsö, Pa Modou; Palsson, Kryeziu; Rodriguez (84. Winter), Marchesano, Kololli (59. Khelifi); Odey (50. Ceesay).Sion: Fickentscher; Maceiras (63. Abdellaoui), Ndoye, Bamert, Morgado; Mveng, Neitzke, Kouassi; Kasami, Lenjani (77. Fortune); Philippe (63. Adryan).Bemerkungen: Zürich ohne Aliu, Baumann, Kempter, Omeragic, Rohner (verletzt) und Schönbächler (U21), Sion ohne Angha, Carlitos, Grgic, Mitrjuschkin, Song, Zock (verletzt) und Toma (krank). 59. Pfostenschuss Ceesay. 81. Pfostenschuss Adryan.Verwarnungen: 8. Mveng (Foul). 42. Rüegg (Foul). 50. Maceiras (Handspiel). 54. Marchesano (Foul). 75. Rodriguez (Foul).

St. Gallen - Young Boys 2:3 (1:3)

14'597 Zuschauer. - SR Bieri.Tore: 13. Kutesa (Sierro) 1:0. 18. Nsame (Mbabu) 1:1. 26. Nsame (Mbabu) 1:2. 37. Assalé (Sanogo) 1:3. 86. Sierro (Foulpenalty) 2:3.St. Gallen: Stojanovic; Bakayoko, Hefti, Mosevich, Kchouk (46. Wittwer); Sierro, Quintilla (82. Kräuchi), Ashimeru; Kutesa, Barnetta, Manneh (67. Buess).Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Lauper, Von Bergen, Benito; Fassnacht (70. Schick), Sow, Sanogo, Moumi Ngamaleu (70. Sulejmani); Nsame (76. Aebischer), Assalé.Bemerkungen: St. Gallen ohne Itten, Tafer (beide verletzt), Ben Khalifa, Vilotic, Koch und Muheim (alle nicht im Aufgebot). Young Boys ohne Wüthrich, Lotomba (beide verletzt) und Garcia (nicht im Aufgebot). 53. Von Ballmoos lenkt Schuss von Ashimeru an den Pfosten.Verwarnungen: 12. Moumi Ngamaleu (Foul), 30. Mbabu (Unsportlichkeit), 30. Manneh (Unsportlichkeit), 84. Sulejmani (Foul), 87. Bakayoko (Foul), 89. Aebischer (Foul), 89. Assalé (Reklamieren).

SDA

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