Rümlang

Rümlangs Poker geht auf

Der Drittligist hat sich nach einer desaströsen Vorrunde in der Rückrunde deutlich gesteigert und relativ sicher den Ligaerhalt geschafft. Die Gründe dafür waren ein Trainerwechsel und 15 neue Spieler.

19-mal jubeln konnten die Rümlanger Drittligafussballer in den zehn Meisterschaftsspielen in diesem Frühling. Seit Rückrundenbeginn leitet Trainer Getoar Sallauka (kleines Bild) erfolgreich die Geschicke des Fanionteams.

19-mal jubeln konnten die Rümlanger Drittligafussballer in den zehn Meisterschaftsspielen in diesem Frühling. Seit Rückrundenbeginn leitet Trainer Getoar Sallauka (kleines Bild) erfolgreich die Geschicke des Fanionteams. Bild: Albert René Kolb

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Das einzig Beständige am Fussball-Sportverein Rümlang war in den vergangenen Jahrzehnten das Unbeständige. Das zeigt die Geschichte des 1933 gegründeten Clubs und die Aussage von Vereinspräsident Kurt Vogel, der sagt: «Das Rümlanger Fanionteam hatte immer Wellen. Uns fehlte auf lange Zeit die Kontinuität.» Der 60-Jährige, der seit 18 Jahren dem Verein vorsteht und der die Rümlanger Verhältnisse bestens kennt, sieht mehrere Hauptgründe für die Inkonstanz, das Pendeln des Clubs zwischen der 2. und 4. Liga: «Wir sind eine Agglomerationsgemeinde, die zum Glück aber auch Dorfcharakter hat. Aber zugezogenen Leuten fehlt zum Teil die Bindung zum Verein.» Kurt Vogel fügt hinzu: «Unsere Spieler erhielten auch nie eine finanzielle Entschädigung. Zudem ist unsere Infrastruktur in Bezug auf unsere Kabinen sehr bescheiden. Unsere beiden Fussballplätze sind ausgelastet. Das verhindert Anmeldungen von neuen Rümlanger Teams beim Fussballverband.»

Trotz aller Nachteile hat Rümlang immer wieder tolle Erfolge feiern dürfen. Auch in jüngster Vergangenheit. Wie zum Beispiel den Cupsieg im FVRZ-Cupfinal in Kloten 2016 vor 690 Zuschauern dank eines Erfolges gegen das oberklassige Bassersdorf. Oder den Aufstieg in die 2. Liga 2017. «Weil wir nicht weit von der Stadt Zürich entfernt sind, kommen aus der Stadt und der Agglomeration immer wieder überdurchschnittliche Regionalspieler zu uns», hält Vogel weiter fest. Bei den jüngsten Erfolgen waren dies zum Beispiel die Oerliker Peter Mathys, Leo Etterlin, Sandro Hunziker, Renato Wyss, Simon Kümin und Sven Bolliger. Aber auch viele Rümlanger wie Roger Scholz, Shkodran Nuredini, Dear Meta, Patrick Meier, André Schmid, Lukas Vögeli, Robin Steinmetz, David Altorfer und andere waren Eckpfeiler des Erfolgsteams. Die hohe Anzahl eigener Spieler überrascht, weil Rümlang in seiner Fussballanlage Im Heuel zu wenig Kabinen hat und deshalb nicht wahllos Junioren aufnehmen kann. «Momentan haben wir 40 Junioren auf einer Warteliste», klärt Vogel auf.

Rümlanger im Fanionteam

Der Vereinspräsident und seine Vorstands- und Vereinskollegen lassen sich von der mangelhaften Infrastruktur, bei der sie selber in der an Einwohnerzahl wachsenden Gemeinde immer Verbesserungen anstrebten, aber nicht beeinflussen. Mit immensem Einsatz sorgen sie für akzeptable Verhältnisse. Momentan spielen mit Alain Carigiet, Hasan Coskun und Matthew Gut drei Eigengewächse im Fanionteam. Als es in der Vorrunde dieser Saison harzig lief, konnte Vogel dank seiner immensen Erfahrung und seinem Beziehungsnetz mit Getoar Sallauka einen Trainer verpflichten, der genug Fachkenntnisse und gleich 15 Spieler nach Rümlang brachte. Das neu formierte Team verliess dank drei Siegen zu Beginn der Rückrunde sofort die Abstiegsplätze und sicherte sich dann bereits drei Runden vor Meisterschaftsschluss den Klassenerhalt. «Sallauka hat gute Arbeit, sowohl im sportlichen wie auch im disziplinarischen und menschlichen Bereich, geleistet, und deshalb gehen wir gerne mit ihm in die neue Saison», klärt der Vereinspräsident auf.

Auch dem 31-jährigen Trainer gefällt es in Rümlang. Er hat lange in der Juniorenabteilung der Grasshoppers gespielt, ist dann aber wegen Knieverletzungen in seiner Aktivkarriere gestoppt worden. Zuletzt war er Assistent in der 2. Liga interregional bei Blue Stars.

Kurt Vogel meint zu seiner letzten Trainerwahl im vergangenen Winter: «Wir sind wohl dank Sallauka und seinen Spielern nicht in die 4. Liga abgestiegen. Das motiviert unsere Junioren und vielleicht auch ehemalige Rümlanger wieder, für unser Fanionteam zu spielen.»

Erstellt: 07.06.2019, 21:48 Uhr

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