Oberglatt

«Im Jagdrennen über Hindernisse zu fliegen, ist Adrenalin pur»

Andreas Schärer aus Oberglatt hat als Jockey und Trainer den Grossen Preis der Stadt Zürich gewonnen. Nun fiebert er der 100. Auflage des ältesten und traditionsreichsten Jagdrennens der Schweiz vom kommenden Sonntag in Dielsdorf entgegen.

Teamwork: Der Halbblüter Vicomte Alco und sein Trainer Andreas Schärer inspizieren den schwierigsten Sprung mit einer 1,7 m hohen Hecke auf der Hindernisbahn in Dielsdorf. Am kommenden Sonntag will das Duo seinen Vorjahressieg am GP der Stadt Zürich wiederholen.

Teamwork: Der Halbblüter Vicomte Alco und sein Trainer Andreas Schärer inspizieren den schwierigsten Sprung mit einer 1,7 m hohen Hecke auf der Hindernisbahn in Dielsdorf. Am kommenden Sonntag will das Duo seinen Vorjahressieg am GP der Stadt Zürich wiederholen. Bild: Werner Bucher

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Mit rund 40 Siegen in Jagd-, Hürden- und Crossprüfungen zählte Andreas Schärer zu den erfolgreichsten Schweizer Hindernisreitern. 2008 gewann er mit Hedro überlegen den GP der Stadt Zürich. Als Trainer stellte er im vergangenen Jahr mit Vicomte Alco den Sieger im rund 4300 Meter langen Jagdrennen, das über 15 Hindernisse im Innenraum der Rennbahn führt. Der 34-Jährige ist Kenner und Könner im Pferderennsport.

Was macht die Faszination des Hindernissportes aus?
Andreas Schärer: Es ist Adrenalin pur. Die lange Strecke mit den vielen Sprüngen musst du genau im Kopf haben, um an der richtigen Stelle abzuspringen oder das Tempo zu verschärfen. Es ist einfach genial, mit dem dafür ausgebildeten Pferd über die Sprünge zu fliegen. 12 bis 14 Meter weit springen wir durch die Luft!

Die Jagdbahn von Dielsdorf …
… hat ihren eigenen Charakter und zählt mit den Diagonalen zu den schnellen und anspruchsvollen Hinderniskursen in der Schweiz. Die Sprünge sind schwer, aber fair. Die Jagdbahn liegt direkt vor unserer Stalltüre und die Pferde können regelmässig dar­auf trainieren. Die Pferde sind mit den Sprüngen in Dielsdorf vertraut und springen sicherer.

Welches ist das schwierigste Hindernis?
Eindeutig der dritte Sprung. Die Double Barre (1,7 m hoch und 2,5 m breit, Red.) liegt in einer leichten Senke und wirkt beim Anreiten bescheiden. Je näher man kommt, desto grösser wird der Heckensprung und es rumpelt oft, weil Pferd und Reiter das Hindernis unterschätzen. Zudem sind die Pferde auch nach knapp 1000 Metern noch nicht auf voller Betriebstemperatur und nach der hektischen Startphase noch etwas nervig, wie die Jockeys auch.

Sind Jagdrennen nicht Tierquälerei?
Keinesfalls! Den Vollblütern liegt das Rennen in den Genen und sie sind seit Jahrhunderten dafür gezüchtet. Dabei wird der Herden- und Fluchttrieb genutzt. Für die Hindernisrennen werden die Pferde speziell ausgebildet. Dabei spürt man rasch, ob das Tier dazu leistungsbereit ist und über Talent verfügt. Sportunfälle sind bei Mensch und Tier leider nicht vollständig zu verhindern.

Was bedeutet der GP der Stadt Zürich für Sie?
Es ist eine besondere Auszeichnung, wenn man in diesem prestigeträchtigen Jagdrennen starten kann. Es ist das älteste und traditionsreichste Hindernisrennen der Schweiz. Seine Sieger gehen seit 1872 in die Rennsportgeschichte ein. Vor sieben Jahren konnte ich mit Hedro als Jockey den GP gewinnen. Im letzten Jahr feierte ich als Trainer im 99. GP der Stadt Zürich den Sieg von Vicomte Alco, den mir Herr Kräuliger anvertraut hat. Ich hoffe, dass ich den Erfolg mit dem sprunggewaltigen Halbblüter im Jubiläums-GP der Stadt Zürich am kommenden Sonntag in Dielsdorf wiederholen kann. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 29.04.2015, 08:33 Uhr

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