Zum Hauptinhalt springen

«Big Data» in Dietlikon

Jürg Kihm, der neue Chefcoach der Kloten-Dietlikon Jets, hat jeden Schritt seiner Spielerinnen gespeichert.

ürg Kihm (rechts) und Stefan Jakob präsentieren mit ihrem Trackingsystem Wimu Pro Ware im Wert von 60 000 Franken.
ürg Kihm (rechts) und Stefan Jakob präsentieren mit ihrem Trackingsystem Wimu Pro Ware im Wert von 60 000 Franken.
Urs Brunner

Tanja Stella weiss genau wie viele Sprints sie am Czech Open an einem Tag hingelegt hat. Ein Mausklick, und da steht es: 109. Ihre Höchstgeschwindigkeit an diesem 9. August betrug 24,4 km/h. Die 31-jährige Verteidigerin der Kloten-Dietlikon Jets sagt: «Ich finde es ein smartes Tool.»

Mit dem neuen Trainergespann Jürg Kihm und Stefan Jakob, das Simone Berner als Cheftrainerin an der Bande der Schweizer Meisterinnen ablöste, sind auch neue Methoden in Dietlikon angekommen. Das Trackingsystem Wimu Pro, mit dem das Duo zuvor bereits zwei Saisons bei Ligakonkurrent Zug gearbeitet hat, soll nun auch bei den Jets die Leistung der NLA-Spielerinnen in Zahlen fassen, also Daten liefern über Laufwege, Energieverbrauch und Spielzüge. Wer auf dem Feld herumsteht, kann sich nicht mehr in Ausreden flüchten. Ist die gläserne Spielerin nun auch im Unihockeysport angekommen? Jürg Kihm winkt ab. Es gehe ihm nicht darum, die Spielerinnen zu durchleuchten, meint er, sondern anhand der Daten die richtigen Trainingsreize zu setzen. So hat Kihm beispielsweise die 30-Meter-Sprints aus dem Programm gestrichen, weil seine Statistik zeigte, dass im Unihockey selten mehr als acht Meter geradeaus gerannt wird. «Wer in einem Ernstkampf tatsächlich spielt, hängt nicht von diesen Daten ab», betont der Trainer. «Zuvorderst geht es immer noch darum, wie eine Spielerin mit dem Ball auf die Gegnerin reagiert.»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.