Das ist Del Curtos effizientester Mann

Ein ZSC-Spieler nützt seine Einsatzzeit in (fast) allen Situationen besonders effektiv. Ein exklusiver statistischer Einblick.

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Welcher Spieler ist der beste seiner Mannschaft? Wer holt das meiste aus seinen Einsätzen heraus? Um diese Fragen zu beantworten, wird in der Schweiz immer noch zu oft bloss auf die Skorerpunkte (Tore und Assists zusammengezählt) geachtet.

Diese erzählen aus diversen Gründen nicht die ganze Wahrheit. Zum Beispiel, weil die Einsatzzeit der Spielers nicht berücksichtigt wird – nicht alle stehen im Eishockey schliesslich gleich lange auf dem Spielfeld. Und auch die Rolle der Spieler wird nicht widerspiegelt in der Skorerliste. Akteure, die in den Special Teams häufiger in Unterzahl (Boxplay) statt Überzahl (Powerplay) eingesetzt werden, können nicht gleich bewertet werden wie die Offensivkräfte, die viel Powerplay-Eiszeit erhalten.

Eine Möglichkeit, um über eine längere Phase (hier zum Beispiel die bisherige Regular Season 2018/19 mit 41 Runden) die Effizienz der einzelnen Spieler darzustellen, ist darum, auch ihre Eiszeit zu berücksichtigen.

Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welcher ZSC-Spieler bislang am effizientesten seine Eiszeit nutzte. Es geht nicht um Skorerpunkte, sondern darum, wie häufig der Spieler bei Toren und Gegentoren auf dem Eis stand – relativ zu seiner Eiszeit.

Wer bei den ZSC Lions wie oft bei Plus- und Minustoren auf dem Eis stand, ist eine exklusiv von zuonline.ch geführte Statistik und nirgends öffentlich einzusehen.

Um die Rollen der ZSC-Spieler besser mit einzubeziehen, wird in die vier Kategorien «Plustore bei numerischem Gleichstand», «Gegentore bei numerischem Gleichstand», «Powerplay» und «Boxplay» unterteilt. Treffer ins leere Tor, wenn der Goalie jeweils durch einen Feldspieler ersetzt wurde, sind in allen Kategorien nicht berücksichtigt.

1. Plustore bei numerischem Gleichstand

Welche ZSC-Spieler benötigten bislang am wenigsten Eiszeit, um bei Plustoren der Mannschaft auf dem Eis zu stehen? Berücksichtigt sind alle Tore bei numerischem Gleichstand (5-gegen-5, 4-gegen-4, 3-gegen-3).

    Verteidiger:
  • 1. Kevin Klein 23:32
  • 2. Severin Blindenbacher 23:59
  • 3. Tim Berni 27:44
  • 4. Phil Baltisberger 31:01
  • 5. Patrick Geering 31:04
  • 6. Maxim Noreau 34:29
  • 7. Dave Sutter 43:35
  • 8. Roger Karrer 44:14
  • 9. Christian Marti 46:32

  • Stürmer:
  • 1. Pius Suter 20:14
  • 2. Denis Hollenstein 22:45
  • 3. Jérôme Bachofner 27:02
  • 4. Fredrik Pettersson 27:50
  • 5. Fabrice Herzog 28:21
  • 6. Simon Bodenmann 30:43
  • 7. Raphael Prassl 34:56
  • 8. Marco Miranda 34:58
  • 9. Chris Baltisberger 35:53
  • 10. Mattia Hinterkircher 44:33
  • 11. Reto Schäppi 59:59

(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 10:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit bei numerischem Gleichstand pro Spiel)

Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Pius Suter: Stand Suter bei numerischem Gleichstand auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 20:14 Minuten, bis der ZSC einen Treffer schoss. Je tiefer die Zahl, desto besser.

2. Gegentore bei numerischem Gleichstand

Welche ZSC-Spieler standen am längsten auf dem Eis, ohne dass die Mannschaft ein Gegentor kassierte? Berücksichtigt sind alle Tore bei numerischem Gleichstand (5-gegen-5, 4-gegen-4, 3-gegen-3).

    Verteidiger:
  • 1. Roger Karrer 88:28
  • 2. Patrick Geering 54:22
  • 3. Dave Sutter 38:45
  • 4. Kevin Klein 32:13
  • 5. Christian Marti 31:59
  • 6. Severin Blindenbacher 27:59
  • 7. Maxim Noreau 27:35
  • 8. Phil Baltisberger 26:35
  • 9. Tim Berni 17:57

  • Stürmer:
  • 1. Simon Bodenmann 61:27
  • 2. Mattia Hinterkircher 53:28
  • 3. Denis Hollenstein 43:45
  • 4. Raphael Prassl 34:56
  • 5. Chris Baltisberger 33:20
  • 6. Pius Suter 29:41
  • 7. Fabrice Herzog 28:21
  • 8. Reto Schäppi 27:59
  • 9. Fredrik Pettersson 26:06
  • 10. Marco Miranda 25:38
  • 11. Jérôme Bachofner 24:01

(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 10:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit bei numerischem Gleichstand pro Spiel)

Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Simon Bodenmann: Stand Bodenmann bei numerischem Gleichstand auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 61:27 Minuten, bis der ZSC einen Treffer kassierte. Je höher die Zahl, desto besser.

