Regensdorf

Jonas Raess und die Leichtigkeit im Morast

Das Aushängeschild des organisierenden LC Regensdorf prägte das 5. Wisacher Cross, gleichzeitig Qualifikationslauf für die Cross-EM bei den Männern.

Der spätere Sieger Jonas Raess (170) vom LC Regensdorf am Start inmitten seiner Konkurrenten.

Der spätere Sieger Jonas Raess (170) vom LC Regensdorf am Start inmitten seiner Konkurrenten. Bild: Leo Wyden

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Auch bei den Frauen gabs überragende Leistungen – mit Akzenten der Einheimischen. Fasziniert und zum Anfeuern motiviert verfolgte Peter Camenzind die Hauptrennen des ersten nationalen Cross-Laufs der Saison. Und der unverwüstliche 68-jährige Langstreckenläufer – er gewann acht Tage zuvor den New York Marathon bei den M65 in 3:10:28 Stunden – richtete seinen Blick besonders auf Jonas Raess.

«Ich musste nicht ans Limit gehen, sodass noch einiges im Tank zurückblieb.»LC-Regensdorf-Aushängeschild Jonas Raess nach dem 5. Wisacher Cross, das er zum vierten Mal gewann.

Die Herkunft der beiden ist mit Langnau am Albis dieselbe. Zudem erinnert sich Camenzind daran, wie die Eltern des talentierten Nachwuchsläufers ihn vor 14 Jahren fragten, ob er sich ihren Sohn einmal «anschauen» könne. Sie vereinbarten damals ein Training. Bei Schnee und misslichen Bedingungen wars, und Klein Jonas nickte zu jedem Vorschlag seines Mentors und gab sich nimmermüde. Am Schluss war er stehend k.o.

Sclabas und Egger. . .

Nun kennt sich Jonas Raess besser. Beim vierten Sieg am Wisacher Cross zeigte der 25-jährige Universiade-Sieger über 5000 m seine Qualitäten eindrücklich. Raess gewann nach den 8,08 km mit einem Vorsprung von 38 Sekunden auf den zweitplatzierten Christoph Graf. «Es lief mir sehr gut», sagte der Jurist, der nun voll aufs Laufen setzt und sich die Olympiaqualifikation zum Ziel gesetzt hat. Zwar verwies er darauf, dass der Boden «etwas tiefer und kräfteraubender» war als erwartet. Dennoch erreichte das Aushängeschild des LC Regensdorf die gesuchte Konstanz: Kilometer- und Rundenzeiten zwischen 3 und 3:05 Minuten lief er. Und zufrieden fügte er an: «Ich musste nicht ans Limit gehen, sodass noch einiges im Tank zurückblieb.» Für Raess bildet die Cross-Europameisterschaft von Mitte Dezember in Lissabon das grosse Ziel. Im Gegensatz zu den Männern gaben die Nachwuchs-Athletinnen den Takt vor. Sie liefen vier statt sechs Runden, 4 km statt 6. Und sie wiesen angeführt von der letztjährigen U-20-Cross-EM-Zweiten und 1500-m-Europameisterin dieses Sommers, Delia Sclabas, deutlich höhere Qualität auf. Die eben 19 Jahre alt gewordene Sclabas führte das Rennen ab dem ersten Meter an.

. . . sowie Gassmann und Fehler

Als Einzige folgte ihr die zwei Jahre jüngere Livia Wespe – bis zur Rennhälfte mindestens. «Ich staunte, dass Livia an meinen Fersen klebte. Irritieren liess ich mich aber nicht und lief in meinem Tempo weiter» sagte Sclabas. Im Hauptrennen siegte die letztjährige U-23-EM-Vierte Chiara Scherrer dank den grössten Reserven auf der Schlussrunde. Um 25 respektive 30 Sekunden verpassten die beiden LCR-Mittelstreckenläuferinnen Ravenna Gassmann und Selina Fehler den 3. Platz von Rea Iseli. Die viertplatzierte Gassmann sagte: «Es lief den Umständen entsprechend.» Starke Schmerzen am Knöchel und in der untersten Wadenmuskulatur behinderten sie zusehends. Und die U-23-EM-Finalistin Fehler atmete auf: «Es ging darum, das Vertrauen aufzubauen, und das glückte.» Vor drei Jahren war sie in ihrem ersten Cross-Rennen kollabiert. Und ihr Zusatzerfolg: der Sieg bei den U-23. Zu einer möglichen EM-Qualifikation sagt sie: «Das ist ein Wunsch, aber kein Ziel.» Mit den Kantonalmeisterschaften beim Nachwuchs waren die Rennen gestern Vormittag eingeläutet worden.

Erstellt: 10.11.2019, 23:21 Uhr

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