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Real Madrid gewinnt unterhaltsamen Clásico

Die Königlichen bezwingen den FC Barcelona 2:0 und klettern wieder an die Tabellenspitze der spanischen Liga.

Es ist am Sonntagabend im Bernabéu ein bedeutendes Spiel, das wichtigste der Saison bisher für beide Mannschaften, aber es ist auf dem Rasen vorerst kein grosses Spiel. Real Madrid und Barcelona erleben unruhige Zeiten, überzeugen selten, stecken mindestens in Ergebniskrisen auf hohem Niveau. Aber natürlich ist es das Duell Zweiter gegen Erster, Real könnte mit einem Heimsieg auf Platz 1 rücken, Barcelona auf fünf Punkte davonziehen.

Die Rivalen gönnen sich eine ausgedehnte Abtastphase, in der Barcelona unter dem Mitte Januar installierten Trainer Quique Setién ausgeprägt auf Ballkontrolle setzt, wie es die Club-DNA verlangt. Real Madrid agiert schnörkelloser, aber es fehlt dem Team nicht zum ersten Mal in dieser Saison lange Zeit an Präzision und Torgefahr. Und so dauert es eine halbe Stunde bis zum ersten Schuss aufs Tor, es ist eine bessere Rückgabe, Lionel Messi scheitert mit dem rechten Fuss. Die nächste Prüfung für Reals Goalie Thibaut Courtois ist schon weitaus kniffliger, der Belgier pariert ein paar Minuten später stark gegen Arthur.

Barcelona ist nun deutlich besser. Messi scheitert vor der Pause noch einmal an Courtois, während Real zwar durchaus zügig und meistens über den Brasilianer Vinicius Junior kontert, es jedoch nicht geschafft, vielversprechende Situationen zielstrebig auszuspielen.

Barcelonas Leistungsabfall

Es fehlt diesem Real-Jahrgang an einem ausgeprägten Torjäger, wie es Cristiano Ronaldo jahrelang war. Der Portugiese sitzt oben in seiner Loge, die er im Bernabéu immer noch gemietet hat, der italienische Klassiker zwischen Ronaldos Arbeitgeber Juventus und Inter Mailand am Sonntagabend wurde wegen des Coronavirus verschoben.

Und Ronaldo sieht nach der Pause ein erheblich verbessertes Real. Innerhalb weniger Minuten erspielt sich der Gastgeber gegen ein nun bemerkenswert wackliges Barcelona mehrere Topchancen, Isco scheitert zweimal, Karim Benzema schiesst in seinem 500. Pflichtspiel für Real knapp übers Tor. Es ist immer noch keine hochstehende Partie, dazu sind beide Teams zu fehlerbehaftet, aber es ist interessant, spannend und sehr umkämpft.

Und es ist der hochbegabte, 19-jährige Vinicius Junior, dem nach einem feinen Pass von Toni Kroos in der 71. Minute das 1:0 gelingt, wobei Gerard Piqué den Schuss noch leicht abfälscht. In der Schlussphase ist Barcelona zu keiner ernsthaften Reaktion mehr fähig. Es ist Real Madrid, das durch den kurz zuvor eingewechselten Mariano Diaz in der Nachspielzeit das 2:0 erzielt.

Reals befreiender Sieg

Für Real ist der Erfolg äusserst wertvoll. Vor etwas mehr als einer Woche sprach Trainer Zinédine Zidane davon, dass drei frühe Endspiele auf sein Team warten würden. Es folgte das blamable 0:1 bei Levante, das bittere 1:2 im Hinspiel der Champions-League-Achtelfinals gegen Manchester City – und der gestrige Befreiungsschlag.

Beim FC Barcelona wird diese Niederlage und vor allem der schwache Auftritt in der zweiten Halbzeit für weiteren Stress sorgen. Er ist ohnehin seit Monaten in Intrigen und Streitereien verstrickt, Verletzungssorgen haben die Personalsituation verschärft, oft war es zuletzt die Sonderklasse von Messi, die den Verein halbwegs auf Kurs hielt. Gegen Real Madrid jubelt der Argentinier eigentlich besonders gern, mit 28 Treffern und 14 Assists hält er unangefochten die Clásico-Bestwerte der Geschichte. Doch diesmal trifft auch Messi nicht.

Und so freut sich Real Madrid nicht nur über den Prestigesieg und den Sprung an die Tabellenspitze. In der Liga-Bilanz gegen Barcelona führt Real bei 180 Begegnungen mit 35 Unentschieden nun auch wieder 73:72.

Real Madrid - FC Barcelona 2:0 (0:0)

80'000 Zuschauer.Tore: 71. Vinicius 1:0. 92. Diaz 2:0.Bemerkung: Real Madrid u.a. ohne Hazard, Barcelona u.a. ohne Dembélé und Suarez.

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