Auch zu beachten: Roger Karrers teaminterner klarer Bestwert (88:28 Minuten) kommt auch zustande, weil er im Verhältnis zu den anderen weniger häufig eingesetzt wird. Das soll seine Leistung aber nicht schmälern: Der 22-jährige Verteidiger gehörte in dieser Kategorie bereits letzte Saison zu den besten Zürchern.

3. Powerplay

Welche ZSC-Spieler benötigten am wenigsten Eiszeit, um bei Powerplay-Toren der Mannschaft auf dem Eis zu stehen? Berücksichtigt sind alle erzielten ZSC-Tore im Powerplay.

  • 1. Simon Bodenmann 6:43
  • 2. Maxim Noreau 6:57
  • 3. Kevin Klein 7:17
  • 4. Denis Hollenstein 7:40
  • 5. Chris Baltisberger 11:07
  • 6. Fredrik Pettersson 11:07
  • 7. Patrick Geering 12:02
  • 8. Pius Suter 13:14
  • 9. Jérôme Bachofner 16:00
  • 10. Severin Blindenbacher 17:27

(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 1:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit im Powerplay pro Spiel)

Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Simon Bodenmann: Stand Bodenmann im Powerplay auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 6:43 Minuten, bis die ZSC Lions einen Treffer schossen. Je tiefer die Zahl, desto besser.

Auch zu beachten: Noch effizienter nutzten im Powerplay Victor Backman (4:26), der oft verschmähte und bereits wegtransferierte Drew Shore (5:42), sowie Roman Wick (6:15) ihre Eiszeit im Powerplay. Allerdings wurden Backman und Shore in je bloss 16 sowie der lange Zeit verletzte Wick in bislang nur 11 Spielen eingesetzt und damit zu selten für einen fairen Vergleich mit den anderen Stammspielern.

4. Boxplay

Welche ZSC-Spieler standen im Unterzahl-Spiel (Boxplay) am längsten auf dem Eis, ohne dass die Mannschaft ein Gegentor kassierte? Berücksichtigt sind alle Gegentore des ZSC im Boxplay.

  • 1. Simon Bodenmann 15:11
  • 2. Kevin Klein 13:52
  • 3. Raphael Prassl 9:12
  • 4. Phil Baltisberger 9:10
  • 5. Pius Suter 7:22
  • 6. Christian Marti 7:14
  • 7. Chris Baltisberger 5:59
  • 8. Fabrice Herzog 5:45
  • 9. Reto Schäppi 5:32
  • 10. Dave Suter 5:12
  • 11. Patrick Geering 3:49

(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 1:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit im Boxplay pro Spiel)

Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Simon Bodenmann: Stand Bodenmann im ZSC-Boxplay auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 15:11 Minuten, bis die Lions einen Treffer kassierten. Je höher die Zahl, desto besser.

Auch zu beachten: Auch hier gab es bislang zwei seltener eingesetzte Spieler, die effizienter waren als Leader Bodenmann: Dominic Moore (bislang erst 8 Spiele) stand nur alle 15:46 Minuten im Boxplay bei einem Gegentor auf dem Eis, Victor Backman (16 Spiele) gar nur alle 16:20 Minuten.

Bodenmann, der Überflieger

Im Quervergleich zeigt sich Erstaunliches: Flügelstürmer Simon Bodenmann, der Neuzuzug aus Bern, der zu Saisonbeginn grosse Mühe hatte, sich ins ZSC-Spiel einzufügen, rangiert bei drei von vier Kategorien zuoberst, er ist darum bezüglich Eiszeit der effizienteste Spieler von Trainer Arno Del Curto.

Steht Bodenmann auf dem Eis, schiessen die Lions besonders viele Powerplay-Tore und kassieren sie bemerkenswert wenige Treffer – sowohl in Unterzahl als auch bei numerischem Gleichstand.

Nur in einer Kategorie ist Bodenmann Mittelmass: Bei den Plus-Treffern bei numerischem Gleichstand auf dem Eis. Berücksichtigt man indes den langsamen Saisonstart des 30-jährigen Flügelstürmers, ist er auch in jener Sparte fleissig am Aufholen. Bodenmanns Langsamstart in Zahlen: In 10 der ersten 11 ZSC-Partien der Saison stand Bodenmann bei keinem einzigen Plustor seiner Mannschaft bei numerischem Gleichstand auf dem Eis …

Erstellt: 12.02.2019, 14:01 Uhr

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