Kloten

Da, um Tore zu verhindern

Nicholas Steiner ist nach vier Jahren Biel nach Kloten zurückgekehrt. Mit dem EHC will er am Freitag zu Hause gegen Langenthal das Heimrecht für die Playoff-Viertelfinals definitiv machen.

Klotens Verteidiger Nicholas Steiner (rechts) im Duell mit dem Zuger Sven Senteler während des Cup-Viertelfinalspiels.

Klotens Verteidiger Nicholas Steiner (rechts) im Duell mit dem Zuger Sven Senteler während des Cup-Viertelfinalspiels. Bild: Keystone

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Nach dem 3:0-Erfolg Langenthals am Mittwochabend über Olten ist für den EHC Kloten die Rechnung eine – relativ – einfache. Kloten liegt mit drei Punkten Rückstand auf Olten (3.) und zwei Punkten Vorsprung auf Langenthal (5.) auf Rang 4: Mit einem Heimsieg (auch nach Verlängerung) sind die Klotener schon vor der letzten Runde am Sonntag sicher unter den ersten vier Teams. Ob die sechs Punkte, welche maximal noch möglich sind, reichen, um Olten oder La Chaux-de-Fonds noch zu überholen, ist eher unwahrscheinlich. Denn Olten dürfte gegen Winterthur und die EVZ Academy sechs Zähler holen, La Chaux-de-Fonds darf noch gegen die Ticino Rockets spielen.

Der Match gegen Langenthal entscheidet nicht nur über das mögliche Heimrecht, er ist auch ein Spiel gegen einen möglichen Viertelfinalgegner. Langenthal oder Visp ist wie wahrscheinlichste Variante.

Kloten kann heute wieder auf Lauri Tukonen zählen, er bildet zusammen mit Jack Combs eine Flügelzange, die von Patrick Obrist geführt wird. Dieses Trio soll in der Offensive Akzente setzen.

Nicholas Steiner ist eher für anderes zuständig. «Ich bin in erster Linie da, um Tore zu verhindern», sagt der 1,82 m grosse Verteidiger. Er steht für Arbeit, «das Solide fehlt uns noch», sagt er. Das soll aufs Playoff hin besser werden. Steiner, der im Sommer 28 Jahre alt wird, will weiter mit seinem Beispiel vorangehen. Entschlossen im Zweikampf, und die Scheibe aus der eigenen Zone arbeiten – das ist das, was auch er als seine Qualitäten einschätzt. Das Spiel mit der Scheibe gehört nicht zu Steiners ersten Vorzügen, «meine Stärke liegt im physischen Spiel». Zwei Tore und sechs Assists in bisher 39 Partien sprechen nicht gegen diese Einschätzung.

Mit Niederreiter an der WM

Steiner ist in Pfungen aufgewachsen, aber schon früh gehörte er zum EHC Kloten. Dort durchlief er alle Juniorenstufen – und er war auch in den Nachwuchs-Auswahlen dabei. 2011 zum Beispiel bei der U-20-Weltmeisterschaft in Buffalo. Grégory Hofmann, Romain Loeffel, Samuel Walser, Inti Pestoni oder Dominic Schlumpf waren Teil des Teams. Sie sind heute gestandene Spieler der National League. Und da waren auch noch Nino Niederreiter und Sven Bärtschi, die es in die NHL schafften. Die Schweiz beendete das Turnier mit einem Sieg nach Penaltyschiessen über Finnland (3:2). Den Viertelfinal gegen Kanada verlor sie 1:4. Obwohl Inti Pestoni früh das 1:0 schoss, «und wir gegen die Kanadier gut mithalten konnten», wie sich Steiner erinnert.

Dass er nicht zu der Gruppe jener gehört, die es in die NHL oder in einen Topverein der nationalen Liga schafften, könnte man seinen Verletzungen im jungen Alter zuschieben. In beiden Knien rissen die vorderen Kreuzbänder.

«Aber das waren einfach Rückschläge, das als Grund zu nennen, wäre nicht korrekt», sagt Steiner selber. «Es hat einfach nicht gereicht, es mangelte mir an Qualität. Die Sportart hat sich verändert, Eishockey ist sehr viel offensiver geworden.»

Und die Situation für einen jungen Verteidiger nicht einfach. Denn es gab ja in Kloten eine Zeit, als noch Geld vorhanden war. Steiner sah in jenen Jahren als junger Mann nicht gerade viel Eis. «Aber wenn du jung bist, musst du spielen.» Deshalb suchte er sein Glück ausserhalb Klotens.

Zweimal bei einem Absteiger

Er unterschrieb für 2013/14 in Langnau. Was er bei Vertragsabschluss nicht wusste: Die Tigers stiegen ab. 2018 erging es ihm mit seiner Zusage beim EHC gleich. Wieder hatte er, nach vier sehr guten Jahren in Biel, bei einem Absteiger unterzeichnet. «Da ich aber unbedingt nach Kloten zurückwollte, spielte das nicht so eine grosse Rolle.»

Er kam mit 299 NLA-Spielen (7 Tore/18 Assists) in die Swiss League – und hatte wie alle andern zuerst einmal Mühe, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. «Das war normal. Taktisch läuft in dieser Liga einiges anders als in der National League. Und noch immer wollen wir zu viel. Das ist auch mir anfangs zum Verhängnis geworden.»

Steiner bereitete sich abseits des Sports auf die Zeit nach seiner Karriere vor, er hat das KV absolviert und ist als Assistent Immobilienvermarktung ausgebildet.

Doch das muss noch einige Jahre warten. Jetzt geht es um anderes. «Wir müssen nur für den Sieg spielen, der nächste Match zählt.» Kloten kann so auftreten, das haben auch die Cup-Spiele gegen Biel und Zug gezeigt. Aber in der Swiss League hat man sich noch zu oft dem Gegner angepasst.

Erstellt: 14.02.2019, 20:16 Uhr

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