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Hoch stehen, früh angreifen

Seit sechs Meisterschafts- und zwei Cuppartien steht Walter Grüter als Trainer dem regionalen Zweitligisten Regensdorf vor. Der 63-jährige Coach hat einiges verändert. Trotzdem konnte die Leistungskurve mit Tendenz nach oben gehalten werden.

Die laufstarken, jungen Regensdorfer (rechts Emanuele Fanello) greifen ihre Gegenspieler (Adliswils Captain Joel Vegezzi) früh an.
Die laufstarken, jungen Regensdorfer (rechts Emanuele Fanello) greifen ihre Gegenspieler (Adliswils Captain Joel Vegezzi) früh an.
Urs Brunner

In der Saison 2007/08 spielte Regensdorf noch in der 2. Liga interregional. Danach gingen die Furttaler in der 2. Liga regional auf Punktejagd. Der Wiederaufstieg in die 2. Liga interregional war zwar meist das erklärte Saisonziel. Ganz gereicht hat es aber nie. Im Frühling 2015 schien der Wunsch in Erfüllung zu gehen. Regensdorf beendete die Saison zwar auf Platz 2, aber die Amateurliga untersagte dem Ranglistenersten YF Juventus 2 die Promotion und rief Regensdorf zum Aufsteiger aus. Wenige Wochen danach aber entschied ein Gericht (CAS), dass die Unterländer nicht aufsteigen dürfen. Der Schock sass tief. Denn nur ein Jahr später war Regensdorf noch in der letzten Meisterschaftsrunde in den Abstiegskampf verwickelt. In der vergangenen Saison, der dritten und letzten unter Trainer Marco Bolli, erreichte das Team den 4. Schlussrang.

Trainerkoryphäe in der Provinz

Nachfolger Bollis wurde mit Walter Grüter ein schweizweit bekannter Trainer. Der 63-Jährige ist Inhaber des höchsten europäischen Fussballtrainerdiploms, der Uefa-Pro-Lizenz. Daneben ist der Watter nach wie vor für den Schweizerischen Fussballverband (SFV) als Instruktor in der Traineraus- und -weiterbildung tätig. Auch im Zürcher Fussballverband gibt Grüter sein immenses Wissen weiter. Selber stand er als Cheftrainer Concordia Basel, dem FC Zürich, dem FC Winterthur sowie mehreren Nachwuchsteams des Grasshopper-Clubs vor. Als Assistenzcoach und ausgebildeter Konditionstrainer von Swiss Olympic arbeitete er zudem mit Trainergrössen wie Ottmar Hitzfeld, Lucien Fa­vre, Murat Yakin, Leo Beenhaker, Christian Gross, Roy Hodgson oder Rolf Fringer zusammen.

Weil Grüter in Watt unmittelbar neben Regensdorf wohnt, hat er seit vielen Jahren Kontakt zum FC Regensdorf. Er half mehrmals als Juniorentrainer aus und auch schon als Verantwortlicher des Fanionteams. Während der Sommerpause vor dieser Saison gab es in Regensdorf einige Wechsel. Neben Marco Bolli, der häufig mitgespielt hat, verliessen mit Ramon Kübler, Dominique Stirnimann, Ivica Cokolic und Roger Gross­wiler weitere Leistungsträger das Team. Hauptsächlich junge Spieler, zum Teil aus dem eigenen Nachwuchs, stiessen zum Kader.

Immenses Laufpensum

Die Verjüngung der Mannschaft kam Walter Grüter entgegen. «Ich will viel Ballbesitz in der gegnerischen Platzhälfte. Dafür müssen wir zum Teil früh dem Gegner den Ball abluchsen. Ich will aber auch, dass wir mit dem Ball etwas Konstruktives anfangen, denn Ballbesitz alleine bringt nichts», sagt der Trainer über sein Spielsystem. Nach sechs Meisterschaftspartien mit drei Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen sowie zwei Erfolgen im Cupwettbewerb ist der Coach mit der bisherigen Ausbeute einigermassen zufrieden. «Zum Teil machen es die Spieler schon sehr gut, zum Teil wollen sie aber zu viel und zum Teil müssen wir noch intensiv arbeiten», zieht er ein erstes Fazit. Ihm ist bewusst, dass es sehr viel Laufarbeit braucht, um seine Ideen umzusetzen. «Dafür werden wir in den kommenden Jahren langsam und kontinuierlich das Kader verjüngen. Denn junge Spieler können enorm viel laufen», sagt er. Und ergänzt: «Natürlich müssen die jungen Spieler auch technisch und taktisch auf hohem Niveau sein.» Deshalb hilft Grüter ebenso als B-Junioren-Trainer bei der Regensdorfer Nachwuchsarbeit mit. Er fügt an: «Es kommen bei uns gute Junge nach.» Als Fachmann wendet er zudem ein: «Das beste Lernalter für Junioren ist zwischen acht und zwölf Jahren.»

«Klare Ansagen»

Die Regensdorfer Spieler sind von ihrem neuen Trainer begeistert. «Man merkt schon, dass er auf sehr hohem Niveau Trainer war. Und trotzdem sind seine Anweisungen verständlich und gut umsetzbar», sagt der 18-jährige Emanuele Fanello. Der neue Captain Cyrill Thrier (25), der schon im GC-Nachwuchs unter Grüter trainiert hat, meint: «Walter Grüter macht es auch auf unserem Niveau gut. Natürlich müssen wir jetzt unseren vielen jungen Spielern die nötige Zeit geben.»

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