ZSC Lions

Einen Fehlstart gerade noch verhindert

Die ZSC Lions gewannen bei den SCL Tigers 4:3 nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer schoss Neuzugang Kevin Klein in der 64. Minute. Bis zur 39. Minute lag der ZSC 0:3 in Rückstand.

Lange in Rückstand, jubelten am Schluss doch die ZSC Lions mit Inti Pestoni.

Lange in Rückstand, jubelten am Schluss doch die ZSC Lions mit Inti Pestoni. Bild: Keystone

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1961 war der SC Langnau erstmals in der Vereinsgeschichte in die damalige Nationalliga A aufgestiegen. Beim ersten Heimspiel war der Zürcher SC der Gegner und kam mit der Referenz des amtierenden Schweizer Meisters ins Emmental. Aufsteiger Langnau hielt sich gegen Meister ZSC gut und verlor die Partie nur 4:6.Kurios: Damals begann die Meisterschaft erst im November und beinhaltete lediglich 14 Partien. Jene gegen den Zürcher SC fand an einem Sonntagnachmittag statt und obwohl das Stadion an der Ilfis ohne Dach war, strömten die Fans in Massen zum Spiel. Gestern empfingen die Langnauer im ersten Heimspiel einer Saison erneut das Team aus Oerlikon. Die Eishockeybegeisterung im Emmental ist auch 56 Jahre danach weiterhin da: 5519 Zuschauer kamen ins Stadion.

Weil Lukas Flüeler in der Vorbereitung leichte Rückenprobleme hatte, stand gestern Niklas Schlegel im ZSC-Tor. Severin Blindenbacher meldete sich krank ab, Mattia Hinterkircher fällt mit einer Handverletzung gar einige Wochen aus und Samuel Guerra war überzählig. Auch die Langnauer wiesen einige gewichtige Absenzen auf.

Langnauer Startoffensive

Trainer Heinz Ehlers und seine Langnauer gelten als Defensivspezialisten. Doch dies bestätigte sich im ersten Drittel keineswegs. Die Emmentaler überraschten die passiven ZSC Lions immer wieder. Bei einer Strafe gegen ZSC-Neuzugang Dave Sutter gelang Eero Elo nach einem herrlichen Pass von Ville Koistinen in der 5. Minute die 1:0-Führung. So stand es auch nach dem ersten Drittel und der ZSC war mit diesem knappen Rückstand gut bedient. Pascal Berger hatte schon in der ersten Minute für die SCL Tigers nur den Pfosten getroffen. Der Langnauer Captain fiel später im letzten Drittel verletzt aus.

Neue Linien und Wicks Auftritt

Da in dieser Saison die Pausen drei Minuten länger dauern, hatte ZSC-Trainer Hans Wallson genügend Zeit, das ungenügende erste Drittel zu analysieren. Er stellte um und brachte Robert Nilsson neu an der Seite von Fredrik Pettersson und Mattias Sjörgren. Viele Impulse brachte die Rochade nicht. Im Gegenteil: Die Langnauer hatten weiterhin viel mehr Biss und gewannen die Zweikämpfe. Der starke Elo erhöhte in der 29. Minute auf 2:0, sein finnischer Landsmann Antti Erkinjuntti in der 34. Minute gar auf 3:0. Doch dann hatte Roman Wick seinen grossen Auftritt. Das 1:3 erzielte er selber in Überzahl, beim 2:3 von Fabrice Herzog leistete er die Vorarbeit. So quasi aus heiterem Himmel waren die Stadtzürcher wieder im Spiel.

Dennoch schien Langnau im letzten Drittel den knappen Vorsprung über die Zeit retten zu können. Elo scheiterte in der 54. Minute mit einem Penalty an ZSC-Torhüter Schlegel. Doch dann gelang Nilsson in der 56. Minute doch noch der Ausgleich zum 3:3. Torhüter Schlegel rettete in der Verlängerung zweimal hervorragend, ehe Neuzugang Kevin Klein 98 Sekunden vor dem Ende den ZSC Lions mit seinem Treffer zum 4:3 den Zusatzpunkt rettete.

Steigerungspotenzial

So gewann das Team von Hans Wallson eine Partie, die eigentlich schon verloren schien. Vieles lief gestern beim ZSC noch nicht. Immerhin muss man dem Team attestieren, dass man einen 0:3-Rückstand noch in einen Sieg nach Verlängerung umwandeln konnte. Letztlich konnte man sich bei Torhüter Schlegel bedanken, der in der entscheidenden Schlussphase der grosse Rückhalt war. Bei den Neuzugängen besteht dagegen noch Steigerungspotenzial.

Der neue ZSC-Sportchef Sven Leuenberger freute sich zwar über die zwei gewonnenen Punkte. «Aber mit der Leistung war ich lange Zeit nicht zufrieden. Immerhin hat das Team dann noch Moral gezeigt», meinte Leuenberger. Der ZSC ist mit einem blauen Auge davongekommen. Heute Samstag beim ersten Saisonderby gegen den EHC Kloten im Hallenstadion ist aber eine Steigerung gefordert. Überzeugen konnten die ZSC Lions gestern keineswegs.

Erstellt: 08.09.2017, 23:14 Uhr

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