Baku

ZuZu-Beacherinnen holen europäisches Gold

Baku hat sich als gutes Pflaster für Unterländer Sportlerinnen erwiesen. Nach Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig sicherten sich die ZuZu-Beacherinnen Nina Betschart und Nicole Eiholzer die Goldmedaille an den Europaspielen.

Nicole Eiholzer (links) und Nina Betschart strahlen auf dem Podest.

Nicole Eiholzer (links) und Nina Betschart strahlen auf dem Podest. Bild: Keystone

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Noch anderthalb Stunden nachdem ihre Mitspielerin Nicole Eiholzer den ersten Matchball im Final gegen die Österreicherinnen Lena Maria Plesiutschnig/Katharina Schutzenhofer zum 15:13 im entscheidenden dritten Satz verwertet hat, kann es Nina Betschart «immer noch nicht fassen», was sich da vor kurzem ereignet hat. «Es war ein mega enges Spiel, wir sind stark unter Druck gestanden und mehrmals zurückgelegen», führt die Topspielerin von ZuZu-Beach, der Beachvolleyball-Abteilung des VBC Züri Unterland, aus. Doch vor dem begeisterten Publikum am Centre-Court der Beacharena in der aserbeidschanischen Hauptstadt Baku hielten die beiden 19-Jährigen dem Druck stand und holten nach zwei gemeinsamen Goldmedaillen an den U20-Europameisterschaften von 2013 und 2014 nun auch ihren ersten Titel im Erwachsenenbereich. Für den Klotener Kurt Brunner, den langjährigen Trainer des Duos, ist der Triumph von Baku noch mehr wert als die bisherigen Erfolge: «Hier waren stärkere Gegnerinnen am Start, und nachdem wir uns im Juniorinnenbereich an der europäischen und an der Weltspitze etabliert hatten, war es spannend zu sehen, wie der Sprung ins Elite-Beachvolleyball gelingt.» Im Wissen, dass Europas beste Teams nicht in Baku, sondern am zeitgleichen Grand-Slam-Turnier von Saint Petersburg (USA) am Start waren, kommentierte Brunner: «So gesehen ist dieser Sieg hier ein sehr schönes Zeichen.» Zudem betonte er die historische Dimension: «Nina und Nicole haben an den ersten Europaspielen der Geschichte die Goldmedaille im Beachvolleyball der Frauen gewonnen. Das nimmt ihnen niemand.»

Grosse Final-Erfahrung Stolz stimmte den Trainer insbesondere die Leistung im mentalen und im taktischen Bereich. «Abgesehen von den Aufschlägen, die sie im Final nicht ganz so druckvoll gespielt haben wie vorgesehen, ist unsere Taktik voll aufgegangen», lobte Kurt Brunner, «und sie sind nie nervös geworden, auch wenn es mal nicht so gut gelaufen ist.» Tatsächlich beeindruckten Nina Betschart und Nicole Eiholzer am Finaltag des Frauen-Beachvolleyball-Turniers mit ihrer Gabe, in arger Bedrängnis ihr bestes Beachvolleyball zu zeigen. So wehrten sie im Halbfinal gegen die Italienerinnen Laura Giombini/Giulia Toti beim Stand von 18:20 im zweiten Satz zwei Bälle zum Satzausgleich ab, bevor sie in Führung gingen – und ihren ersten Matchball zum 21:11, 22:20 eiskalt verwerteten. Im Endspiel lagen sie zu Beginn des mit 21:16 gewonnenen ersten Satzes 1:6 und 5:9 hinten. Auch im Entscheidungssatz sah es mit dem 1:5-, später dem 9:12-Rückstand nicht eben gut aus für die ZuZu-Beacherinnen. «Wir haben immer daran geglaubt, dass wir gewinnen, und haben den Match Punkt für Punkt genommen», erklärt Nina Betschart. «Wir wollten einfach weiter unser Angriffsspiel mit gutem Aufbau und vollem Risiko durchziehen.» Dass die Aufholjagden gelangen und sie am Ende des langen, heissen Tages am Kaspischen Meer zuoberst auf dem Podest standen, dürfte mit der ungeachtet des jugendlichen Alters bereits enormen Erfahrung der beiden mit Endspielsituationen an grossen internationalen Turnieren zusammenhängen. So hat Nina Betschart neben den beiden U20-EM-Titeln mit Nicole Eiholzer an insgesamt drei weiteren Nachwuchs-Welt- oder -Europameisterschaften die Goldmedaille gewonnen. «Wenn man schon mal so weit gekommen ist, hilft das sicher zu relativieren», meinte Betschart, «damit man, anstatt sich zu verkrampfen, wieder sieht, wie schön es doch ist, in einem Endspiel zu stehen.»

Geschwächt ins Turnier Ihre eigene Ankündigung nach dem 2:1-Sieg im Achtelfinal, noch Steigerungspotenzial zu haben, sah Nina Betschart trotz der drei weiteren Siege nur teilweise in die Realität umgesetzt: «Im Final haben wir vor allem mental eine gute Leistung gezeigt. Aber es war noch nicht unser perfekter Match.» In allen sieben Partien von Baku, die sie allesamt als Siegerinnen beendeten, habe es gute und schlechte Momente gegeben, führte Betschart aus. Coach Kurt Brunner fügte an: «Sie können noch besser spielen, vor allem athletischer. Da hat man schon gemerkt, dass Nina von ihrer Viruserkrankung noch geschwächt war.» Vor einer Woche war der Einsatz der 19-Jährigen noch fraglich gewesen. Betschart bestätigte: «Ich habe mich schwächer gefühlt als sonst. Aber wenn ein Final beginnt und du stehst auf dem Feld, dann denkst du nicht mehr an Krankheiten.» ()

Erstellt: 21.06.2015, 23:11 Uhr

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