Rafz

Rafzerfelder setzen sich durch

Das einzige Unterländer Team in der 3. Liga, Gruppe 5, besiegt Beringen in einer unterhaltsamen Partie 3:1. Damit haben sich die Gastgeber den Ligaerhalt definitiv gesichert.

Kaum zu bremsen: Rafzerfelds Stürmer Joel Pfiffner (rechts) schüttelt einmal mehr einen Beringer Gegenspieler ab.

Kaum zu bremsen: Rafzerfelds Stürmer Joel Pfiffner (rechts) schüttelt einmal mehr einen Beringer Gegenspieler ab. Bild: Francisco Carrascosa

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Die Beringer protestierten lautstark beim Schiedsrichter. Fünf Minuten vor dem Ende der Partie zwischen Rafzerfeld und Beringen reklamierten die Gäste auf Handspiel: Der Ball schien Yannic Pfiffner im Rafzerfelder Strafraum an die Hand gesprungen zu sein. «Das kann sein, aber es war auf jeden Fall aus kurzer Distanz», sagte Stürmer Daniel Riesen. Wie auch immer – der Unparteiische liess die Partie weiterlaufen. Und so blieb es beim knappen 2:1-Vorsprung für Rafzerfeld, das zwei Minuten vor Schluss dann alles klar machte: Joel Pfiffner nutzte eine Vorlage von Daniel Riesen und schob zum 3:1 ein.

Damit hatten die Unterländer die Partie gedreht, eine Partie, die für sie denkbar schlecht begonnen hatte. Schon nach wenigen Minuten erzielte Alen Klipanovic das 1:0 für die Gäste und hätte kurz danach auf 2:0 erhöhen können. «Am Anfang haben wir etwas Zeit gebraucht», sagte Riesen, «aber dann sind wir aufgewacht.»

Ein wichtiger Penalty-Pfiff

Tatsächlich kamen Daniel Riesen und seine Teamkollegen nach dem Gegentreffer immer besser ins Spiel. Vor allem Nathanael Neukom brachte die Beringer Defensive immer wieder in Verlegenheit. Dann, nach etwas mehr als 20 Minuten, war es dann so weit: Freistoss für Rafzerfeld aus etwa 20 Metern, Joel Pfiffner legte sich den Ball zurecht und traf herrlich in den Winkel. 1:1 in dieser unterhaltsamen Partie. Und es blieb spannend, denn die Gäste zeigten sich vom Ausgleich wenig geschockt. Der eingewechselte Harun Fishekgjija kam zu einer ersten Chance und schoss den Ball gleich an den Pfosten. Dann verpasste Riesen eine Hereingabe von Pfiffner nur knapp. Wenig später sorgte Rafzerfelds Verteidiger Dominic Engel für ein Raunen, als er eine hohe Flanke knapp am eigenen Tor vorbeiköpfte. Und schliesslich musste Beringens Goalie Alessandro Krüger eingreifen, indem er einen Schuss von Pfiffner zur Ecke abwehrte.

Es war also viel los in dieser Partie. Und sie blieb spannend. Auch in der zweiten Hälfte kamen beide Teams zu Chancen. Doch es stand weiterhin 1:1 – bis eine Viertelstunde vor Schluss. Dann wurde Neukom im Strafraum gefoult. Penalty für Rafzerfeld, Riesen trat an und traf souverän mit einem Schuss in die aus seiner Sicht rechte untere Torecke. In der Folge kam Beringen offensiv kaum mehr zur Geltung, die Szene mit dem vermeintlichen Handspiel war die einzige nennenswerte Chance.

Das Geheimnis um den Sportchef

«Wir haben taktisch super gespielt», kommentierte Daniel Riesen erfreut. «Beringen konnte nur mit weiten Bällen operieren.» Auch Trainer Luigi Bello befand zufrieden: «Wir sind sehr gut gestanden, Beringen musste oft mit langen Bällen operieren.» Der Sieg sei verdient gewesen, «weil wir die klareren Torchancen hatten. Wir hätten sogar noch mehr Tore schiessen können.» Dank ihres Siegs sind die Unterländer definitiv nicht mehr abstiegsbedroht, ihr Vorsprung auf den Vorletzten Tössfeld beträgt vier Runden vor Schluss zwölf Punkte. «Gut, mit dem Thema Abstieg habe ich mich gar nie beschäftigt», sagte Bello.

Der Ligaerhalt steht also fest. Ob Rafzerfeld auch die nächste Saison mit Bello in Angriff nehmen wird, gilt jedoch als offen, denn das hängt nicht zuletzt auch vom neuen Sportchef ab, den die Clubverantwortlichen zwar schon gefunden haben, aber dessen Namen sie noch nicht preisgeben wollen. «Es ist ein ehemaliger Führungsspieler des Vereins», deutet Präsident Christian Mundt an. «Mit ihm und den Vorstandsmitgliedern werden wir die Wahl des Trainers besprechen.» Dafür muss sich der Vorstand keine Gedanken mehr machen über den Verlust der rund 40000 Franken, die aus der Vereinskasse unterschlagen wurden. «Wir konnten es auffangen», sagte Mundt. «Der Spielbetrieb konnte weiter durchgeführt werden, das war das Wichtigste. Und die Geschichte hat uns auch zusammengeschweisst.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.05.2019, 19:21 Uhr

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Match-Telegramm

Rafzerfeld - Beringen 3:1 (1:1)
Trube, Rafz. – 70 Zuschauer. – SR Ismailj.– Tore: 7. Klipanovic 0:1. 22. J. Pfiffner 1:1. 75. Riesen (Foulpenalty) 2:1. 88. J. Pfiffner 3:1. – Rafzerfeld: Bossard; Engel (86. Ryf), Spühler, Hohl, Ryf (50. Y. Pfiffner); Neukom, Flury (42. Sigrist), Piubel (65. Roduner), Meister; Pfiffner, Riesen. – Beringen: Krüger; Basini (55. Xhemaili), Sekulic, Ehrismann, Gonçalves; Rüttimann; Frusciante, Koç; Gentile (27. Fishekgjija), Zuli; Klipanovic (75. Ciciretti). – Bemerkung: 28. Pfostenschuss Fishekgjija (B).

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