Oberglatt

Die Einheimischen müssen sich beugen

Am prestigeträchtigen Swiss-Open-Turnier im Darts in Oberglatt hat die Lokalmatadorin Fiona Gaylor Lospech bekundet. Sie schied in der Startrunde aus – gegen die spätere Siegerin.

Internationale Turnierambiance in Oberglatt: Der Schweizer Nationalspieler Stefan Bellmont während seines Viertelfinals.

Internationale Turnierambiance in Oberglatt: Der Schweizer Nationalspieler Stefan Bellmont während seines Viertelfinals. Bild: Balz Murer

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Die Finalspiele am Swiss-Open-Steeldarts-Turnier in der Oberglatter Sporthalle Chliriet über Pfingsten entpuppten sich als eine Art Länderkampf Schweiz - England. Dementsprechend animiert war die Atmosphäre unter den rund 500 Aktiven und Fans, wenn einem ihrer Lieblinge auf der Bühne ein präziser Wurf gelang. Ein Schluck Bier ölte die Kehle für neue Begeisterungsrufe, die immer dann erschallten, wenn nach atemloser Stille und höchster Konzentration die drei Pfeile am richtigen Ort in der runden, mit Zahlen unterteilten Korkscheibe landeten. Besonders, wenn die Maximalzahl 180 auf der Grossleinwand aufleuchtete, stieg der Lärmpegel an.

Bei den Frauen traf die Engländerin Deta Hedman am besten, sodass sie nach fünf Runden den Pokal in die Höhe stemmen konnte. Für Siegerehren für die Einheimischen sorgte der deutsche Topspieler Thomas Junghans, der im aargauischen Spreitenbach wohnt und für die Schweiz startet. Als bester Schweizer nach ihm zog Stefan Bellmont aus Cham im Feld der 195 Männer in die Viertelfinals ein.

Hoffen auf Sponsoren

Als beste Schweizerin gewann Fiona Gaylor im Oktober 2018 überraschenderweise die Europameisterschaft im Steeldart. Am Swiss Open habe sie sich als amtierende Europameisterin stärker unter Druck gefühlt als sonst, bekannte sie. Den meisten Druck habe sie sich freilich selbst auferlegt, bekannte die für den in Regensdorf und Kloten beheimateten Dart-Club Papillon spielende Winterthurerin. Die 36-jährige Pflegeassistentin wendet ihre ganze Freizeit für den Sport auf und bestreitet wöchentlich ein bis drei Vereinspartien sowie jährlich bis zu acht Turniere in der Schweiz. «Um an internationalen Turnieren teilnehmen zu können, fehlen mir leider das Geld und die Zeit», erklärte Gaylor. Sie hofft nun, dass ihr der EM-Titelgewinn die Türen zu Sponsoren öffnet.

Der internationale und hochkarätig besetzte Wettkampf in Oberglatt stellte eine gute Gelegenheit für sie dar, sich mit den weltbesten Spielerinnen im Feld der 34 Frauen in den Partien nach dem Best-of-3-Legs-Modus zu messen. Eines der drei Legs, von denen es zwei für sich zu entscheiden galt, um eine Runde weiterzukommen, ist dann gewonnen, wenn eine Spielerin 501 Punkte exakt heruntergespielt hat.

Ohne Chance gegen Profi

Zugelost im Tableau der 34 Frauen bekam Fiona Gaylor ausgerechnet die Profispielerin Deta Hedman, die seit zwanzig Jahren zur absoluten Weltspitze ihres Sports zählt. Die 60-jährige Jamaikanerin spielt für England und hat eine eigene Steeldart-Kollektion. Ihr Spitzname lautet «The Dark Destroyer». Ihm macht sie regelmässig alle Ehre, indem sie die Hoffnungen ihrer Gegnerinnen zerstört. So auch die der amtierenden Europameisterin und Lokalmatadorin Gaylor, die Hetman in der 1. Runde mit 2:0 besiegte. Gaylor kommentierte: «Das ist bitter. Heute hatte ich keine Konstanz, und meine Pfeile sind zu oft in den tiefen Zahlen gelandet.»

Etwas besser erging es ihr tags darauf im zweiten Turnier des Pfingstwochenendes, dem Helvetia Open. Hier scheiterte sie in der zweiten Runde – gegen die Finalistin Laura Turner aus England. Die spätere Siegerin Fallon Sherrock warf Hedman im Viertelfinal aus dem mit etwas weniger Preisgeld dotierten Turnier. Bei den Männern ging der Sieg an den Schotten Alan Soutar, der sich im Final gegen Junghans durchsetzte. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.06.2019, 22:37 Uhr

Darts

Ein Sport im Aufwind

Steeldarts, das Spiel mit den spitzen Pfeilen, ist in den rauchigen Pubs von England entstanden und hat sich inzwischen weltweit zu einem Spitzensport entwickelt, der auch im TV einiges an Sendezeit bekommt.

In der Schweiz verzeichnete die Swiss Dart Association (SDA) zuletzt einen leichten Zuwachs hin zum aktuellen Bestand von 525 Mitgliedern in 35 Aktiv-Vereinen, zu denen auch der in Regensdorf und Kloten agierende Dart-Club Papillon zählt. «Die Schweizer Spieler hätten rein sportlich das Potenzial, in die Top 64 der Welt zu kommen, wenn der zeitliche Aufwand und die Finanzierung nicht so grosse Hürden wären», sagt SDA-Vorstandsmitglied und Nationaltrainer Thomas Gerock. Für den Nachwuchs stünden die Türen der regionalen Dartclubs offen, wie Papillon-Clubpräsident Christoph Eberhardt betonte. (wbr)

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