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Furioses Spitzenspiel endet unentschieden

Das Spitzenspiel zwischen St. Gallen und YB hält, was es verspricht. Nach einer langen und aufwühlenden Schlussphase trennen sich die beiden unentschieden.

Fussball verrückt: Das Spitzenspiel erfüllt alle Erwartungen. Nach einer aufwühlenden Schlussphase endet die Partie zwischen St. Gallen und YB Remis.
Fussball verrückt: Das Spitzenspiel erfüllt alle Erwartungen. Nach einer aufwühlenden Schlussphase endet die Partie zwischen St. Gallen und YB Remis.
Claudio Thoma/freshfocus
Die St. Galler starten furios und gehen früh dank Betim Fazliji (im Bild) in Führung.
Die St. Galler starten furios und gehen früh dank Betim Fazliji (im Bild) in Führung.
Ennio Leanza, Keystone
Im weiteren Spiel trennen sich Lugano und Sion 0:0 unentschieden. Im torlosen Unentschieden sind Offensivaktionen Mangelware.
Im weiteren Spiel trennen sich Lugano und Sion 0:0 unentschieden. Im torlosen Unentschieden sind Offensivaktionen Mangelware.
Francesca Agosta, Keystone
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St. Gallen sieht im Spitzenkampf wie der sichere Sieger aus. Doch dann gleicht Guillaume Hoarau zum 3:3 aus. Per Penalty. In Minute 99. Das, nachdem er zwei Minuten zuvor einen verschossen hatte. Doch Lawrence Ati Zigi hatte sich im St. Galler Tor um Sekundenbruchteile zu früh bewegt, worauf Schiedsrichter Alain Bieri den Penalty wiederholen liess. Bereits der Penaltypfiff erfolgte dramatisch, weil ebenfalls erst nach Eingriff des VAR: Erst nach Videokonsultation sah Bieri, wie der Ball im Strafraum dem St. Galler Miro Muheim an den Arm gesprungen war.

Die entscheidende Szene der Schlussphase. (Video: SRF)

Die St. Galler Party nahm damit ein abruptes Ende. Denn kurz zuvor hatten sich die Fans bereits im Freudentaumel umarmt. Und unten bei der Ersatzbank tanzte Präsident Matthias Hüppi. Der FCSG glaubte, YB 3:2 besiegt zu haben. Es zeigte sich einmal mehr: Wenn es um verrückte Spiele geht, dann stehen die Begegnungen zwischen St. Gallen und YB in der Schweiz im Ranking ganz oben. Das Spitzenspiel am Sonntagnachmittag liess auf jeden Fall keine Wünsche offen. Intensität, Spannung, Emotionen und 6 Tore - es war alles dabei was sich ein Fan nur wünschen kann.

Aber alles der Reihe nach. Der Gastgeber drückte von Anfang an vehement aufs Gas. Verrückt die Pace, die die St. Galler in der Startphase hinlegten. Der Meister konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Die 1:0-Führung nach 10 Minuten war nur die logische Folge. Görtler verlängerte mit dem Kopf einen Guillemenot-Freistoss - Ngamaleu leistete sich zuvor eine unnötige Rangelei mit Demirovic - und «Glücksbringer» Betim Fazliji traf wuchtig ins Tor. «Glücksbringer» deshalb, weil der FCSG noch nie verloren hat, wenn der Ersatz von Boris Babic (wurde am Sonntag am Kreuzband operiert) auf dem Platz stand.

Nach sieben Jahren - damals noch AFG-Arena - war wieder einmal ein Heimspiel ausverkauft und die 19 024 Zuschauer kamen in diesem Spitzenkampf auf ihre Kosten. Nach der Druckphase zum Start kam YB je länger desto besser ins Spiel. Der Weitschuss von Christian Fassnacht (28.) krachte erst noch an den Pfosten. In der 44. Minute fiel der Ausgleich doch noch. Jean-Pierre Nsame traf nach einem herrlichen Doppelpass mit Ngamaleu zum 1:1. Es war der der 18. Ligatreffer der Berner Nummer 18. Erst Vorlagengeber dann Torschütze: Moumi Ngamaleu (45.+2) erzielte mit einem technischen Kabinettstückchen das 2:1. Der Meister hatte das Spiel innert 3 Minuten gedreht.

