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Das Tochter-Vater-Projekt

Walter und Melina Frei aus Buchs sind am Sonntag den New-York-Marathon gelaufen – für beide war es ein Rennen voller Emotionen.

«Durchbeissen und dranbleiben»: Melina und Walter Frei kommen in New York gemeinsam im Ziel an.
«Durchbeissen und dranbleiben»: Melina und Walter Frei kommen in New York gemeinsam im Ziel an.
zvg

Der Abschied vom Marathonlauf war eigentlich vor fünf Jahren ­geplant. Walter Frei, damals 50 und Ausdauersportler mit Leistungsausweis nicht nur über die 42,195 km, sondern ebenso als Ironman-, Trans-Swiss-Triathlet oder Gigathlet, nahm sich den grössten und bedeutendsten Marathon vor: New York. Ehefrau Käthy sowie Tochter Melina begleiteten ihn. Doch zur Derniere über die historische Distanz kam es nicht. Wegen Tropensturm Sandy und verheerenden Überschwemmungen wurde das Rennen zwei Tage vorher abgesagt. «Das kann es nicht gewesen sein», sagte sich der langjährige Lehrlingsausbildner beim EWZ. Und Frei wurde von seinem nächsten Umfeld in dieser Meinung unterstützt.

Überraschung für den Vater

Doch erst fünf Jahre später wurde das Projekt «New York» wieder konkret. Dann allerdings mit einer zusätzlichen Dimension: Tochter Melina (28) hat mittlerweile am Marathonlaufen ebenfalls Gefallen gefunden. Unabhängig voneinander hatten Vater und Tochter im vergangenen Jahr die Idee, den jeweils anderen zum Geburtstag nach New York einzuladen. Für Walter Frei erhielt die Aussicht auf diesen Abschlussmarathon «eine ganz besonders berührende Komponente». Was er aber lange nicht wusste: Melina, die sich in diesem Frühling auf 2:53:12 Stunden steigerte und in der Schweizer Jahresbestenliste Position 6 einnimmt, hatte sich entschieden, die Strecke durch New York an der Seite ihres Vaters zu laufen und nicht auf eine eigene Topleistung zu setzen. Am Sonntag war es nun so weit, ein «einmaliges Erlebnis» für beide: Die Stunden davor, die Fahrt an den Start auf Staten Island morgens um fünf Uhr mit einem der unzähligen Busse, das zweieinhalbstündige Warten, bis es endlich losging, dann das Rennen. «Bombastisch, wahnsinnig, unglaublich» empfanden es Walter und Melina Frei. Auf die Stimmung am Streckenrand spielten sie an, aber ebenso auf die persönliche Bedeutung. Und auch die sportliche Herausforderung war nicht zu vernachlässigen. Für Walter Frei wurden die letzten zwölf Kilometer besonders hart. Die kurze Vorbereitung und die fehlenden Trainingskilometer machten sich bemerkbar. «Nochmals durchbeissen, dranblieben», musste er sich immer wieder sagen. Die Freude nach den 3:43 Stunden im Ziel war dann umso grösser. Und die Bewunderung der Tochter, für die dieses Tempo weniger fordernd war, wirkte wie Balsam: «Für mich wirst du, Papa, immer die Nummer 1 bleiben.»

Kurzdurchlauf

Für Melina Frei war der New-York-Marathon so etwas wie der Kurzdurchlauf ihres Läuferlebens. «Papa ist immer mein Vorbild gewesen, ihn bewunderte ich, seine Leistungen machten mir Eindruck», sagt sie. Auf ein sehr emotionales Rennen hatte sich die Marketing-Verantwortliche bei Swiss Ice Hockey eingestellt, auf «Gänsehaut und starke Gefühle». Vergessen, das weiss sie schon beim Zieleinlauf, wird sie dieses Rennen nie.

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