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Kunstrasen für beide ein Problem

Brüttisellen-Dietlikon gewann in der Gruppe 3 der 3. Liga den Spitzenkampf in Glattbrugg 2:1. Der Sieger löst den Verlierer an der Tabellenspitze ab.

Da war die (Fussball-) Welt für Glattbrugg noch in Ordnung: Riccardo Scalia (rechter Arm oben) bringt den Aufsteiger mit einem Kopfball 1:0 in Führung. Brüttisellen-Dietlikon-Captain Thomas Lamprecht (von links), David Blumer, Marvin Meckes und Gianluca Merlo verfolgen die Flugbahn des Balls.
Da war die (Fussball-) Welt für Glattbrugg noch in Ordnung: Riccardo Scalia (rechter Arm oben) bringt den Aufsteiger mit einem Kopfball 1:0 in Führung. Brüttisellen-Dietlikon-Captain Thomas Lamprecht (von links), David Blumer, Marvin Meckes und Gianluca Merlo verfolgen die Flugbahn des Balls.
Urs Weisskopf

Es war ein intensives Duell und jederzeit spannend. Aber keines der beiden Teams vermochte während den 93 Spielminuten richtig Tritt zu fassen oder der Partie seinen Stempel aufzu­drücken. Das hatte auch mit dem eigenartigen Kunstrasen zu tun. Die ersten Spielminuten gehörten Brüttisellen-Dietlikon. In der 13. Minute schoss Arbin Adili einen Freistoss aus 18 m gefähr­lich in die Torecke. Der erst 17-jährige grossgewachsene Goalie Aleksandar Trazivuk konnte abwehren. Der Ball flog zu Brüttisellen-Dietlikons Dario Krebs, der das Leder an den Pfosten drosch.

Wenige Minuten später musste sich allerdings Spielmacher Krebs ans Knie fassen. «Ich bin in diesem eigenartigen Kunstrasen hängen geblieben und hab mein Knie überdreht», erzählte der 28-Jährige nach dem Schlusspfiff. Nach Spielende war sein Knie leicht angeschwollen und der Ausnahmefussballer verspürte ein Ziehen im Knie. Nach einer Viertelstunde Spielzeit lief Dario Krebs nicht mehr ganz rund und seinem Team lief es fast gar nicht mehr. Das körperlich starke Glattbrugg gewann im Mittelfeld die Oberhand. «Wir haben in der ersten Halbzeit nach der Startphase praktisch jeden Zweikampf verloren», meinte nach Spielschluss Brüttisellen-Dietlikons Trainer Robert Merlo. In der 36. Minute ging Aufsteiger und Aussenseiter Glattbrugg mit seiner ersten guten Chance in Führung. Stürmer David Blumer nahm seinen Gegenspieler Marvin Meckes mit, sodass Mittelfeldspieler Riccardo Scalia völlig frei stand und zur Führung einköpfeln konnte.

Brüttiseller Druck nach Pause

Bis zur Pause konnten die Gäste auf den Rückstand nicht reagieren. Nach dem Seitenwechsel versuchten die technisch starken Brüttiseller-Dietliker immer mehr, mit genauem Flachpassspiel und enorm viel Laufarbeit ohne Ball am Fuss vors gegnerische Tor zu kommen. Die Stürmer Alessio Barigliano und Walter Joel Azevedo Couto Coelho wurden vorne immer wieder gut eingesetzt. In der 59. Minute verwertete Azevedo einen Traumpass von Samir Ben Mahfoudh. In der 66. Minute erzielte Ben Mahfoudh nach einem tollen Zuspiel von Dario Krebs das 2:1. Bei beiden Toren stellte sich ­jedoch die Frage eines möglichen Offsides. Aber es war für den ­Unparteiischen enorm schwierig, die Situation zu beurteilen. Zumal die Gäste mehrmals mit Zuspielen in die Schnittstelle ihre Stürmer in Position brachten.

Danach gab es zwei weitere umstrittene Szenen. Der Glattbrugger Almedin Mehinbasic ­erzielte ein Tor, das der Schiedsrichter nicht gab, weil der Torschütze zuvor Verteidiger ­Thomas Lamprecht weggeschubst haben soll. Auch diese Entscheidung des Refs war fragwürdig. Kurz später reklamierten die Brüttiseller-Dietliker einen Foulpenalty für sich.

In den Schlussminuten erlahmten auf beiden Seiten die Kräfte und die Fähigkeit, auf dem schnellen Kunstrasen konstruktiv zu spielen. Glattbrugg sucht jedoch aufopferungsvoll den Ausgleichstreffer – ohne Erfolg. Brüttisellen-Dietlikons Stürmer Barigliano meinte nach der Partie: «Dieser Kunstrasen war sehr rutschig und glitschig. Ganz anders als derjenige in Dübendorf im Dürrbach, auf dem wir ab und zu trainieren.» An und für sich spielen die technisch versierten Brüttiseller-Dietliker gerne auf Kunstrasen. Aber derjenige in Glattbrugg kam ihnen nicht entgegen.

Zdravko Kaurin lobt sein Team

Für die körperlich robusten Glattbrugger ist der Naturrasen wohl die vorteilhaftere Unter­lage. Aber der Hauptrasen in Glattbrugg wird momentan renoviert. Glattbruggs Trainer Zdravko Kaurin war nach dem Schlusspfiff etwas enttäuscht: «Unsere Niederlage war nicht zwingend. Das Foul vor dem 2:1 war unnötig und unmittelbar danach haben wir zu wenig schnell umgeschaltet, so dass es zur gefährlichen Situation gekommen ist.»

Der Trainer zollte jedoch seiner Mannschaft wie auch Gewinner Brüttisellen-Dietlikon ein Kompliment: «Wir sind zufrieden mit unserem Saisonstart. Jetzt wollen wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Denn es ist nicht so leicht, gegen die wirbligen und flinken Flügel von ­Brüttisellen-Dietlikon zu verteidigen.» Bezüglich Schiedsrichterentscheidungen wollte der Glattbrugger Teamverantwortliche keine Polemik aufkommen lassen. «Für den Schiedsrichter war es auf dieser schnellen Unterlage schwierig, alles zu sehen.»

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