Unihockey

Das neue Selbstverständnis der Jets

Die Männer der Kloten-Dietlikon Jets bodigen im Spitzenkampf Aufstiegsaspirant Basel Regio 4:3 und stehen in der NLB nun als alleiniger und noch ungeschlagener Leader da.

Jets-Stürmer Andrea Vitali rückte sich gegen Sarganserland als Doppeltorschütze ins Bild.

Jets-Stürmer Andrea Vitali rückte sich gegen Sarganserland als Doppeltorschütze ins Bild. Bild: Claudio Schwarz

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Dani Meier hat in seiner inzwischen fast vier Jahrzehnte langen Unihockey-Karriere als Spieler und Trainer vieles erlebt. «So etwas aber sehr selten», sagt er. Mit «so etwas» meint der Co-Trainer der ersten Mannschaft die eher überraschende Erfolgsgeschichte der Jets ein knappes halbes Jahr nach dem Abstieg aus der höchsten Liga. «Eine zusammengewürfelte Truppe mit null Kredit steht an der Tabellenspitze der NLB», beschreibt es Meier. Dass die Jets nach sechs Spielen noch ungeschlagen sein sollen, hätte er im Vorfeld niemandem abgekauft. «Aber dieses Team verfügt über einen extremen Willen und einen starken Charakter», findet Meier.

Die genannten Eigenschaften mussten die Jets an diesem Wochenende mehrmals unter Beweis stellen. Gegen NLB-Schlusslicht Sarganserland erlitten die Unterländer einen veritablen Fehlstart. Mit zwei Toren lagen sie nach zwei Minuten vor heimischem Publikum im Rückstand. Doch das Team kam deswegen nicht ins Taumeln. «Mental sind wir viel stärker als vergangene Saison», bemerkt Chefcoach Nivin Anthony. «Das Vertrauen ist da, dass wir ein solches Resultat wieder kehren können.» In der Tat zeigten die Jets die passende Reaktion. David Kissling und Fredrik Linde glichen noch im Startdrittel für das Heimteam aus, Patrick Kapp, Doppeltorschütze Andrea Vitali und Topskorer Teemu Suomalainen stellten den Sieg mit drei weiteren Toren im Mitteldrittel sicher.

Linde trifft volley

Auch tags darauf im Spitzenkampf in Basel lösten sich die Kloten-Dietlikon Jets aus der anfänglichen Umklammerung in den Startminuten und schlugen erneut im Mitteldrittel mit drei herauskombinierten Toren zu. Danach bewiesen sie eindrücklich, dass sie nicht nur Tore schiessen, sondern auch solidarisch verteidigen und – falls nötig – eiskalt skoren können. Denn nachdem Basel zwischenzeitlich zum 3:3 ausgeglichen hatte (52.) und die Partie zu kippen drohte, sorgte Fredrik Linde mit einem sehenswerten Volley ins Lattenkreuz für die Entscheidung (56.).

«Die Energie des Teams war bis auf die Zuschauertribüne zu spüren. Es macht extrem Spass, diesen Spielern zuzuschauen», schwärmte Vorstandsmitglied Christian Fontana, der mit zahlreichen Jets-Fans die Mannschaft gegen Basel zum Sieg peitschte. Zufrieden war nach der Partie auch Chefcoach Anthony: «Das Team zeigt eine grosse Leistungsbereitschaft, der Sieg gegen Basel war einmal mehr hart erarbeitet.» Etwas Genugtuung darüber, dass seine mit wenig Vorschusslorbeeren in die Meisterschaft gestartete Mannschaft nach sechs Runden ohne Punktverlust dasteht, will Anthony nicht leugnen. Er betont aber: «Hauptsächlich freue ich mich für Spieler wie Jürg Graf oder Yannick Steffen, die sich gleich nach dem Abstieg, als noch kein Team für den Neustart in der NLB existierte, für die Jets ausgesprochen haben.»

Starke Söldner

Will man beim bis anhin überzeugenden Absteiger überhaupt etwas bemängeln, dann vielleicht den Umstand, dass noch zu viel im Spiel von ein paar wenigen Akteuren abhängt, insbesondere von den neuen Söldnern aus dem hohen Norden. Der Finne Teemu Suomalainen ist aktueller Topskorer der Jets. Und wenn er einmal nicht trifft, wie etwa gegen Basel, springen mit Emil Johansson oder Linde seine Mitstreiter in die Bresche. Der Chefcoach macht aber auch in dieser Sache Fortschritte aus: Gegen Sarganserland hätte die dritte Linie eine klare Plus-Bilanz erzielt, hält Anthony fest. Und in Basel seien trotz Spitzenkampfs auch junge Spieler aus dem Förderkader zum Einsatz gekommen.

Die Jets sind auf Kurs: Das Image des unsicheren und unbeständigen Punktelieferanten haben sie in der NLB schnell abgelegt. Jetzt müssen sie sich in der Rolle des Leaders beweisen. (mak/skj)

Erstellt: 07.10.2019, 19:28 Uhr

Telegramm

Kloten-Dietlikon Jets - Sarganserland 6:4

(2:2, 3:1, 1:1). – 138 Zuschauer. – Tore: 1.Stiprais (Stucki) 0:1. 2. Gmür (Stiprais) 0:2. 15. Kissling (Vitali) 1:2. 19. Linde (Steffen) 2:2. 24. Kapp (Johansson) 3:2. 33. Rupp 3:3. 34. Vitali (Kuhn) 4:3. 39. Suomalainen (Kapp) 5:3. 47. Vitali (Diem) 6:3. 51. Schlegel (Hardegger) 6:4. – Strafen: Je 1x2.
Basel Regio - Kloten-Dietlikon Jets 3:4
(1:0, 0:3, 2:1). – 312 Zuschauer. – Tore: 5. Blomqvist (Svatos) 1:0. 25. Beutler (Schmid) 1:1. 28. Johansson (Schmid) 1:2. 31. Johansson (Suomalainen) 1:3. 45. Richard (Mendelin) 2:3. 52. Schwob 3:3. 56. Linde (Steffen) 3:4. – Strafen: 3x2 gegen Basel. 1x2 gegen Jets.

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