Kloten

Die Kloten-Dietlikon Jets wollen den Wiederaufstieg unbedingt und undatiert

Nach dem Abstieg in die NLB bleibt die Jets-Führung gelassen – und formuliert die Anforderungen an Team und Trainer.

Betretene Mienen bei Spielern und Staff der Kloten-Dietlikon Jets am vergangenen Samstag unmittelbar nach der entscheidenden Niederlage gegen Sarnen, die nach neun Jahren Zugehörigkeit zur NLA den Abstieg in die NLB bedeutete.

Betretene Mienen bei Spielern und Staff der Kloten-Dietlikon Jets am vergangenen Samstag unmittelbar nach der entscheidenden Niederlage gegen Sarnen, die nach neun Jahren Zugehörigkeit zur NLA den Abstieg in die NLB bedeutete. Bild: Leo Wyden

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Sascha Brendler hat vor dem Auf-/Abstiegs-Playoff gegen Sarnen deutlich gesagt, was er von einem Neuanfang in der NLB hält, nämlich nichts. «Absteigen ist das Allerletzte», waren exakt seine Worte. Und auch jetzt, nachdem genau das eingetroffen ist, bleibt der Chef Leistungssport der Kloten-Dietlikon Jets dabei: «Der Ligaerhalt wäre für alle besser gewesen. Auch für die Junioren, die nach kommen.» Das Argument, es sei einfacher, sich eine Liga tiefer neu aufzustellen und den Nachwuchs an die Nationalliga heran zu führen, gefällt ihm nicht. Er ist überzeugt: «Je höher das Niveau und je grösser die Intensität desto schneller machen die jungen Spieler Fortschritte.» Der Sportchef räumt ein, dass es im Verein durchaus Leute gäbe, die anders denken über das Thema NLB, die nach zehn Jahren «Gewurstel» in der höchsten Liga vielleicht sogar eine gewisse Erleichterung verspüren und er versteht das. Denn abgesehen von drei positiven Ausreissern in Form einer knappen Playoff-Qualifikation, waren die Jets stets am Zittern. «In der NLB kann sich jetzt erst einmal diese Anspannung lösen.»

Vorne und hinten mangelhaft

Brendler selbst ist erst seit der Fusion der Kloten-Bülach Jets mit dem UHC Dietlikon im letzten Frühling für die Männerabteilung mitverantwortlich. Und der 45-jährige ehemalige Nationalcoach der Männer und Frauen liefert nun in den Tagen nach dem Abstieg Antworten. Zum Beispiel darauf, warum die Jets eine Best-of-7-Serie gegen einen unterklassigen Gegner verlieren, der in keinem der Spiele auffallend besser war. «Wir waren defensiv nicht in der Lage, ein Team zu stoppen, das viel weniger Abschlüsse verzeichnete als wir. Und offensiv konnten wir unser beachtliches Chancenplus nicht nutzen.»

Wie es mit den Jets eine Liga tiefer weiter geht, haben die Vereinsverantwortlichen anfangs Woche in einem ersten Treffen skizziert. Da die Verträge mit Spielern und Trainern alle hinfällig sind, da für die NLA abgeschlossen, muss das Kader gänzlich neu verhandelt werden. Brendler nennt die drei Schwerpunkte «Staff», «ausländische Verstärkungen» und «junge, hungrige» Spieler. «Und zwar in genau dieser Reihenfolge», betont er.

Trainerfrage ungeklärt

Ob Nivin Anthony, der das Team im Herbst gemeinsam mit U21-Coach Sven Engeler nach der Entlassung von Arto Riihimäki übernommen hat, Trainer bleibt, ist noch nicht entschieden. Dass der 31-jährige Primarlehrer in jedem Fall gerne an der Bande der Jets weiter machen würde, hat er bereits vor der Serie gegen Sarnen kommuniziert. Genauso war schon länger klar, dass Berufsunteroffizier Sven Engeler wegen eines Auslandeinsatzes im Kosovo Ende Saison aufhören wird.

Was die Spieler betrifft, hat Brendler eine klare Vorstellung: «Wir brauchen Leute auf dem Feld, deren inneres Feuer lodert für den Verein. Solche, die nicht weniger machen wollen in der NLB, sondern sogar noch etwas mehr als bisher.» Spieler, die sich vorbehaltlos und leidenschaftlich zum Verein bekennen, wie sich das die Führung wünscht, finden sich wohl am einfachsten unter dem eigenen Dach. Und genau darauf zielt etwa die Kritik, die das Jets-Eigengewächs Tobias Heller unlängst im Magazin unihockey.ch anbrachte. Der Nationalverteidiger verliess seinen Stammverein im letzten Sommer Richtung Zürich und spielt nun bei Qualifikationssieger GC in der ersten Linie. Heller bemängelte, dass bei den Jets keine starke nächste Generation nachrückt, die sich mit dem Klub identifiziert.

Sportchef Brendler gibt Heller insofern recht, als dass in der Vergangenheit der Nachwuchs nicht immer erste Wahl war. Inzwischen habe aber ein Umdenken stattgefunden und man fördere den Nachzug der Junioren ins Fanionteam gezielter. Brendler betont: «Es braucht dafür nicht nur einen Trainer, der dem Nachwuchs eine Plattform bietet, sondern auch Mitspieler, die das akzeptieren.» Als Nivin Anthony in der ersten Partie gegen Sarnen nach zwei miserablen Dritteln eine komplette U21-Formation aufs Feld schickte, hätten das längst nicht alle verstanden, weder auf der Bank noch auf den Zuschauerrängen. Die Statistik aber sprach nach dem letzten Drittel für die Junioren.

Gelassener Präsident

Dass die Kloten-Dietlikon Jets mit einem Frauen- als auch mit einem Männerteam in der NLA vertreten sein wollen, ist im Leitbild des Vereins festgehalten. Daran soll sich nichts ändern. Die höchste Liga bleibt das Ziel, allerdings undatiert. Sarnen, das seit mehreren Jahren vehement in die höchste Liga drängt, sei bestes Beispiel dafür, dass ein solcher Schritt nicht einfach planbar sei, sagt Brendler. Und auch an der Vereinsspitze herrscht Gelassenheit. Co-Präsident Rolf Nussbaumer will von Katastrophenstimmung nichts wissen. Er sagt: «Unser Flaggschiff ist nicht untergegangen. Es hat höchstens einen Mast verloren.» Also nichts, das sich nicht richten liesse. Die Frage ist nur, wie lange das dauert. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.04.2019, 17:26 Uhr

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