Kloten

Kloten lässt zu viele Chancen aus

Die Flughafenstädter verlieren ihr drittletztes Qualifikationsspiel in der Swiss League beim Tabellennachbarn La Chaux-de-Fonds nach einer 2:0-Führung noch 2:3 und bleiben somit auf Rang 4.

Thibaut Monnet (hier im Heimspiel gegen die EVZ Academy Ende Januar) brachte Kloten 2:0 in Führung. Monnet und seine Mitspieler hätten in La Chaux-de-Fonds allerdings mehr Tore erzielen können.

Thibaut Monnet (hier im Heimspiel gegen die EVZ Academy Ende Januar) brachte Kloten 2:0 in Führung. Monnet und seine Mitspieler hätten in La Chaux-de-Fonds allerdings mehr Tore erzielen können. Bild: Christian Merz

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Man könnte es ganz einfach erklären: Kloten blieb im Kühlschrank von La Chaux-de-Fonds zu wenig lang kühl. In den ersten 30 Minuten hatte es noch hervorragend geklappt. Zuerst fing René Back bei vier gegen vier Feldspieler die Scheibe im eigenen Drittel ab. Zusammen mit Jack Combs startete der Verteidiger einen Konter. Der US-Amerikaner schob den Puck nach einem Doppelpass mit Back ganz locker und eben kühl ins Tor zur 1:0-Führung. Und im zweiten Drittel, als die Schiedsrichter mit ihrer einseitigen Auslegung der Regeln bereits begonnen hatten, konnte Thibaut Monnet plötzlich allein auf den gegnerischen Goalie losfahren. Der Routinier bremste zuerst ab und überlegte kurz, ob es in Unterzahl nicht gescheiter wäre, sich auswechseln zu lassen. Doch dann entschied er sich zum Vorwärtslaufen, Verteidiger Ahlström war gegen den Center ebenso ohne Chance wie Goalie Wolf. Die Klotener führten nach 25 Minuten 2:0.

«Doch dann ist uns das passiert, was uns in solchen Situationen immer wieder aus der Bahn wirft», sah Verteidiger Nicholas Steiner. «Wir haben einen Gang heruntergeschaltet und unser System verlassen.» Die Neuenburger konnten innerhalb von drei Minuten ausgleichen. Zuerst war Steve Kellenberger zu wenig nahe bei Bonnet, später leitete mit Weber ein anderer Verteidiger in der Mittelzone unbedrängt mit einem Fehlpass den Angriff der Gegner ein – Coffmann schoss das 2:2.

Obrists Chance

Nach diesem Ausgleich hatte Kloten fast eher mehr vom Spiel. Und vor allem sehr gute Chancen. Goalie Joren van Pottelberghe, in der letzten Woche noch im Nationalteam, hielt bestechend sicher und gab so seinen Vorderleuten eine sehr gute Chance, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Die vielen Strafen gegen Kloten wurden beinahe zum Vorteil für die Zürcher. Thibaut Monnet hatte die Möglichkeit zu seinem zweiten Treffer in Unterzahl (50.), zusammen mit Romano Lemm lief er sechs Minuten später noch einmal einen Gegenstoss. Lemm schoss, Monnet verpasste den Abpraller – und praktisch im Gegenstoss fiel das 3:2 durch den ehemaligen Klotener Adam Hasani.

Zu spielen waren danach noch etwas mehr als drei Minuten. Kloten bekam eine späte Möglichkeit, doch noch im Powerplay auszugleichen, dieser Versuch aber geriet zu verspielt. Die besten Chancen hatte der EHC in der letzten Minute ohne Goalie. Sutter hätte schiessen können, passte aber – und weg war die erste Möglichkeit. Die letzte kam fünf Sekunden vor Ablauf der 60. Minute. Patrick Obrist hatte sie, sein Schuss prallte von Goalie Tim Wolfs Schoner ab. Es war keine grossartige Parade, sondern einfach ein Reflex. Obrist hatte Pech, Wolf Glück.

Es fehlt der zweite Ausländer

Der Österreicher spielte erst seinen 24. Match oder seinen 3. im Jahr 2019. Seine Rückkehr verlieh Kloten mehr Stabilität. Was ein weiteres Mal fehlte, war ein zweiter Ausländer. Lauri Tukonen ist noch nicht ganz gesund. Bis am 15. Februar haben die Clubs noch Zeit, ausländische Verstärkung zu holen. Ryan MacMurchys Rückkehr rechtzeitig aufs Playoff hin ist eher unwahrscheinlich. «Wir hatten so viele gute Chancen. Wenn man daraus nur zwei Tore macht, ist das ein bisschen gar wenig», fasste Trainer André Rötheli zusammen. Neben diesem Manko sah er aber einen durchaus ansprechenden Match seines Teams. Verbesserungsfähig ist nach wie vor die Konsequenz in der eigenen Zone. Das Tempo indessen war schon wieder einiges besser als im letzten Match vor der Pause.

Nach heute Abend und dem Ausgang der Partie Langenthal - Olten weiss man in Kloten mehr, wie es Richtung Playoff weitergehen kann. Platz 2 ist seit gestern kaum mehr möglich. Wenn Kloten so weiterspielt, müsste Rang 3 oder 4, das Minimum, erreicht werden. Wenn allerdings in jedem Match eine dermassen einseitige Regelauslegung wie gestern in La Chaux-de-Fonds angewandt wird, dürfte es schwieriger werden. Die Leistung der Schiedsrichter war ungenügend, weil schlicht nicht objektiv genug. Da darf man mehr erwarten.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 13.02.2019, 00:09 Uhr

Infobox

Match-Telegramm

La Chaux-de-Fonds - Kloten 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)
Les Mélèzes. – 2113 Zuschauer. – SR Mollard, Müller; Pitton/Wermeille. – Tore: 15. Combs (Back) 0:1. 25. Monnet (Ganz/Ausschluss Egli!) 0:2. 28. Bonnet (Miéville,Hofmann) 1:2. 31. Coffman (Hobi, Carbis) 2:2. 57. Hasani (Miéville/Ausschluss Kindschi) 3:2. – Strafen: 4x2 gegen La Chaux-de-Fonds, 6x2 gegen Kloten. – La Chaux-de-Fonds: Wolf; Zubler, Jaquet; Ahlström, Kühni; Lüthi, Stämpfli; Kiss, Hofmann; Cameron, Coffman, Hasani; Hobi, Tanner, Carbis; Grezet, Wetzel, Weder; Augsburger, Miéville, Bonnet. – Kloten: Van Pottelberghe; Kellenberger, Back; Ganz, Nicholas Steiner; Egli, Kindschi; Weber, Harlacher; Wetli, Sutter, Füglister; Marchon, Obrist, Combs; Knellwolf, Lemm, Lehmann; Brunner, Monnet, Krakauskas. – Bemerkungen: 58:57 Time-out Kloten, ab 59:10 ohne Goalie. Kloten ohne Tukonen, MacMurchy (verletzt); Seydoux, Bircher (überzählig); La Chaux-de-Fonds ohne Bays, Prysi, Wollgast (verletzt).

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