Höri

Ein Schimmel soll Chantal Zollet Glück bringen

Am zweiten und letzten Sommerrenntag auf der Pferderennbahn in Dielsdorf will die quirlige Trainerin aus Höri mit noch einem Sieg von Baraka de Thaix ihre überraschende Führung im Hindernismetier weiter ausbauen.

Die Höremer Trainerin Chantal Zollet im Stall mit dem Schimmelwallach Baraka de Thaix.

Die Höremer Trainerin Chantal Zollet im Stall mit dem Schimmelwallach Baraka de Thaix. Bild: Werner Bucher

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Ihre strahlend blauen Augen leuchten noch mehr, wenn Chantal Zollet im Stall den Kopf von Baraka de Thaix streichelt und betont: «Er ist ein so feiner Kerl. Kraftvoll, brav und ein Traum zum Reiten.» Der achtjährige Schimmelwallach ist eines von sechs Pferden, welche die 41-jährige Trainerin aus Höri auf der Rennbahn in Dielsdorf betreut. Nach dem Sieg auf seiner Heimbahn im Frühjahrsjagdrennen geht der Schimmel mit Rafi Lingg im Sattel morgen Samstag am selben Ort als Lokalmatador und Favorit ins Jagdrennen über 4200 Meter.

«Seit 15 Jahren trainiere ich Rennpferde und hatte noch nie eine so gute Saison.» Chantal Zollet, Reittrainerin aus Höri

In der laufenden Saison hat «Schante», wie Zollet genannt wird, bereits sechs Hindernissieger gesattelt. Dazu kommen noch drei Erfolge in Flachrennen, zuletzt am Montag mit dem glücklichen Sieg der vierjährigen Schimmelstute Rajang Street in Avenches. Zollet kommentiert erfreut: «Seit 15 Jahren trainiere ich Rennpferde und hatte noch nie eine so gute Saison.»

Das Geheimnis ihres Erfolgs

Auf die Frage nach ihrem Erfolgsgeheimnis antwortet Chantal Zollet: «Meine Pferde verbringen jeden Tag mehrere Stunden auf der Weide. Einmal in der Woche gibts Bergtrab nach Regensberg hinauf. Diese Abwechslung zum täglichen Training auf der Rennbahn ist gut für die Gesundheit und die Moral der Pferde.» Bis zu ihrem Wechsel ins Trainermetier vor rund zwei Jahren galt sie mit fast 100 Siegen nicht nur als überaus erfolgreiche, sonder auch als eine der mutigsten und vielseitigsten Hindernisreiterinnen. Auch heute spürt sie genau, wie leistungsbereit und in Form ihre Schützlinge sind. Bescheiden räumt sie ein: «Aus Frankreich habe ich von den Besitzern gut ausgebildete Pferde ins Training bekommen, und nun liegt es an mir, ihre Form zu erhalten.» Dies erfordert vom 158 Zentimeter grossen Energiebündel einen enormen Aufwand. Denn neben ihrer Tätigkeit als Rennpferdetrainerin ist sie in Vollzeit als Disponentin für 60 Fahrleitungsmonteure tätig. Sie selbst kann daher lediglich frühmorgens ab 5 Uhr sowie abends im Stall arbeiten. Tagsüber kann sie sich auf ihre Stallhelfer verlassen.

Vor dem Jagdrennen von morgen Samstag äussert sich Zollet zuversichtlich: «Ein Platz unter den ersten drei liegt drin, wenn alles gut läuft.» Als stärkste Gegner von Barak de Thaix gehen die Stallnachbarn Et Quoi und Eclair, beide trainiert von Andreas Schärer aus Niederhasli an den Start.

Stuten krönen ihre Königin

Im Rennen der dreijährigen Stuten zählt High Hope aus dem Trainingsquartier der Steinmaurerin Karin Suter zu den heissen Anwärterinnen für den prestigeträchtigen Titel der Stutenkönigin. Sie hat bereits zwei Rennen gewonnen und wird von Dennis Schiergen geritten, der in der laufenden Saison bereits zwölf Siege gebucht hat. Mit einem Sieg präsentierte Pacamara mit Clément Lheureux, Dielsdorf, unlängst in Avenches ihre gute Form. Sie zeigte, dass sie über eine längere Distanz auch ältere Gegner bezwingen kann. «Das war ihr Ticket für das Stuten-Derby», betont Trainer Andreas Schärer.

Mit Flying Officer hat er eine erste Chance, das Rennen der Zweijährigen zu gewinnen. Der Hengst hatte zuletzt in Avenches die Nase vorn. Im Silberblauen Band von Zürich tritt die Galopper-Elite über die Steherdistanz von 3000 Meter an. Mit dem fünfjährigen Schimmel Malkoboy bekommt Karin Suters Stute Sweet Soul Music einen starken Gegner. Vardak, im Training bei Flurina Wullschleger aus Dielsdorf, lief zuletzt dreimal auf die Podestplätze, während Andreas Schärers Le Colonel, der Sieger von 2017, noch nicht voll auf Touren gekommen ist.

Am traditionellen Kid’s Day zugunsten der Stiftung Theodora mit zahlreichen Attraktionen für Kinder und After Race Musik, werden am Samstag ab 12.30 Uhr insgesamt sieben Galopprennen sowie eine Prüfung für Nachwuchsreiter und drei Ponyrennen ausgetragen. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist der Eintritt frei.

Erstellt: 15.08.2019, 18:43 Uhr

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ZU-Wett-Tipps

1. Flachrennen, 1100 m. Favoriten: Flying Officier, geritten von Clément Lheureux, Dielsdorf, im Training bei Andreas Schärer, Niederhasli; Nay Fay. – Aussenseiter: In the Field. – 2. Flachrennen, 2300 m. Favoriten: Rashida (Lheureux/Schärer); Lordino. – Aussenseiter: Ruby Beauty, geritten von Astrid Wullschleger, Dielsdorf, trainiert von ihrer Schwester Flurina: Trainer Pepi Stadelmann, Niederglatt, bringt Prado und Ganador an der Start. – 3. Stutenderby: Flachrennen, 2300 m. Favoriten: High Hope, im Training bei Karin Suter, Steinmaur; Pacamara (Lheureux/Schärer). – Aussenseiter: Look alike. – 4. Flachrennen, 1600 m. Favoriten: Take a Guess; Notte A Roma. – Aussenseiter: Filou. – 5. Flachrennen, 3000 m. Favoriten: Malkoboy. Sweet Soul Music (K.Suter). – Aussenseiter: Vardak (F. Wullschleger); Le Colonel (Lheureux/Schärer). – 6. Flachrennen. 1800 m: Sorina (A.+ F. Wullschleger); Sambesi im Besitz und trainiert von Monika Stadelmann, Oberglatt; Espresso (K. Suter) läuft für Sonja Furrer aus Dielsdorf. – Aussenseiter: Jeföhl, die wie Muddy Waters mit Karin Zwahlen aus Niederhasli von Trainer A. Schärer betreut wird. Die Dielsdorferin Cheryl Schoch reitet Light Event, ihr Partner Clément Lheureux Journey Flash. – 7. Jagdrennen, 4300 m. Favoriten: Baraka de Thaix, im Training bei Chantal Zollet, Höri; Et Quoi und Eclair (A. Schärer); Isabelle Chrenka-Klein, Oberweningen, begleitet Tiger de Baune zu seinem ersten Start in der Schweiz.

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