Dietlikon

Vorfreude auf das ewige Duell

Dietlikon und die Red Ants Rychenberg Winterthur sind Stammgäste im Schweizer Cupfinal der Unihockey-Frauen. Am Samstag treffen sie in Bern erneut aufeinander.

Red-Ants-Stürmerin Silvana Nötzli (vorne) dürfte auch im Cupfinal am Samstag für Gefahr vor dem Dietliker Torgehäuse sorgen. Die Bülacherin hat mit Winterthur schon zweimal den Cup gewonnen. Damian Keller/unihockey.ch

Red-Ants-Stürmerin Silvana Nötzli (vorne) dürfte auch im Cupfinal am Samstag für Gefahr vor dem Dietliker Torgehäuse sorgen. Die Bülacherin hat mit Winterthur schon zweimal den Cup gewonnen. Damian Keller/unihockey.ch Bild: Damian Keller/unihockey.ch

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Kein anderer Unihockey-Verein stand häufiger im Cupfinal als die Red Ants und Dietlikon. 11 von 13 Finals gewannen die Winterthurerinnen, immerhin sechs von elf Endspielen entschied Dietlikon für sich. Viermal trafen die langjährigen Konkurrenten direkt aufeinander – jedes Mal gewannen die Red Ants, stets mit einem Tor Vorsprung. Die aktuellen Stärkeverhältnisse deuten jedoch dar­auf hin, dass diese Serie zu Ende gehen könnte. Dietlikon entschied alle drei Partien der laufenden Meisterschaft für sich, wenn auch zuletzt im Februar nur knapp mit 6:5. «Dietlikon ist stark. Vor allem den ersten Block mit Abräumerin Laura Mertsalmi und Top­sko­rerin Michelle Wiki werden wir im Auge behalten müssen», sagt Silvana Nötzli, die Bülacherin in Diensten der Winterthurerinnen, im letzten Aufeinandertreffen dreifache Torschützin. Die 26-Jährige kehrte im vergangenen Sommer nach vier Jahren in Schweden in die Schweiz zurück und heuerte wieder bei den Red Ants an. Als Captain übernahm sie in Winterthur sogleich jene Leaderrolle, die ihr zugedacht war. Diese Woche trat sie eine neue Stelle bei einer Versicherung an – und musste gleich den ersten Tag frei nehmen, um an der Top­sko­rer-Ehrung des Verbandssponsors teilnehmen zu können. «Der Schlüssel zum Sieg wird sein, alles Unwesentliche ausblenden zu können. Wer sich besser auf das eigene Spiel kon­zen­trie­ren kann, wird den Cupfinal gewinnen», sagt Nötzli überzeugt.

Aus illustrer Sportfamilie

Selber hat Silvana Nötzli den begehrten Kübel schon zweimal in die Höhe stemmen dürfen, einmal nach einem Final gegen gegen Dietlikon (2010). Damals führten die Glattalerinnen acht Minuten vor Schluss noch 4:1 – dann schied Abwehrstrategin Simone Berner verletzt aus, und die Red Ants vermochten das Blatt noch zu wenden. Die Duelle der Erzrivalen sind immer für ein Drama gut.

Dass Nötzli nach dem Gewinn des schwedischen Meistertitels mit KAIS Mora im Frühling 2015 nach Bülach zurückkehrte, hatte vor allem mit dem Bedürfnis zu tun, wieder näher bei der Familie zu sein. Es ist eine sportliche Familie – Kloten-Flyers-Legende Felix Hollenstein ist ihr Onkel, Flyers-Stürmer Denis Hollenstein ihr Cousin. «Ohne seine Verletzung wäre Denis wohl wie ich Top­sko­rer seines Teams geworden. Wir treffen uns regelmässig auf einen Kaffee, wenn wir Zeit haben», sagt Nötzli über ihren torgefährlichen Cousin, der am Tag des Unihockey-Cupfinals in Kloten mit den Flyers gegen Davos spielen wird. Dies wohl unter den Augen seines Vaters, der zwar auch schon bei Unihockey-Partien zu Gast war, aber als Nationaltrainer natürlich auch beruflich Prioritäten setzen muss.

Zukunft offen

Ob Silvana Nötzli, die nach einem Zwist mit dem alten Natitrainer Sascha Brendler die WM 2015 in Finnland verpasst hat, wieder ins Nationalteam zurückkehren wird, ist noch völlig offen. «Ich werde mich in den kommenden Wochen entscheiden, ob ich weiter mache und wenn ja, wie es mit der Nati aussieht. Vorderhand gilt meine volle Kon­zen­tra­tion den sportlichen Herausforderungen», sagt die Bülacherin. Die nächste ist der Cupfinal. «Ich mag Spiele, in denen es hin und her geht, wenn niemand mauert», sagt sie voller Vorfreude. Gegen das spielstarke Dietlikon dürfte sie auf ihre Kosten kommen.

Dietliker Zuversicht: Siegesserie spricht für Titelverteidigerinnen

Sascha Rhyner, Trainer des NLA-Qualifikationssiegers und Cup-Titelverteidigers Dietlikon, blickt dem Cupfinal gegen die Red Ants Rychenberg Winterthur optimistisch entgegen: «Wir haben zum letzten Mal am 10. Oktober 2015 ein Pflichtspiel verloren und seitdem 22 Partien in Serie gewonnen. Das zeigt, dass die Form stimmt, und das Selbstvertrauent ist sicher auch gut.» Der Tatsache, dass sich die Glattalerinnen noch nie in einem Cupfinal gegen die Erzrivalinnen aus der nahen Eulachstadt durchsetzen konnten, misst er keine grosse Bedeutung zu: «Für uns zählt die Gegenwart mit drei Siegen in allen drei Saisonduellen, vor allem das 6:5 vom 21. Januar gegen die Red Ants.» Rhyner erwartet denn auch erneut eine enge, umkämpfte Partie: «Entscheidend wird sein, wer sein Spiel besser durchsetzen kann.» Bei seinen Spielerinnen, die ihm abgesehen von den langzeitverletzten Sarah Altwegg und Fabienne Kuoni komplett zur Verfügung stehen, sei die Vorfreude schon deutlich spürbar. «Der Final vor 3000 Zuschauern ist das erste Highlight der Saison», erklärt Rhyner. (Peter Weiss) (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 02.03.2016, 21:45 Uhr

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