Bülach

Die Phantoms schleichen von dannen

Das letzte Derby der Saison hat klare Verhältnisse gebracht: Nach dem 65:82 gegen Opfikon steigen die BBZU Phantoms aus der 1. Liga regional ab, während die Gäste in der Liga bleiben.

Bitteres Ende einer enttäuschenden Saison: Petar Stosic und die BBZU Phantoms müssen die höchste regionale Liga verlassen.

Bitteres Ende einer enttäuschenden Saison: Petar Stosic und die BBZU Phantoms müssen die höchste regionale Liga verlassen. Bild: Christian Merz

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Dass sie es nicht mit aller Macht versucht hätten, ihre letzte rechnerische Chance auf den Verbleib in der 1. Liga regional zu wahren – das lässt sich den in Bülach beheimateten BBZU Phantoms wahrlich nicht vorwerfen. In ihrem letzten Saisonspiel gaben die Spieler von Trainer Bayram Yaman in der heimischen Hirslen noch einmal alles. Angeführt von ihrem besten Skorer, dem Litauer Martynas Kairavicius, kämpften sie bis kurz vor Schluss um jeden Ball, ergatterten viele Rebounds und versuchten, aus der Distanz oder mit schnellen Dribblings bis unter den Korb zum Erfolg zu kommen. Gegen Mitte des zweiten Viertels sah es gar danach aus, als könnten die Spieler des Tabellenletzten den buchstäblich allerletzten Strohhalm ergreifen.

Gegen Opfikon benötigten die Phantoms einen Sieg, um nach Punkten mit den Gästen gleichzuziehen. Um aber in der Schlusstabelle vor Opfikon zu landen, mussten die Gastgeber mit mindestens 17 Punkten Vorsprung gewinnen, um nach der 51:67-Hinspielniederlage im direkten Vergleich beider Teams besser dazustehen. Allerdings wären die Chancen der Opfiker auf den Ligaerhalt auch im Falle einer solch hohen Niederlage noch mehr als intakt geblieben. Denn im Gegensatz zu den Phantoms haben sie noch zwei Partien vor sich – gegen Kriens und Küsnacht-Erlenbach II, zwei Teams, die in der Rangliste hinter ihnen liegen.

Am Ende schwinden die Kräfte

Freilich wollten es die Gäste gar nicht erst darauf ankommen lassen. Daher reagierte Opfikons Spieler-Trainer Renato Maggi, nachdem das Startviertel mit 25:24 an die Gastgeber gegangen war und diese ihren Vorsprung zur Mitte des zweiten Viertels bis auf 36:30 ausgebaut hatten. Maggi nahm ein Time-out – und wechselte sich selbst ein. Beides brachte den aus seiner Sicht gewünschten Effekt. Die Opfiker agierten in der Defensive nun konsequenter, sodass die Phantoms zunehmend aus schlechten Positionen auf den Korb warfen, wenn sie nicht gerade mit ihren Dribblings in der engmaschigen Gästeverteidigung hängen blieben und in einen schnellen Konter liefen. Und da Maggi und Co. ihre eigene Trefferquote erhöhten, holten sie den Rückstand rasch auf, gingen noch zur Halbzeit 41:39 in Führung. Nach der Pause hielten die Opfiker das Tempo hoch, gerieten nur noch einmal kurz in Rückstand. Doch nach dem abermaligen Ausgleich zogen sie gegen die Phantoms, die nur zu acht angetreten waren und denen zuerst die Kräfte und später auch der Wille schwanden, auf und davon. Am Ende spielte sich Opfikon mit dem 82:65 jenen Sieg mit exakt 17 Punkten Vorsprung heraus, den eigentlich die Phantoms gebraucht hätten.

Nachdem er tröstende Worte an seine Spieler gerichtet hatte, sprach BBZU-Coach Bayram Yaman bei bereits gelöschten Lichtern Klartext: «Heute war der Gegner physisch besser, während wir ohne Fisnik Krasniqi und Rudy Etilopy grosse Mühe hatten. Aber wir sind natürlich nicht deswegen abgestiegen.» Vielmehr sei die gesamte Saison sehr enttäuschend verlaufen.

