Fussball

Vierter Aufstieg in erst 14 Jahren

Der regionale Zweitligist Bassersdorf ist etwas überraschend in die 2. Liga interregional aufgestiegen. Trainer Gianni Lavigna arbeitet mit lösungsorientierten Ansätzen.

Bassersdorfs Trainer Gianni Lavigna: Er sieht alles und analysiert blitzschnell.

Bassersdorfs Trainer Gianni Lavigna: Er sieht alles und analysiert blitzschnell. Bild: Leo Wyden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bereits 2007 hat Bassersdorf die Promotion in die 2. Liga interregional geschafft. Ein Jahr später folgte der Abstieg. Seither spielt das Team in der 2. Liga regional eine gute Rolle. Im Cup wuchsen die Bassersdorfer sogar einige Male über sich hinaus. Sie erreichten mehrmals den Final des Wettbewerbes des Fussballverbandes der Region Zürich. 2017 gewannen sie das Endspiel gegen Wallisellen. Zweimal konnten die Unterländer in den vergangenen Jahren gar im Schweizer Cup gegen den FC Zürich antreten. 2800 respektive 3200 Zuschauer füllten dabei die Tribünen in Bassersdorf.

Der Klub profitierte davon, dass er vor knapp 20 Jahren mit dem ehemaligen FC-Zürich- und FC-St.-Gallen-Spieler Marcel Tanner ein Fussballfachmann als Trainer holen konnte. Tanner, Schweizer Cupsieger von 1969, der in Bassersdorf wohnt, führte im Unterland die Raumdeckung ein. Sein Sohn Marco bewies danach als Bassersdorfer Trainer ebenso viel Geschick. Zudem rief Marco Tanner zusammen mit Fredi Egger und Markus Frei in Bassersdorf eine nachhaltige Fussballausbildung ins Leben. Die Bassersdorfer Juniorenabteilung entsandte jedes Jahr starke Regionalfussballer in die Aktivteams.

Die zweite Mannschaft zum Beispiel hat eben die 3.-Liga-Saison 2018/19 auf Rang 7 abgeschlossen. Das Fanionteam in der Gruppe 2 der 2. Liga regional wurde gar Erster. Kein Wunder, dass der aktuelle Trainer Gianni Lavigna sagt: «Ich habe Jungs im Team, die sehr gut Fussball spielen können.»

Eindrückliches Vorgehen

2018 hörte Marco Tanner als Trainer auf. Als Nachfolger konnte Gianni Lavigna gewonnen werden. Der damals 46-Jährige ehemalige Erstligaakteur hatte während seiner 14-jährigen Tätigkeit als Trainer in Räterschen, Wiesendangen und Oberwinterthur bereits drei Aufstiege vorzuweisen. Und er führte im Unterland seine erfolgreiche Arbeit fort. Nachdem Bassersdorf in der Saison 2017/18 mit 40 Punkten Rang 7 erreicht hat, erwartete man vom neuen Coach nicht gerade den Aufstieg. Aber doch ein souveränes und dominierendes Auftreten seiner Mannschaft.

Lavigna und sein Trainerteam erfüllten bald alle Erwartungen. Im vergangenen Herbst belegten ihre Spieler meist den guten 2. Ranglistenplatz. Die zwischenzeitlich neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Phönix Seen waren zwar viel, aber kein Thema, weil die Promotion in die 2. Liga interregional nicht im Vordergrund stand. «Bassersdorf soll eine coole Reise sein», umschrieb der Trainer zu Saisonbeginn die Zielsetzung.

Was immer mehr auffiel: Die Bassersdorfer feierten viele Siege. In der Vorrunde holten sie 30 von möglichen 39 Punkten und überwinterten nur noch drei Punkte hinter Phönix. Die Vorgehensweise von Lavigna war ebenso eindrücklich. Von jedem kommenden Gegner kannte er die Stärken und redete respektvoll darüber. Mit der Folge, dass seine Akteure hochkonzentriert und mit klaren Vorgaben in die Partie gingen. Und mit ihrem Vorgehen auf dem Rasen genau das taten, um dem Gegner, dessen Stärken sie kannten, nicht in die Karten zu spielen. So fanden die Bassersdorfer meist einen Weg vor das gegnerische Tor.

