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«Kein Harakiri-Teamumbau»

Der FC Rafzerfeld bestreitet heute Samstag in der Gruppe 5 der 3. Liga ein Direktduell gegen den Abstieg in die 4. Liga. Das hatten sich die Rafzerfelder lange Zeit ganz anders vorgestellt.

Dem Rafzerfelder Trainerduo Remo Hauser (links) und Patrick Böni gefällt derzeit nicht alles, was sie von ihren Spielern sehen. Trotzdem stehen die Akteure auf dem Rasen nicht zur Diskussion.
Dem Rafzerfelder Trainerduo Remo Hauser (links) und Patrick Böni gefällt derzeit nicht alles, was sie von ihren Spielern sehen. Trotzdem stehen die Akteure auf dem Rasen nicht zur Diskussion.
Madeleine Schoder

Heute Samstag um 16 Uhr tritt Rafzerfeld im Stadion Langriet beim Ranglistenvorletzten VFC Neuhausen 90 an. Gewinnen die Schaffhauser, haben die Unterländer fünf Runden vor Meisterschaftsschluss in der Tabelle nur noch drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Eigentlich hatten die Rafzerfelder vor, in dieser Saison um den Aufstieg in die 2. Liga mitzuspielen. So wie in der Saison 2011/2012, als Rafzerfeld drei Minuten vor Meisterschaftsschluss als Aufsteiger in die 2. Liga regional feststand, dann aber in Neftenbach vor 500 Zuschauern in der 88. Minute den Ausgleich zum 2:2 kassierte – deshalb stieg damals Neftenbach anstelle von Rafzerfeld auf.

Was läuft nun seit Wochen unter dem neuen Trainerduo ­Remo Hauser und Patrick Böni falsch? Die Antworten sind einhellig. «Wir sündigen bei der Chancenverwertung», sagt Rafzerfelds Sportchef Tino Schö­nenberger. «Wir haben auch in den letzten Spielen eigentlich recht gut gespielt. Aber wir hatten Pech bei unseren Torschüssen und in einigen Fällen kam ­Unvermögen dazu», meint Captain Stefan Spühler.

Die starken Stürmer fehlen oft

Nur einen mickrigen Punkt hat Rafzerfeld in den bisherigen fünf Rückrundenpartien geholt. Eine karge Ausbeute, zumal die Un­terländer Anfang April zu Hause den Tabellenletzten Räterschen empfangen konnten. Statt des ­erhofften Sieges gab es lediglich ein 4:4. Nach 17 Minuten lag der Favorit nach einem unnötigen Penalty und zwei missratenen Rückpässen zum Goalie bereits 0:3 in Rückstand. Das 1:4 in der 47. Minute entstand nach einem unnötigen Querpass in der eigenen Verteidigung. Dank drei Toren von Robin Küderli, das letzte in der Nachspielzeit, glich Rafzerfeld noch aus. Die darauffolgenden vier Partien verloren die Unterländer, dreimal mit 0:1.

Ein Problem des Rafzerfelder Fanionteams ist, dass Ausnahmestürmer Robin Küderli, der Held im Spiel gegen Räterschen, wegen einer Weiterbildung nur einmal in der Woche trainieren und auch nicht immer spielen kann. Von den insgesamt 1440 Meisterschaftsminuten dieser Saison stand Küderli nur während deren 670 auf dem Platz. Zudem: «Robin ist physisch und konditionell mit nur einem Training in der Woche nicht in absoluter Topform», berichtet Trainer Patrick Böni. Auch der gefährliche Stürmer ­Jonas Lutz hat es erst auf 700 Einsatzminuten gebracht. Der 29-jährige Angreifer wird immer wieder von Verletzungen behindert, eine Zerrung gefährdet ebenso seinen heutigen Einsatz in Neuhausen.

Wegen der Probleme im Sturm haben die Trainer Hauser/Böni, die im vergangenen Sommer Walter Hasler abgelöst haben, Aussenverteidiger Nicolas Krähenbühl zum Stürmer umfunktioniert. Mit Erfolg. Während der Vorrunde gelangen dem Allrounder sieben Tore. Heute Samstag kann der mannschaftsdienliche Krähenbühl dem Team wegen einer Sperre aber nicht helfen. Der unermüdliche Antreiber un­terstützt die Mannschaft dafür mit einem Ratschlag: «Als Team müssen wir über den Kampf noch ein paar Prozente drauflegen.» Der 26-Jährige zur Krise des Rafzerfelder Fanionteams: «Wir spielen gar nicht so schlecht, aber nach Gegentoren verlieren wir oft den Faden. Zudem fehlt uns das Glück, dass wir in den Vorjahren häufig gehabt haben.»

Junge geben Hoffnung

Trotz der sportlichen Krise ist die Stimmung im Team gut. Das hat auch damit zu tun, dass mit Lars Piubel, Joel Flury sowie Ramon Schneider drei Rafzerfelder A-Junioren im Fanionteam immer wieder eine gute Figur abgeben. Flury ist mittlerweile gar zum Stammspieler gereift. Deshalb erstaunt es nicht, dass Sportchef Tino Schönenberger bezüglich der nächsten Saison keinen riesigen Umbruch im Team fordert. «Auch wenn es momentan nicht rund läuft, befürworte ich keinen Harakiri-Teamumbau. Zum Sport gehören auch Rückschläge.»

Trainer-Zukunft ungewiss

Trotz des Bekenntnisses zur Kontinuität wird Schönenberger wohl einen neuen Trainer suchen müssen. Patrick Böni ist kürzlich Vater geworden und wird deshalb als Coach zurücktreten. Remo Hauser arbeitet im Schichtbetrieb und muss deshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls kürzertreten. Der ehemalige Challenge-League-Spieler kann sich aber gut vorstellen, dem Team als Spieler zur Verfügung zu stehen, nachdem seine schlimme Verletzung einigermassen auskuriert ist. Noch aber hat das Duo Hauser/Böni das Sagen. Deshalb fordert Partrick Böni heute Samstag in Neuhausen drei Punkte: «Ich feire am Samstag meinen 34. Geburtstag. Die drei Punkte wären ein passendes Geschenk.»

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