Bülach

Der Tempomacher

Ende November nehmen die Schweizer Nachwuchsathleten im Europacup wieder Fahrt auf – dar­un­ter auch der 20-jährige Bülacher Niels Hintermann, der auf die aktuelle Saison hin ins B-Kader von Swiss-Ski aufgerückt ist.

Niels Hintermann wird in der Abfahrt auch heuer Vollgas geben. In seiner Paradedisziplin will er es unter die zehn Saisonschnellsten des Europacups schaffen.

Niels Hintermann wird in der Abfahrt auch heuer Vollgas geben. In seiner Paradedisziplin will er es unter die zehn Saisonschnellsten des Europacups schaffen. Bild: Keystone

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An den Junioren-Weltmeisterschaften im norwegischen Hafjell hat Niels Hintermann im vergangenen März in der Abfahrt Bronze geholt – mit Startnummer 13. Zu seinem persönlichen Glücksbringer ist die Zahl deswegen nicht geworden. «Ich bin nicht abergläubisch», erklärt der 20-jährige Bülacher, der in Embrach aufgewachsen ist, nüchtern. Wichtig seien ihm vor Verlassen des Starthäuschens einzig seine Rituale. Doch wie diese aussehen, mag er nicht verraten. «Die behält ein Fahrer für sich», sagt er dazu nur. Also doch ein bisschen abergläubisch? Hintermann lacht und meint: «Vielleicht.» Auf der Piste aber, so ist der Nachwuchsathlet überzeugt, brauche er weniger Glück denn Vertrauen in das eigene Können. Und davon hat Hintermann auf seiner Bronzefahrt in Hafjell eine Menge gewonnen.

Über das WM-Treppchen ist Niels Hintermann auf diese Saison hin ins B-Kader von Swiss-Ski gelangt. Ein Top-3-Ergebnis an einer Weltmeisterschaft gehört zu den zentralen Selektionskriterien des Verbandes. Im neuen Umfeld will er sich in seinen Paradedisziplinen Super-G und Abfahrt nun weiter spezialisieren. Doch auch der Riesenslalom wird im Training nach wie vor eine grosse Rolle spielen: «In dieser Sparte wird die Basis gelegt», erklärt er. «Die Technik in den Speeddisziplinen baut auf dem Riesenslalom auf.» Ende November wird Hintermann seine Fortschritte dann erstmals an den Hängen des Europacups testen können. In diesem europäischen Wettbewerb, der die Athleten an den Weltcup heranführen soll, hat der Bülacher in dieser Saison einen fixen Startplatz, daneben will er in FIS-Rennen um Punkte fahren.

Verletzungsfrei vorbereitet

Was die saisonale Zielsetzung betrifft, kon­zen­triert sich Niels Hintermann vornehmlich auf die Endwertung. «Top-Ten-Platz in der Abfahrt», formuliert er seine Absichten im Europacup und ist zuversichtlich, obwohl sein bisher bestes Resultat in einer EC-Abfahrt ein 11. Platz darstellt. Das Sommertraining ist so gut gelaufen wie noch nie in seiner Karriere. «Ich habe mich optimal vorbereiten können», erzählt er und hängt lächelnd an: «Ausnahmsweise.» Anders als etwa in der vergangenen Saison, als er im Herbst den Daumen operieren lassen musste, ist er heuer verletzungsfrei geblieben. Der positive Effekt blieb nicht aus: «Ich spüre, dass ich viel besser in Form bin als in den letzten Jahren zum selben Zeitpunkt.»

Hintermann hat seit Mitte Juli in Zermatt, Saas Fee und im Piztal bei ausgezeichneten Verhältnissen mit dem B-Kader im Speed- und im Technikbereich trainiert und sein Material ausgiebig getestet. Die Stimmung unter den Athleten sei ausgezeichnet, findet der Bülacher. «Wir unterstützen und motivieren uns gegenseitig.» Und das ist längst nicht selbstverständlich, denn die Trainingspartner sind gleichzeitig Hintermanns direkte Konkurrenten, wenn es dar­um geht, sich für einen Auftritt im Weltcupzirkus aufzudrängen. Wer auf den ruppigen Pisten des Europacups mit Erfolg die Kurve kriegt, darf über kurz oder lang zu landesinternen Ausscheidungsrennen für den Weltcup antreten. Für den 20-Jährigen ist das zumindest jetzt noch kein vordringliches Thema: «Die genauen Kriterien für ein Aufgebot kenne ich nicht», bemerkt er leichthin. Vielmehr vertraut Hintermann darauf, dass der Moment kommen wird – und er weiss, was dafür zu tun ist: «Schnell fahren, dann erledigt sich der Rest von selbst.»

Erstellt: 05.11.2015, 08:40 Uhr

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