Leichtathletik

Wenn alles passt

Selina Fehler vom LC Regensdorf läuft an den U-23-Europameisterschaften in Gävle (Sd) über die 800 m in neuer persönlicher Bestzeit in den Final. Die weiteren Unterländer verpassen einen ähnlichen Exploit.

Selina Fehler vom LC Regensdorf trumpft über 800 Meter gross auf und qualifiziert sich über die Zeit für den WM-Final.

Selina Fehler vom LC Regensdorf trumpft über 800 Meter gross auf und qualifiziert sich über die Zeit für den WM-Final. Bild: Ulf Schiller

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Realisiert hatte sie die Durchsagen des Speakers nach ihrem Rennen über die beiden Bahnrunden nicht. Und so bekam Selina Fehler auch nicht mit, was mit ihrer Leistung verbunden war: Die Qualifikation für den Final der besten acht über 800 Meter dieser U-23-Europameisterschaften im schwedischen Gälve. Als der 20-Jährigen aus San Vittore die freudige Nachricht persönlich mitgeteilt wurde, flossen die Tränen: «Ich kann es nicht fassen», sagte sie nur. Etwas später schob die Mittelstreckenläuferin des LC Regensdorf nach: «Es ist ein Traum.»

Ins Rennen gestiegen war Selina Fehler mit der 14. Zeit aller Läuferinnen. Doch dann setzte sie die Strategie, die sie mit Nationaltrainer Louis Heyer sowie mit ihrem LCR-Trainer vor Ort, Martin Knill, abgesprochen hatte, 1:1 um: «Möglichst regelmässig laufen und am Schluss zusetzen», lautete der Plan. Nach 200 Metern befand sie sich an zweitletzter Position – und blieb trotzdem ruhig. Erst nach 550 Metern legte Fehler zu und arbeitete sich in der Folge sukzessive nach vorne. Als Fünfte bog sie auf die Zielgerade ein. Und jetzt sah Fehler die Französin Lena Kandissounon vor sich: Diese Perspektive gab ihr zusätzliche Energie. «Die hesch no», sagte sie sich.

Angriff an der Innenkante

An der Innenkante überholte Selina Fehler schliesslich die höher gehandelte Widersacherin. Als Vierte überquerte sie die Ziellinie und durfte sich über die 2:06,73 Minuten freuen, eine Zeit, mit der sie ihre bisherige Bestmarke von Mitte Juni in Genf um 36 Hundertstel unterbot. Und es kam noch viel besser: Fehler erzielte in der Endabrechnung die achte Zeit und qualifizierte sich damit als eine von zwei Athletinnen über die Zeit für den Final von Samstagnachmittag. Von allen Seiten erhielt sie Gratulationen, sie war klug gelaufen und hatte ihren Plan exakt umgesetzt.

Inglin und Disch chancenlos

Anders als Selina Fehler werden die beiden Unterländer 400-m-Hürdenläufer Karin Disch vom LC Regensdorf sowie der Glattbrugger Sales Inglin vom LC Zürich in den Halbfinals nicht mehr vertreten sein. Bei schwierigen Bedingungen – Regen, Kälte, Wind – lief die 22-jährige Debütantin Karin Disch auf Position 20 (von 30 Läuferinnen). Ihre Zeit von 1:00,28 Minuten hatte angesichts der Verhältnisse wenig Aussagekraft. Disch war mit ihrer internationalen Premiere zufrieden: «Das war mein erstes Rennen, bei dem der Rhythmus wirklich gepasst hat.»

Auch für den 19-jährigen Sales Inglin waren seine 52,72 Sekunden zufriedenstellend. Er belegte bei seiner fünften internationalen Meisterschaft und seiner ersten über die lange Hürdenstrecke Platz 21 unter 26 Athleten. Sein Fazit: «Grundsätzlich muss ich zufrieden sein, ich brauche sicher noch Zeit und ein paar Rennen.»

Erstellt: 12.07.2019, 22:16 Uhr

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