Und Kambundji fliegt wieder

Schweizer Meisterschaften scheinen sie zu beflügeln: In 11,00 über 100 m sprintet Mujinga Kambundji auf der Basler Schützenmatte in die Top Ten der Weltbestenliste. Die WM kann kommen.

Triumphiert auf der Basler Schützenmatte: Mujinga Kambundji (Mitte) gewinnt den Final über 100 Meter an der Schweizer Meisterschaft.

Triumphiert auf der Basler Schützenmatte: Mujinga Kambundji (Mitte) gewinnt den Final über 100 Meter an der Schweizer Meisterschaft. Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Dass es noch zu einer Standing Ovation kommen würde am späteren Abend in Basel, darauf hat zuvor wenig hingedeutet. Doch wie so oft, oder fast immer an Meisterschaften oder Titelkämpfen: Erst dann kommt Mujinga Kambundji richtig in Fahrt. Ein Jahr nach ihrem Fabelrekord in Zofingen, als sie in 10,95 erstmals unter der 11-Sekunden-Marke geblieben war, gelang ihr gestern auf der Schützenmatte ein ähnlich fantastisches Rennen: Bei 0,2 Meter Gegenwind siegte die Bernerin in 11,00 und distanzierte die Zweite um 35 Hundertstel.

Kambundji war fast die ganze Saison über eine Suchende gewesen, «ich hatte in diesem Sommer mehr Mühe, die einzelnen Puzzleteile zusammenzubringen», sagte sie nach dem Halbfinal (11,37). Am Citius-Meeting in Bern Anfang August war ihr dann nach einigen Trainings mit Jacques Cordey, ihrem Trainer in Bern, der wohl entscheidende Schritt vorwärts (11,15) gelungen – «ohne, dass ich genau wüsste, warum», sagte sie. Cordey verfolgte den Finallauf gestern von der Tribüne aus und wunderte sich. «Es war ihr bester Start des Abends, sie lancierte den Lauf am besten von allen und flog danach», analysierte er. Mit 11,00 ist sie die Nummer 10 der Welt – Weltklasse Zürich und die WM können kommen.

Sprunger Zweite – über 100 m

Wohl auch für Europameisterin Lea Sprunger. Sie war es, die nach wenig überzeugenden Starts über 400 m überraschte und Zweite wurde hinter Kambundji. Sie hat ihre gesundheitlichen Probleme überwunden, wirkte spritzig und verpasste ihre Bestzeit um nur eine Hundertstel.

Ganz anders Selina Büchel. Die 800-m-Läuferin hatte sich für die 400 m angemeldet – und gab wegen eines Zwickens im Oberschenkel forfait. Dennoch glaubte sie, bis Donnerstag und Weltklasse Zürich wieder fit zu sein.

Dass Basel eine Fussball- und momentan vielleicht auch eine Badminton-Stadt ist, bestätigte die längst nicht gefüllte Schützenmatte – trotz Heimstar Alex Wilson. Er hatte seine ganze Verwandtschaft aus Jamaika mitgebracht und demonstrierte, dass er zurück ist – zumindest von seinen verschiedenen Verletzungen.

Wilson getraut sich wieder

Erst litt er bei Athletissima in Lausanne an unerklärlichen Rippenschmerzen, dazu kamen später in Luzern Kniebeschwerden. «Ich bin zweimal am Limit gelaufen, und wenn du am Limit bist, passiert leicht etwas», sagte er und meinte damit seine Rekordsprints von La Chaux-de-Fonds Ende Juni. Damals hatte er über 200 m die 20-Sekunden-Marke durchbrochen und war in 19,98 in die erweiterte Weltspitze vorgedrungen, die 100 m sprintete er da in 10,08.

Seit zehn Tagen erst trainiere er wieder wie ein Sprinter, «und jetzt getraue ich mich auch wieder, voll zu belasten», sagte er. Die 10,26, die ihm den Meistertitel einbrachten, sind aber noch nicht das, was er will. Heute erhält er eine weitere Chance, über die doppelte Distanz.

Ähnlich ergeht es Hürdenläufer Kariem Hussein. In 50,30 gelang ihm ein Vorlauf, bei dem bis auf die Zielgerade vieles stimmte. Im Final will er sich heute auch auf dieser noch verbessern. Für die WM sind 49,30 gefordert.

Erstellt: 23.08.2019, 22:33 Uhr

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