Volleyball

Alle stehen auf

Züri Unterlands Männer stehen nach einer grandiosen Leistung im Cup-Halbfinal. Der Aussenseiter aus der NLB besiegt das A-klassige Jona 3:1.

Wenn die Klotener Ruebisbachhalle zum Tollhaus wird: Züri Unterlands Jubel nach dem verwandelten Matchball gegen Jona.

Wenn die Klotener Ruebisbachhalle zum Tollhaus wird: Züri Unterlands Jubel nach dem verwandelten Matchball gegen Jona. Bild: Dominic Staub

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Knapp zwei Stunden nach Spielbeginn durfte Züri Unterland gegen das NLA-Team Jona überraschend zum Sieg servieren. Zu diesem Zeitpunkt sass auf der gut gefüllten Tribüne in der Sporthalle Ruebisbach niemand mehr auf seinem Sitzplatz. Und dann bejubelten die 300 Zuschauerinnen und Zuschauer bereits nach dem ersten von nicht weniger als zehn möglichen Matchbällen den Halbfinaleinzug ihrer Mannschaft und feierten sie mit einer stehenden Ovation.

Der 1,90 Meter grosse Michael Brander beschrieb die Stimmung kurz nach Spielschluss mit grossen Worten: «Einfach sensationell. Vor einer so tollen Kulisse auf diese Weise zu gewinnen, macht unglaublich Spass.» Nach dem unglücklich verlorenen Startsatz sah es nicht zwingend nach einem Sieg des Unterklassigen aus. Doch auch in dieser heiklen Phase glaubte der starke Angriffsspieler Brander an seine Mannschaft, die am Samstagabend in der NLB-Finalrunde in Lutry-Lavaux gespielt und überzeugend mit 3:0 nach Sätzen gewonnen hatte: «Nach dieser gelungenen Hauptprobe haben wir um unsere Spielstärke gewusst und uns durch den unnötigen Satzrückstand nicht verunsichern lassen.»

Weltmeister neutralisiert

Der zweite Durchgang in diesem Cup-Viertelfinal war an Spannung kaum zu überbieten. Spiel und Resultat wogten hin und her. Am Ende des Satzes behielten die Unterländer aber mit 25:23 die Oberhand. Im dritten und vierten Satz dominierten die Gastgeber den Favoriten vom rechten Zürichseeufer richtiggehend. Die Oberklassigen fanden kein probates Mittel mehr gegen die aufsässige Equipe von Trainer Lucian Jachowicz. Die Gastgeber nützten ihre Chancen kaltblütig aus und setzten sich am Ende mit 3:1-Sätzen klar durch. Auch der brasilianische Profispieler Michael Pinto dos Santos konnte die Unterländer nicht mehr stoppen. Ab dem dritten Satz wurde der ehemalige Juniorenweltmeister sogar komplett neutralisiert.

Der überragende Passeur Fabian Perler meinte nach Ende der Partie strahlend: «Wir haben gegen Jona die bisher beste Saisonleistung abgeliefert. Die Taktik unseres Coachs passte perfekt.» Als Hauptgrund für den Sieg gegen die eigentlich athletischeren Gegner nannte der 32-Jährige die Erfahrung: «Wir waren in den entscheidenden Punkten cleverer. Ausserdem haben wir für NLB-Verhältnisse grossartige Spieler in unserem Team.» Auf Ende Saison wird der zweifache Schweizer Meister und einmalige Cupsieger mit Amriswil seine Karriere definitiv beenden. Erst aber folgt bald noch ein weiterer Höhepunkt in seiner Karriere: der Cup-Halbfinal.

Im Halbfinal gegen Uni Bern

Für Fabian Perlers Trainer Lucian Jachowicz war Jona mit seinem druckvollen und temporeichen Spiel ein schwieriger Gegner. «Doch nach dem holprigen Start verbesserten wir uns und fanden Lösungen gegen die Angriffe der Oberklassigen», sagt er zufrieden. «Während des Spiels steigerten wir unseren Service, und auch technisch waren wir dem Gegner zunehmend überlegen.» Der 31-Jährige bezeichnete den Gewinn des engen zweiten Satzes als Schlüssel zum Erfolg. Zum weiteren Cupverlauf äussert sich der erfolgreiche Coach zurückhaltender: «Wir hoffen auf Losglück. Denn jetzt wollen wir es natürlich auch in den Final schaffen.»

Der Wunsch des Coachs ging gestern Montag in Erfüllung. Die Unterländer dürfen am Sonntag, 24. Februar, gegen Uni Bern um das Finalticket kämpfen und damit gegen den zumindest auf dem Papier schwächsten Gegner, der noch im Wettbewerb ist. Die Berner besetzen in der NLA aktuell den vorletzten Tabellenplatz ­– und haben ganze fünf Punkte mehr geholt als das eben erst eliminierte Jona.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.02.2019, 18:27 Uhr

Züri Unterland ist jetzt erster Verfolger

Am Tag vor dem Coup im Cup verlief auch der Auftakt zur NLB-Finalrunde ganz im Sinne von Züri Unterlands Männerteam. Die Unterländer, die nach Abschluss der Qualifikation der Gruppe Ost Rang 2 belegten, bezwangen mit Lutry-Lavaux den Qualifikationsdritten der Gruppe West auswärts 3:0. Mit diesem Sieg befinden sie sich auf dem 3. Platz der Playoff-Runde und sind nun mit einem Punkt Rückstand alleiniger erster Verfolger der beiden Spitzenteams Traktor Basel und Volero Zürich. (dsv)

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