Eishockey

Als Kloten noch positiv überraschte

«Bruched kein Chübel, aber dä Ligaerhalt», so lautete die Forderung der EHC-Fans auf einem Transparent vor dem Heimspiel vom vergangenen Sonntag gegen Fribourg.

Klotens Fans bringen es vor dem Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron auf den Punkt: 51 Jahre nach dem ersten Titelgewinn ihres EHC zählt für sie nur noch eines, der Verbleib in der NL.

Klotens Fans bringen es vor dem Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron auf den Punkt: 51 Jahre nach dem ersten Titelgewinn ihres EHC zählt für sie nur noch eines, der Verbleib in der NL. Bild: Keystone

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Vom sechsten Meistertitel kann in Kloten derzeit keine Rede mehr sein. Dafür sei an dieser Stelle an den ersten Titelgewinn der Flughafenstädter erinnert. Vier Meistertitel hat der EHC Kloten in den goldenen 1990er-Jahren in Serie gewonnen (1993–1996). Das ist zwar auch schon lange her, aber noch einigermassen präsent. Damalige Helden wie Roman Wäger, Felix Hollenstein, Reto Pavoni, Anders Eldebrink und wie sie alle hiessen, kennen durchaus auch jüngere EHC-Fans. Den allerersten Schweizer-Meister-Titel aber gewann Kloten bereits 1967 – es war eine grosse Überraschung.

Im Jubi­läumsbuch «Die Überflieger» ist der Weg zum Triumph genau beschrieben. 1964 hatte die ZSC-Trainerlegende Otto Schläpfer das zwei Jahre zuvor in die NLA aufgestiegene Team übernommen. Kloten hielt sich unter ihm recht gut und war bis 1966 am Ende der Saison stets zwischen dem 4. und 7. Platz rangiert. Der EHC Kloten hatte damals einen Ruf als Kampfmannschaft und war auch bekannt für seine Festfreudigkeit. Das sollte sich mit dem Engagement des gestrengen tschechischen Hochschuldozenten Valdimir Kobera im Sommer 1966 jedoch stark ändern.

Vor Gericht statt auf dem Eis

Der erste ausländische Trainer des EHC intensivierte die Trainingsarbeit, und auch die Theorie genoss unter ihm einen grösseren Stellenwert. Klotens Gemeindepräsident Heinrich Benz hatte bei der Verpflichtung von Kobera seine Beziehungen zu der dama­ligen Tschechoslowakei spielen lassen. In der Qualifikation der ersten Saison unter dem neuen Trainer belegte Kloten allerdings nur den 5. Rang, sieben Punkte hinter dem Leader Genf-Servette. Doch in jenem Jahr wurde eine Finalrunde mit den sieben besten Teams eingeführt.

Trainer Valdimir Kobera war mit der Qualifikation nicht zufrieden und redete beim Weihnachtsraclette in der Waldhütte neben dem Stadion Klartext. Zum Auftakt der Finalrunde fehlten gegen den HC Davos die Stars Peter und Ueli Lüthi. Diese hatten an diesem Tag vor einem Gericht in Genf anzutreten. Der Grund: Sie waren nach einem früheren Spiel gegen Servette in einem Restaurant in eine Schlägerei verwickelt gewesen.

Meisterfeier im Regen

Kloten gewann auch dank den Junioren Urs Lott und Hanspeter Rufer sowie dem überragenden Routinier Walter «Tige» Wipf dennoch 8:3. Es folgten ein 10:5-Sieg über den Zürcher SC und Erfolge gegen Visp und Langnau. Dank einem 4:4 in La Chaux-de-Fonds sicherte sich Kloten dann völlig überraschend vorzeitig den Meistertitel. Auch weil Favorit Servette gegen den ZSC gleichzeitig einen Punkt verloren hatte. So konnte im bedeutungslos gewordenen Heimspiel gegen die Genfer der Titel im noch offenen Stadion ausgiebig gefeiert werden – bei strömendem Regen.

Danach gingen die Feiern im Restaurant Frohsinn weiter, als Meisterprämie erhielten die Spieler eine Omega-Uhr. Trainer Kobera blieb noch zwei Saisons in Kloten und wurde jeweils Dritter. Dann verabschiedete er sich in Richtung Heimat und wurde danach Coach in Polen. Und Kloten musste bis 1993 auf den nächsten Titel warten.

Erstellt: 18.01.2018, 22:59 Uhr

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