Doch wie sagte es der St. Galler Lukas Görtler im Pauseninterview mit Teleclub? «Das haut uns nicht um!» Und tatsächlich: Der FCSG steckte nicht auf, powerte, ackerte und kam zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Görtler kam Demirovic (73.) einen Tick vor YB-Verteidiger Lefort an den Ball und glich aus. Und dann traf Görtler (90.) selber. Zum vermeintlichen Sieg. Doch der VAR legte sein Veto ein.

Schiedsrichter Alain Bieri erklärt, warum der Penalty ungültig war. (Video: SRF)

Ereignisarmes 0:0 zwischen Lugano und Sion

Was wäre das für ein Debüt gewesen für Rangelo Janga. Der Neuzugang des FC Lugano kommt bereits nach weniger als einer Spielminute zu einer guten Chance, scheitert aber an Sions Kevin Fickentscher. Dieser Abschluss bleibt der einzige, zu dem das Heimteam in der ersten Halbzeit kommt. Sion gewinnt die meisten Zweikämpfen und hat mehr vom Spiel. Gefährliche Aktionen oder Abschlüsse waren aber auch für die Sittener Mangelware. Lugano reagierte, tätigte zwei Wechsel nach der Pause und kam besser ins Spiel. Doch auch in der zweiten Hälfte waren die Torhüter unterbeschäftigt und so überraschte das torlose Unentschieden niemanden.

Für Sions Trainer Ricardo Dionisio, der seit Anfang Jahr im Amt ist, ist dies erst der zweite Punkt im fünften Spiel. Seinem Boss Christian Constantin schien das auf dem Feld Gezeigte auch nicht zu gefallen. Mit grimmigem Blick verfolgte er zusammen mit weniger als 2900 Zuschauern das Spiel. Wie lange er noch an seinem neuen Trainer festhalten wird, steht in den Sternen, aber zufrieden dürfte er mit seiner Verpflichtung nicht sonderlich sein.

Telegramme:

St. Gallen - Young Boys 3:3 (1:2)

19'024 (ausverkauft). - SR Bieri. Tore:10. Fazliji (Görtler) 1:0. 44. Nsame (Ngamaleu) 1:1. 45. Ngamaleu (Mambimbi) 1:2. 73. Demirovic (Görtler) 2:2. 91. Görtler (Ribeiro) 3:2. 97. Hoarau (Handspenalty) 3:3.St. Gallen: Zigi; Hefti, Stergiou, Letard (34. Staubli), Muheim; Görtler (93. Bakayoko), Quintillà, Fazliji; Guillemenot (89. Ribeiro); Itten, Demirovic. Young Boys: Von Ballmoos; Janko, Bürgy, Lefort, Garcia; Fassnacht, Lustenberger, Martins, Ngamaleu (77. Zesiger); Mambimbi (83. Elia), Nsame (87. Hoarau).Bemerkungen: St. Gallen ohne Ruiz (gesperrt), Babic, Costanzo, Adonis Ajeti, Nuhu, Lüchinger und Strübi (alle verletzt), Gonzalez, Campos und Vilotic (alle nicht im Aufgebot). YB ohne Aebischer, Camara, Lotomba, Sierro, Sörensen und Sulejmani (alle verletzt). 4. Pfostenschuss von Itten. 28. Pfostenschuss von Fassnacht. Rote Karte: 98. Guillemenot (Reklamieren/nach Schlusspfiff). Verwarnungen: 15. Janko, 31. Lustenberger, 33. Letard, 39. Ngamaleu, 46. Demirovic, 70. Guillemenot (alle Foul). 94.Muheim (Handspiel). 95. Zigi (Unsportlichkeit).

Lugano - Sion 0:0

2872 Zuschauer. - SR Schnyder.Lugano: Baumann; Yao, Sulmoni, Daprelà, Lavanchy; Lovric, Selasi (45. Covilo), Custodio; Holender (90. Lungoyi), Janga, Bottani (46. Aratore).Sion: Fickentscher; Bamert, Abdellaoui, Ruiz, Lenjani; Kasami, Zock, Song, Itaitinga (78. Grgic); Doumbia (85. Uldrikis), Luan (70. Stojilkovic).Bemerkungen: Lugano ohne Gerndt (gesperrt), Sabbatini, Guidotti und Maric (alle verletzt). Sion ohne Facchinetti, Fortune, Kouassi (alle gesperrt), Toma, Djourou, Maçeiras, Ndoye und Raphael (alle verletzt). Verwarnungen: 8. Bottani (Foul), 17. Abdellaoui (Foul), 32. Lavanchy (Foul), 42. Song (Foul), 91. Stojilkovic (Foul).

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