Trotz der guten sportlichen Situation während der Winterpause blieben die Bassersdorfer bescheiden. Sie sprachen noch nicht vom Aufstieg. Aber sie sagten: «Wir wollen Phönix ärgern.» Und das taten sie. Lavigna blieb seinem Motto treu: «Wir schauen von Spiel zu Spiel.» Gegen Saisonende, als sich Bassersdorf und Phönix Seen einen spannenden Zweikampf auf Augenhöhe lieferten, sprachen und glaubten die Unterländer dann aber an die Promotion. «Es kam der Moment, wo wir unseren Lohn für unseren grossen Aufwand, den wir betrieben, abholen wollten», berichtet der Trainer.

Die Sensation trat ein: Dank fünf Siegen in Serie zum Saisonende und insgesamt 29 Punkten in der Rückrunde wiesen die Unterländer Aufstiegsfavorit Phönix Seen, mit einem Punkt Vorsprung und viel weniger Strafpunkten, in die Schranken.

Klare Vorstellungen

Mit dem Aufstieg in die 2. Liga interregional hat Gianni Lavigna den grössten Erfolg seiner jungen Trainerkarriere gefeiert. Und wieder analysiert der zweifache Familienvater, der in Bachenbülach wohnt, blitzschnell. «Natürlich müssen wir in der höheren Liga etwas verändern. Aber es ist auch wichtig, dass der FC Bassersdorf der tolle Dorf-Verein bleibt, den er gewesen ist.» Damit die Spieler für ihren immensen Trainingsaufwand und die längeren Reisen zu den Partien in der 2. Liga interregional etwas entschädigt werden, wurde ihnen der Jahresbeitrag gestrichen und wird das Trainingslager bezahlt. Das Entgegenkommen findet in einem geordneten Rahmen statt: «Wir wollen uns natürlich nicht verschulden», sagt der Erfolgstrainer, der als Bankfachmann arbeitet.

In der kommenden Saison wird Bassersdorf auf noch stärkere Gegner treffen als in den vergangenen zehn Monaten. Die Beobachtungsgabe und Analysefähigkeit von Trainer Lavigna werden noch mehr gefragt sein.

Erstellt: 21.06.2019, 18:56 Uhr

Fussball

Bassersdorfer Aufstieg überstrahlt alles

14 Equipen stellt das Unterland bei den Frauen in der 1. und 2. Liga und bei den Männern in der 2. und 3. Liga. Dabei gab es in der eben abgelaufenen Saison 2018/19 eine Promotion. Dies gleich vom stärksten Männerteam. Bassersdorf holte in der Gruppe 2 der 2. Liga regional am meisten Punkte und steigt in die 2. Liga interregional auf.

Ausserordentlich waren in den vergangenen Monaten auch die Leistungen von Bassersdorfs Gegnern Brüttisellen-Dietlikon und Wallisellen. Die beiden Zweitligaaufsteiger hatten Ende Saison nur gerade fünf respektive sechs Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Oerlikon/Polizei. Zudem: Bassersdorf verdankt seinen Aufstieg auch ein ganz wenig seinen Unterländer Rivalen. In der Rückrunde gewann Wallisellen beim Ranglistenzweiten Phönix Seen und Brüttisellen-Dietlikon spielte in Winterthur 2:2. Bassersdorf hatte am Schluss einen Punkt Vorsprung auf Phönix .

Regensdorf 2: Tolle Rettung

Zufrieden mit der Spielzeit 2018/19 sind sicher auch die Drittligisten Bülach (Gruppe 4/Rang 2/45 Punkte), Embrach (4/3/41), Niederweningen (4/6/35), Bassersdorf II (4/7/32), Kloten (4/8/27), Rümlang (4/9/25), Glattbrugg (3/7/29), Aufsteiger Regensdorf 2 (3/9/22) sowie Rafzerfeld (5/7/28).

Die Erwartungen nicht erfüllt haben dagegen die Klotener Frauen, die als Absteiger aus der NLB in der Gruppe 1 der 1. Liga noch während der letzten Meisterschaftsrunde um den Klassenerhalt zittern mussten.

Ebenso wussten erst ganz am Schluss der Saison die Regensdorfer Männer in der Gruppe 1 der 2. Liga regional, in welcher Spielklasse sie in der nächsten Saison auf Punktejagd gehen werden. (mw)

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben