Bülach

Lehrstunde für junges Bülacher Team

In den MSL-Playoff-Viertelfinals verlieren die Unterländer gegen den Aufstiegsfavoriten Sierre auch ihr zweites Spiel der Best-of-5-Serie, diesmal zu Hause, mit 1:7.

Bülachs Torschütze Marc Müller (links) und sein Teamkollege Roman Bucher drehen nach dem sechsten Goal von Sierre 22 Sekunden vor der zweiten Drittelspause enttäuscht ab.

Bülachs Torschütze Marc Müller (links) und sein Teamkollege Roman Bucher drehen nach dem sechsten Goal von Sierre 22 Sekunden vor der zweiten Drittelspause enttäuscht ab. Bild: Christian Merz

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Nach der Schlusssirene am Dienstagabend waren sich die Bülacher Verantwortlichen, die Trainer Ramon Schaufelberger und Aurelio Lemm sowie TK-Chef Jämi Thomet, einig. Sierre habe absolut verdient mit 7:1 einen hohen Auswärtssieg feiern dürfen. Und die eigene Leitung sei schwach gewesen, befanden die drei. Cheftrainer Schaufelberger sah nach dem zweiten MSL-Playoffspiel seines Teams aber auch Positives: «Vielleicht lernen unsere jungen Spieler etwas vom tollen Auftritt von Sierre, das trotz viel Qualität nie überheblich wurde.» Der Coach steht in der MSL der zweitjüngsten Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21,5 Jahren vor. In der Vorbereitung für die nächste Saison könne die Bülacher Equipe vom kompakten Auftritt von Sierre beim Spiel hier im Unterland sicher etwas mitnehmen, zumal die Bülacher Spieler dann etwas älter und erfahrener sind, fügte Schaufelberger an.

Sierre wird in der Spielzeit 2019/20 mit grosser Wahrscheinlichkeit nur noch in den Köpfen der Bülacher präsent, aber kein Gegner mehr auf dem Eis sein. Der Schweizer Vize-Meister von 1973 wurde 2013 wegen Konkurs in die 3. Liga zwangsrelegiert. In der aktuellen Qualifikation trugen die Walliser bereits wieder Heimspiele vor über 2000 Zuschauern aus. Seit 2018 sind die Walliser Partnerteam des NLA-Clubs Servette. Und die Genfer sind darauf bedacht, so schnell wie möglich ein Farmteam in der Swiss League zu haben. Dafür hat sich Sierre, das als überlegener Qualifikationssieger in dieser Saison die MSL beherrscht hat, sich für die Playoffs nochmals mit drei ehemaligen Swiss-League-Akteuren verstärkt.

Gunst der Stunde verpasst

Zurück zum EHC Bülach: Die Unterländer wurden im zweiten Playoffspiel nicht von den Schiedsrichtern benachteiligt, wie es noch in der ersten Partie der Fall war. Erst in der 33. Minute musste der erste Bülacher die Strafbank aufsuchen. In Sierre, am vergangenen Samstag, kassierten die Unterländer bis zur elften Minute bereits vier Zweiminuten- und eine Zehnminutenstrafe. Und lagen nach 12 Minuten 0:4 zurück. Im zweiten Spiel aber stands zur ersten Drittelspause 1:2. Marc Müller auf Pass von Oliver Steiner konnte acht Sekunden vor der ersten Sirene den Anschlusstreffer erzielen. «Das Tor fiel für uns zu einem günstigen Zeitpunkt. Leider konnten wir daraus kein Kapital schlagen», meinte Assistenztrainer Lemm nach der Partie. Sierre liess sich durch den Gegentreffer indes nicht aus der Ruhe bringen und schoss fünf weitere Treffer zum finalen 7:1-Erfolg.

Für «Musik» in der Hirslen sorgte aber nicht nur die Gästemannschaft mit ihrem Power-Eishockey. Auf den Rängen spielte die Guggenmusik «LOS GUGGOS» aus Oberglatt fetzige Lieder. «Wir haben schon in der Swiss-Arena bei Kloten gespielt. Aber hier in Bülach machts ebenso Spass», meinte Posaunistin Natascha Weller.

Schaufelberger ist Favorit

Die Playoffserie dürfte für Bülach in der Best-of-five-Serie gelaufen sein. Übermorgen Samstag gehts zur zweiten Begegnung in Sierre. «Wenn wir mit Leidenschaft statt mit zu viel Respekt spielen, können wir gewinnen», hält Aurelio Lemm fest. Interessant ist aber auch die personelle Situation im EHC Bülach für die nächste Saison. «Es gibt eine Tendenz, wir sind auf gutem Weg, aber unterschrieben ist noch nichts», teilt Jämi Thomet mit. Ramon Schaufelberger, der momentan das MSL-Team und ebenfalls mit Erfolg die Elite-Junioren trainiert, meint diesbezüglich, dass er zurzeit mit zwei Teams in den Playoffs stehe und dass seine mögliche Zukunft im EHC Bülach momentan keine Priorität habe, sondern die Leistungen auf dem Eis. «Aber die Trainertätigkeit erfüllt mich», äussert der 32-Jährige vielsagend. Romano Lemm, der als Geschäftsführer von Pensionskassen im nächsten Jahr eine Weiterbildung absolvieren wird, kann aus zeitlichen Gründen die Headcoachfunktion bei den Elite-Junioren nicht übernehmen. Aber der Schweizer Meister von 2008 ist nicht abgeneigt, weiterhin im EHC Bülach zu bleiben.

Tendenz: Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Schaufelberger Ende Saison sein Amt bei den Junioren abgibt und weiter Cheftrainer des MSL-Teams bleiben wird.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.02.2019, 00:47 Uhr

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