Opfikon

Blizzards entfachen Angriffswirbel

Drei Tage nach den Männern haben auch die Opfiker Frauen ihr Unterländer Basketball-Derby in der 1. Liga regional gegen Regensdorf gewonnen. Beim 67:48 drehten die Blizzards auf.

Anabel Holguin Rodriguez (links) und ihre Opfiker Mitspielerinnen setzen sich gegen Sophie Witte und die Raptors Regensdorf am Ende vor allem in der Höhe überraschend deutlich durch.

Anabel Holguin Rodriguez (links) und ihre Opfiker Mitspielerinnen setzen sich gegen Sophie Witte und die Raptors Regensdorf am Ende vor allem in der Höhe überraschend deutlich durch. Bild: Heinz Diener

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Vor allem im zweiten und im dritten Viertel des lebhaften Derbys machten die Blizzards ihrem Namen alle Ehre. Phasenweise fegten ihre Angriffe einem Wintersturm gleich auf den Regensdorfer Korb zu. Aufsässig und mit grossem Laufpensum bedrängten die Opfikerinnen ihre Gäste auf dem ganzen Spielfeld, um nach jeder Balleroberung blitzschnell vorzupreschen. Und je deutlicher ihr Vorsprung wurde, den sie sich nach dem 10:11 knapp verlorenen Startviertel herausspielten, desto sicherer schlossen sie ihre Vorstösse ab. Phasenweise gelang den Blizzards praktisch alles, näherte sich ihre Trefferquote vor ihren begeisterten Fans am Rand des kleinen Spielfelds in der Lättenwiesen-Turnhalle der 100-Prozent-Marke. Doch die Gastgeberinnen kamen nicht nur dank ihres hohen Tempos und Einsatzes zum Erfolg. Denn wenn sich die Zonenverteidigung der im Durchschnitt sichtlich grösser gewachsenen Raptors formiert hatte, fanden die Opfikerinnen andere Wege, um zu punkten.

Hier demonstrierte Spielmacherin Tatjana Jurkovic ihre Klasse. Kaum vom Ball zu trennen, setzte sie mit grosser Übersicht ihre Mitspielerinnen ein oder suchte selbst das Dribbling. So zog sie die Gegnerinnen auf sich, um sie mit stupenden Bewegungen auszuspielen oder Räume zu schaffen, die ihre Mitspielerinnen nutzen konnten. Zudem verstand es das 23-jährige Eigengewächs, das «seit den Minis» in Opfikon aktiv ist, wie Jurkovic nach der Partie verriet, den Rhythmus zu variieren, bei Bedarf auch einmal das Tempo herauszunehmen. «Das Team habe ich heute ganz gut geleitet», befand die Capitaine hernach bescheiden, «meine eigene Leistung hätte besser sein können.»

Eine gute Mischung

Dass Tatjana Jurkovic mit zehn Punkten zur erfolgreichsten Skorerin der Blizzards avancierte, sprach für eine weitere Qualität ihres Teams an diesem Abend: die Ausgeglichenheit. So setzte Coach Manuel Castro alle zehn Opfikerinnen, die auf dem Matchblatt figurierten, mindestens einmal ein. Alle steuerten Punkte bei – und hielten gemeinsam das Tempo sowie damit verbunden den Druck auf die Regensdorferinnen hoch. Auch darum brachen die Gastgeberinnen bis zum Spielende nicht mehr ein und fuhren einen klaren Sieg ein, obwohl das letzte Viertel mit 13:6 an die Raptors ging. «Unser erster Saisonsieg, den wir letzte Woche geholt haben, hat uns sehr motiviert», erklärte Jurkovic, «wir haben gut trainiert und uns heute sehr gut auf unsere Würfe konzentriert.» Sie und ihre Mitspielerinnen, die zum überwiegenden Teil in der vergangenen Saison noch in der 2. Liga aktiv waren, hätten sich inzwischen etwas mehr an den Zeitdruck und das höhere Niveau in der vierthöchsten Schweizer Spielklasse gewöhnt. Auch funktioniere das Zusammenspiel mit den vier Akteurinnen der Opfiker 1.-Liga-Equipe der vergangenen Saison immer besser.

«Die Mischung stimmt», fügte Trainer Manuel Castro an. «Unser Team ist im Durchschnitt sehr jung und sehr schnell. Was vielen noch fehlt, ist die Spielerfahrung auf diesem Niveau. Darum bin ich sehr dankbar, dass die vier erfahrenen Spielerinnen im Team geblieben sind, sie bringen die nötige Ruhe rein.» Die hohen Niederlagen, die seine Equipe in den ersten Partien der Saison kassiert hatte, relativierte der erfahrene Coach: «Wir haben am Anfang gegen die besten Teams der Liga gespielt, die alle deutlich stärker sind als der Rest.» Wenn die Blizzards von Verletzungen der Leistungsträgerinnen verschont blieben, liege ein Platz im Mittelfeld der Tabelle drin.

Die Raptors müssen sich noch finden

Etwas weiter nach oben orientieren wollten sich heuer eigentlich die Raptors. Daran ändere auch der «sauschlechte Tag» nichts, den die Regensdorferinnen in Opfikon eingezogen hätten, befand Raptors-Capitaine Franziska Raff, «da ist mir nicht bange. Wir haben einfach heute weit unter unseren Möglichkeiten gespielt, sind schläfrig gestartet, haben phasenweise viel zu hektisch agiert und zu lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen.» Neben den krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen der Leistungsträgerinnen Franziska Heller und Anne Martin vermutete sie eine Ursache in der noch fehlenden Eingespieltheit: «Wir konnten uns kurz vor Saisonbeginn noch verstärken. Darüber sind wir natürlich sehr froh, aber wir müssen uns auf dem Feld noch finden.» Die hohe Anzahl an Fehlpässen, die zu den vielen schnellen Kontern der Opfikerinnen führten, sei womöglich darauf zurückzuführen.

«Es gibt solche Tage, an denen viele Kleinigkeiten nicht ganz stimmen und in der Summe zu einem solchen Resultat führen, ohne dass man genau erklären kann, warum», meinte Raff, «aber bei 20 Saisonspielen darf es auch einmal einen Durchhänger geben.»

Erstellt: 21.11.2019, 18:53 Uhr

Match-Telegramm

Opfikon Basket Blizzards - Raptors Regensdorf 67:48

(10:11, 22:7, 29:17, 6:13). – Lättenwiesen. – 40 Zuschauer. – SR Lovsin Barle/Al Jassin. – Opfikon: Holguin Rodriguez (8 Punkte), Bozic (9), Marinucci (9), Racine (7), Lehmann (9), Jurkovic (10), Schmid (5), Luca (2), Hoffmann (4), Graf (4). – Regensdorf: Grünert, Scheppach, Merrifield (2), Weber (5), Raff (15), Witte (20), Hofbauer (2), Grunert.

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