Besonnene Bülacher besiegen Basel

Die Jagd auf den 3. Platz in der Qualifikations-Endtabelle hat begonnen: In der 27. Runde der MSL setzen sich die Eisbären in der Hirslen gegen die ambitionierten Gäste 4:3 durch.

Bleibt auch in Tornähe und Tuchfühlung mit dem Gegner ruhig: Bülachs Remo Ottiger im Duell mit Basels Michael Maurer

Bleibt auch in Tornähe und Tuchfühlung mit dem Gegner ruhig: Bülachs Remo Ottiger im Duell mit Basels Michael Maurer Bild: Leo Wyden

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s war ein normaler Zweikampf auf der Höhe der blauen Linie. Trotzdem ging der Basler Marc Sahli danach ohne erkennbaren Grund auf den Bülacher Remo Ottiger los. Dieser reagierte – anstatt den Kampf zu erwidern – ganz abgeklärt und fuhr davon. Ottiger ersparte seinem Team damit eine Zwei-Minuten-Strafe und schenkte ihm ein Überzahlspiel. 34 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Die Eisbären führten 3:1.

Die Szene war nicht spielentscheidend, hatte aber symbolischen Charakter: Die Unterländer agierten in der heimischen Hirslen einfach einen Tick abgeklärter, disziplinierter und konzentrierter als ihr Gegner aus Basel. Sie kassierten während des ganzen Spiels keine einzige Zeitstrafe, scorten in drei Powerplays zweimal und nützten Fehler der Gäste eiskalt aus. Damit knüpften sie an die jüngsten Partien an, in denen die Bülacher auffallend wenige Strafen kassiert hatten. Einzig zu Beginn des zweiten Drittels, als sie den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 hinnehmen mussten, stieg die Spannung in der Hirslen. «Best Player» Marvin Alena erlöste das Heimpublikum aber nur 103 Sekunden später und doppelte in der 31. Minute sogar nach. Weil Nico Andersen in der 51. Minute ebenfalls noch traf, kamen die Bülacher zu einem über weite Strecken ungefährdeten Heimsieg.

Das hilfreiche Zwischentief

So zufriedenstellend die Resultate und der Tabellenplatz aktuell sind, so unbefriedigend waren sie im November. Damals mussten die Eisbären in sechs Spielen fünf Niederlagen einstecken. «Das hat an einer eher unbewussten Überheblichkeit gelegen», erklärte Bülachs Cheftrainer Ramon Schaufelberger. «Zuerst ist alles sehr lange gut gegangen, dann wurden wir zu verspielt und haben einige Niederlagen kassiert.» Retrospektiv sei es aber eine sehr gute Erfahrung gewesen. Auch «Best Player» Marvin Alena weiss um die positiven Auswirkungen des Zwischentiefs. «In dieser schlechten Phase hat sich unser Teamgeist enorm weiterentwickelt», ergänzte der 24-Jährige.

Jetzt, fünf Runden vor dem Ende der Qualifikationsrunde, haben die Eisbären die Baisse endgültig überwunden und sich in der enorm ausgeglichenen Liga mit den vielen engen, hart umkämpften Partien komfortable elf Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Playoff-Platz erarbeitet. Das Gesprächsthema der Mannschaft und des Staffs ist dementsprechend klar. «Wir spielen das letzte Qualifikationsspiel gegen den Leader Martigny und wollen bis dann, nicht wie im letzten Jahr, für die Playoffs qualifiziert sein», antwortete Ramon Schaufelberger nach dem Spiel auf die Frage nach der Bewertung des Gezeigten. Er fügte an: «Vor dem Match heute haben wir noch drei Siege benötigt, jetzt sind es nur noch zwei. Danach sind wir rechnerisch durch.» Auch Marvin Alena kommt um das Wort Playoff nicht mehr herum. «Da die letzten Spiele vor dem Playoff entscheidend sind, ist es natürlich ein schönes Gefühl, dass wir heute gewonnen haben», bilanzierte er.

Gute Chancen auf Platz 4

Wollen die Unterländer dann aber auch vom Heimrecht im ersten, dritten und möglicherweise entscheidenden fünften Spiel einer Playoff-Viertelfinalserie profitieren – was aufgrund der heutigen Tabelle ihr Ziel sein muss –, müssen sie mindestens ihren jetzigen 4. Platz halten. Einen grossen Schritt in diese Richtung können sie bereits morgen Samstag schaffen. Um 20 Uhr treten die Eisbären auswärts beim direkten Verfolger Chur an. Mit einem Sieg hätten sie dann mindestens fünf Punkte Vorsprung auf den ungeliebten 5. Platz. Coach Schaufelberger glaubt in jedem Fall an sein Team und sagt: «Wenn wir unser Potenzial mit Disziplin aufs Eis bringen, können wir jeden schlagen.»

Erstellt: 16.01.2020, 18:54 Uhr

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Bülach - Basel 4:3 (1:0, 2:1, 1:2)

Hirslen. – 244 Zuschauer. – SR Baumann, Remund/Bachelut. – Tore: 15. Ganz (Hartmann) 1:0. 21. (20:45) Himmelfarb (Seiler, Zwissler) 1:1. 23. M. Alena (Andersen) 2:1. 31. M. Alena (Figi, Ganz/Ausschluss Zwissler) 3:1. 47. Sahli (Seiler, Hermkes) 3:2. 51. Andersen (Devaja, Ottiger/Ausschluss Hermkes) 4:2. 60. (59:01) Vogt (Schir, Zwissler) 4:3. – Strafen: keine gegen Bülach, 4x2 gegen Basel. – Bülach: Locher; M. Alena, Molina; Steinauer, Halberstadt; Janett, Thomet; Jonski, Bucher; Epprecht, Barts, Devaja; Hartmann, Figi, Ganz; Andersen, Ottiger, Walder; Wetli, Steiner, N. Alena. – Basel: Haller; Maurer, Steinmann; Hermkes, Hunziker; Hagen, Büsser; Heughebaert, Schöni; Zwissler, Vogt, Schir; Hrabec, Himmelfarb, Seiler; Sahli, Lehner, Schnellmann; Rattaggi, Maurenbrecher. – Bemerkungen: Basel von 58:13 bis 59:01 und von 59:10 bis Spielende ohne Torhüter.

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