Rafz

Nico Hegmann kämpft sich an die Spitze zurück

Der Athlet des Impuls-Triathlon-Clubs Bülach hat in Nyon nach 2016 seinen zweiten Schweizer-Meister-Titel gewonnen – diesmal bei den unter 18-Jährigen.

Nico Hegmann läuft in Nyon alleine voraus, zum ungefährdeten Titelgewinn.

Nico Hegmann läuft in Nyon alleine voraus, zum ungefährdeten Titelgewinn. Bild: PD

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Im Meisterschaftsrennen von Nyon erlebte Nico Hegmann, dass sein Selbstvertrauen zurückgekehrt ist. Auf dem Veloabschnitt pedalte der 17-Jährige in der Spitzengruppe. «Das wird ein Supertag, jetzt kämpfe ich für den Sieg», sagte er sich da schon, wie er im Nachhinein schilderte. Die Gedanken eilten der Realität voraus, denn auf dem Laufabschnitt übernahm er tatsächlich die Führung – und setzte sich schnell von seinen Widersachern ab. «Am Schluss konnte ich das Rennen geniessen, ich musste nicht die Reserven aus mir herauskitzeln», sagte er.

Der Meistertitel ist ein Grund zur Freude für Nico Hegmann. Der andere geht tiefer. Nachdem der Rafzer vor drei Jahren die Goldmedaille bei den unter 16-Jährigen (U-16) erobert hatte, musste er zwei schwierige Jahre durchleben. 2017 starb seine Mutter – sie, die ihn immer ins Training gefahren hatte, an den Wettkämpfen stets dabei gewesen war, ihm Freiraum geschaffen hatte für seinen Sport. «Von einem Tag auf den anderen war sie nicht mehr da», erzählte er, «da war Sporttreiben, wie ich es gewohnt, war nicht mehr möglich.» Er sei in ein Loch gefallen, fügte Hegmann an. Ein Jahr setzte er aus. Und kehrte zurück. Das Glück stand ihm vorerst zuerst jedoch nicht zur Seite. Am Qualifikationswettkampf für die Youth Olympic Games im spanischen Banyoles stürzte er. Die Folge: Der linke Arm war gebrochen, der rechte verstaucht und die Saison vorüber. Doch für ihn war klar: «Ich kämpfe mich zurück, nicht zuletzt für meine Mutter, die immer das Beste für mich wollte.» Dieser zweite Schweizer-Meister-Titel hat selbstredend einen hohen Stellenwert für Hegmann. Mehr als eine Zwischenstation soll er indes nicht darstellen. «Ich will besser werden», sagt er.

Training unter dem Nationalcoach

Nachdem Nico Hegmann heuer an der Jugend-Europameisterschaft den 11. Rang belegt hatte, peilt er für die nächste Nachwuchs-EM einen Top-5-Platz an. Und den Schweizer-Meister-Titel will er verteidigen – ohne Unterbruch, allerdings in der nächsthöheren Altersklasse U-20. Um solche Ziele zu verfolgen, investiert er viel. Seinen Alltag hat er weitgehend auf den Sport ausgerichtet. Der Rafzer trainiert unter Nationaltrainer Gordon Crawford am Nationalen Leistungszentrum in Wallisellen. Als persönlicher Coach und fürs Laufen steht ihm Beat Ammann zur Seite, der Mann, der schon Sven Riederer zur Weltspitze geführt hatte. «Bei Beat und Julia Stokar bin ich gut aufgehoben», sagt er. Stokar ist die Co-Trainerin. Der Sport lässt sich ideal mit seinem Schulort nahe dem Letzigrundstadion in Zürich verbinden. Täglich zwei Trainingseinheiten absolviert Hegmann – ausser am Montag (eine) und am Sonntag. «Der Sonntag ist Ruhe- oder Wettkampftag», erklärt der ehrgeizige Athlet und lacht.

Der jüngste Erfolg stellt für ihn den Beweis dafür dar, dass sich der Aufwand lohnt. Die Sicherheit, die ihm der Meistertitel gibt, will er nutzen – in einem ungewohnten Umfeld. «Ich bin gespannt, wie ich mich gegen die Spezialisten behaupten kann», sagt er unter Anspielung auf seinen Ausflug zu den Leichtathleten. Anfang September tritt er an deren U-18-Meisterschaften in Düdingen an und mit dem LC Zürich an den Staffel-Meisterschaften in Langenthal.

Erstellt: 14.08.2019, 21:26 Uhr

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