Kloten

Praplan hofft auf zitterfreie Saison

Kloten verdankt seinen ansprechenden Saisonstart vor allem einem Spieler: Vincent Praplan. Der Stürmer war massgeblich an den Siegen gegen die ZSC Lions und Bern beteiligt.

Vincent Praplan trägt dank seiner vier Skorerpunkte in den ersten drei Partien der Saison den gelben Topskorer-Helm. Gemeinsam mit seinen Mitspielern vom EHC Kloten empfängt er heute Freitag in der Swiss-Arena das gut gestartete Lugano. Am Samstag folgt das Auswärtsspiel bei Genf-Servette - ob die Flughafenstädter erneut Grund zum Jubeln haben werden?

Vincent Praplan trägt dank seiner vier Skorerpunkte in den ersten drei Partien der Saison den gelben Topskorer-Helm. Gemeinsam mit seinen Mitspielern vom EHC Kloten empfängt er heute Freitag in der Swiss-Arena das gut gestartete Lugano. Am Samstag folgt das Auswärtsspiel bei Genf-Servette - ob die Flughafenstädter erneut Grund zum Jubeln haben werden?

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Die erste Klotener Sturmlinie mit Vincent Praplan, Tommi San­tala sowie Denis Hollenstein ist derzeit wohl etwas vom Besten, was man offensiv auf Schweizer Eis sehen kann. Und aus dieser Linie ragte Praplan bislang noch her­aus. Gegen die ZSC Lions war er mit zwei erzielten Toren und einem verwandelten Penalty der Matchwinner. Gegen Bern traf er schon wieder, total hat der 22-jährige Walliser nun schon vier Skorerpunkte (drei Tore, ein Assist) auf seinem Konto. Nur Roman Wick (ZSC) und Berns Mark Arcobello waren mit je fünf Punkten bislang noch erfolgreicher.

Begonnen hatte Praplan seine Karriere in der Patinoire Graben in Siders, er ist unmittelbar da­neben aufgewachsen. Bereits mit drei Jahren begann er, Eishockey zu spielen. Der HC Sierre hatte sich schon länger aus dem Spitzenhockey verabschiedet. Vincent Praplan war deshalb bald einmal klar geworden, dass er sich einen anderen Verein suchen musste, um eine Profikarriere anzu­peilen. Als Junior spielte er noch eine Saison für den benachbarten EHC Visp, dort waren die sportlichen Perspektiven besser. Zudem lernte Praplan Deutsch, bevor er im Alter von 15 Jahren den Wechsel nach Kloten wagte.

Ein Grund für die Vereinswahl dürfte gewesen sein, dass sein Stiefcousin Arnaud Jacque­ment einst den gleichen Weg vom Wallis ins Zürcher Unterland gegangen war. In Kloten lebte er zunächst bei einer Gastfamilie und absolvierte beruflich eine kaufmännische Lehre. Den Weg in die erste Mannschaft der damaligen Flyers schaffte der junge Stürmer jedoch erst auf dem Umweg via North Bay Battalion, einem Team aus der kanadischen Juniorenliga OHL. Dort habe er enorm profitiert, sagt Praplan im Rückblick.

Vertrag bis 2018

Auf die Saison 2013/14 kehrte Vincent Praplan nach Kloten zurück. Gleich zum Start sorgte er für Spektakel. In der Partie der Champions Hockey League gelang ihm in Schweden gegen den HV71 aus Jönköping ein Treffer, der weit über die Landesgrenzen für Furore sorgte. Nach einem Weltklasse-Solo schloss der ­jun­ge Klotener erfolgreich ab. Der Rest der Saison verlief dann aber weniger erfreulich. Wie das ganze Team kam er nicht auf Touren, in 46 Qualifikationspartien erzielte Praplan lediglich vier Treffer. Er spielte zunehmend in den hinteren Linien und erhielt wenig Eiszeit. Das sollte sich in der vergangenen Spielzeit ändern.

Für das Team war die Saison 2015/16 zwar eine Enttäuschung, doch Vincent Praplan avancierte zur grossen Entdeckung. Seine Fortschritte waren frappant, am Deutschland-Cup gab er bereits im November den Einstand in der Schweizer Nationalmannschaft. Die Verantwortlichen der damaligen Kloten Flyers verlängerten den Vertrag mit ihm bis ins Jahr 2018. In Kloten fühlt sich der Walliser sehr wohl, die Flughafenstadt sei seine Heimat geworden. Er spricht akzentfreies Zürich­deutsch, Praplan könnte auch in irgendeiner Gemeinde im Unterland aufgewachsen sein. Und er ist ein begehrter Interviewpartner der Journalisten.

Auch dank Praplan ist der EHC Kloten heuer besser als erwartet aus den Startlöchern gekommen. Auch wenn es am vergangenen Dienstag mit der 1:5-Schlappe beim Leader Lausanne einen empfindlichen Rückschlag gab. «Der Start in eine Qualifika­tion ist jeweils sehr wichtig. Auch wenn die Saison natürlich noch lange geht», sagt der Stürmer. Jetzt hofft er, endlich eine Saison ohne Zittern um die Playoff-Qualifikation zu erleben. Mit Erfolgen heute Freitag in der Swiss-Arena gegen Lugano und morgen bei Genf-Ser­vette könnte Kloten dem Ziel einen kleinen Schritt näherkommen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.09.2016, 23:38 Uhr

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