Unihockey

7574 Klicks für das Premierenspiel

Das dritte NLA-Halbfinalspiel zwischen Dietlikon und Bern Burgdorf wurde auf der Homepage des Verbandes live übertragen – ein Novum im Schweizer Frauenunihockey, das kein Einzelfall bleiben soll.

Die Freude ist bei Dietlikon gross nach dem Einzug in den Superfinal.

Die Freude ist bei Dietlikon gross nach dem Einzug in den Superfinal. Bild: Urs Brunner

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Sechs Playoff-Spiele, sechs Siege, drei gegen Giffers, drei gegen die Wizards Bern Burgdorf. Dass Dietlikon auf schnellstem Weg ins Finale einzieht, ist nichts Neues. Seit der Einführung des Superfinals in der Saison 2014/15 haben die Glattalerinnen in den Playoffs nur eine einzige Partie verloren, den Superfinal ausgenommen.

Premierenreif war in der dritten und entscheidenden Halbfinalpartie gegen Bern Burgdorf am Samstagabend in der Klotener Ruebisbachhalle etwas anderes. Erstmals in der Geschichte des Schweizer Unihockeys wurde eine Frauenpartie live auf der Verbands-Homepage von Swiss Unihockey übertragen. Die fix installierten Kameras fingen neben dem Spielfeld zwar etwas ungünstig nur die untersten, schwach besetzten Zuschauerränge ein, was stimmungsmässig mehr an eine Volleyballnacht morgens um 4 Uhr als an eine wegweisende Playoff-Partie erinnerte, dafür entging ihren Blicken keines der zehn Tore und sie leisteten sich weder Wackler noch Aussetzer.

Tatsächlich lag die Zuschauerzahl übrigens mit 210 markant über dem diesjährigen Saisonschnitt (132) des UHC Dietlikon.Vizepräsident Antti Uimonen, der die Partie gemeinsam mit der ehemaligen Dietliker Spielerin und aktuellen U-19-Assistenztrainerin Christine Zimmermann kommentierte, meinte nach der ersten Livesendung: «Das hat richtig Spass gemacht.»

Der Stadionsspeaker der ZSC Lions, der auch für GC Unihockey ab und an als Kommentator wirkt, freut sich darauf, dass in der kommenden Saison die Auftritte des UHC Dietlikon vermehrt ungekürzt im Web zu sehen sein werden. Möglich macht es der Zusammenschluss mit den Kloten-Bülach Jets, deren Leute auch den ersten Livestream für den UHC Dietlikon in der Ruebisbachhalle produziert haben.

Männer machen es vor

In der höchsten Männerliga wurde die Liveübertragung nämlich bereits in der vergangenen Spielzeit obligatorisch eingeführt. Wieso nicht bei den Frauen? Die Medienverantwortliche von Swiss­unihockey, Petra Kropf, erklärt: «Die Frauenvereine stossen bereits jetzt an ihre Grenzen, wenn es darum geht, Helferinnen für die die NLA-Spiele aufzubieten. Darum soll ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht noch mehr Arbeit aufgebürdet werden.»

Ob und wann die höchste Frauenliga nachziehen muss, entscheidet die Konferenz der Nationalliga-Präsidenten. Kropf betont aber, dass es durchaus wünschenswert sei, wenn mehr Frauenclubs dem Beispiel Dietlikons freiwillig folgen würden. Uimonen sieht die Sache etwas anders. «An freiwilligen Helfern fehlt es doch überall», lautet sein Einwand. «Ein Minimalprogramm können auch die Frauenteams auf die Beine stellen, denn filmen müssen wir die Spiele ja sowieso für die Videoanalyse.»

Dietlikon hat als Verein im vergangenen Jahr rund 1500 Franken in Filmmaterial investiert und ­damit einen Livestream auf Facebook angeboten, der durchschnittlich rund 1000 Leute erreichte – also rund zehnmal mehr, als gleichzeitig Zuschauer vor Ort waren. Darum ist Uimonen überzeugt: «Obligatorische Streams würde die Reichweite des Frauenunihockeys deutlich verbessern.»

Die Zahlen des Verbandes von der Halbfinalpartie gegen Bern Burgdorf unterstützen seine Aussage: Die Partie hatte im Netz 495 Zuschauer und verbuchte zusätzlich 7079 Live-Klicks. Das entspricht dem durchschnittlichen Wert eines NLA-Männerspiels der Kloten-Bülach Jets, wobei die Flughafenstädter den klar tiefsten Schnitt der Liga aufweisen.

Der beste Sendeplatz

Am Superfinaltag übrigens haben die hauseigenen Kameraleute der teilnehmenden Klubs Ruhetag. Neben dem Männerfinal wird auch das Endspiel der Frauen zwischen Dietlikon und Chur live übertragen – und zwar im Schweizer Fernsehen: Sonntag, 22. April, 12.00, SRF 2.

Erstellt: 10.04.2018, 08:05 Uhr

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