Offene Fragen in Bülach

«Wir haben mit 25 motivierten Spielern angefangen. Nachdem wir die ersten zwei, drei Spiele verloren hatten, haben einige ihre Prioritäten anders gesetzt», schilderte Bayram Yaman. Während zwei Akteure die Chance nutzten, mitten unter der Saison zu den Goldcoast Wallabies in die NLB zu wechseln, habe bei anderen der Trainingsfleiss nachgelassen. «In der Meisterschaft haben wir uns dann zu oft schnell gehen lassen und zu hohe Niederlagen kassiert. Das war eine Frage des Selbstvertrauens, aber auch eine des Interesses.» In die offene Kritik schloss der BBZU-Trainer sich selbst ein: «Es war sicher mit mein Fehler, dass ich es nicht geschafft habe, die Spannung und das Engagement der Spieler auf einem hohen Niveau zu halten.» In den vergangenen zwei Monaten, den entscheidenden im Kampf um den Ligaerhalt, habe er lediglich einmal zehn Spieler zum Training begrüssen können. «Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht abgestiegen wären, wenn wir in der Zeit konstant trainiert hätten», meinte der 32-Jährige.

Wie es in Bülach mit dem Fanionteam, das nach der Clubgründung 2013 stets aufgestiegen war und vor einem Jahr den Ligaerhalt in der höchsten regionalen Spielklasse erreicht hatte, weitergeht, gelte derzeit als offen. Ebenso, ob er selbst in der 2. Liga noch Trainer bleibe. «Im Moment ist die Enttäuschung sehr gross. Wir haben alles versucht, aber es hat nicht gereicht», sagte Yaman. «Jetzt müssen wir analysieren, was falsch gelaufen ist. Und der Vorstand muss sich überlegen, in welche Richtung er mit dem Club gehen möchte. Ich bin offen, muss mir aber auch zuerst Gedanken machen.»

Erstellt: 09.04.2019, 21:06 Uhr

Opfikon

Verjüngung bringt neuen Schwung und gewünschten Erfolg

Im Gegensatz zum BBZU-Phantoms-Coach Bayram Yaman zog der Opfiker Spieler-Trainer Renato Maggi nach dem letzten Derby der Saison eine positive Bilanz. «Wir haben gewusst, dass wir mit einem Sieg heute den Ligaerhalt schaffen, und sind dementsprechend motiviert ins Spiel gegangen», kommentierte er, «ab dem zweiten Viertel haben wir mehr Druck in der Verteidigung ausgeübt, das hat den Unterschied ausgemacht.» Dass sein Team den Ligaerhalt nun schon drei Runden vor Schluss gesichert hat, stimmte ihn zufrieden. «Dafür, was wir mit vielen Berufstätigen und Familienvätern im Team zu geben bereit sind, stimmt unser Ergebnis.» Zudem zeige die Entwicklung des Teams in die richtige Richtung.

«Die beiden jungen Neuzuzüge aus dem Tessin haben viel Schwung gebracht, und auch unsere jüngeren Spieler Nicolas Jacquet und Andrin Kümin haben grosse Schritte vorwärtsgemacht, sodass wir gegen die Spitzenteams der Liga heuer besser ausgesehen haben», lobte Maggi. «Trotzdem könnten wir noch mehr herausholen. Ob uns das nicht gelungen ist, weil ich schon so lange hier Trainer bin oder deswegen, weil wir alle älter werden, müssen wir nach der Saison gut analysieren.» Ob der 48-Jährige selbst als Spieler und Trainer in der kommenden Spielzeit in Opfikon bleiben wird? «Momentan ist alles offen», sagte Maggi dazu. (pew)

Infobox

Match-Telegramm

BBZU Phantoms - Opfikon 65:82 (39:41)
Hirslen, Bülach. – 30 Zuschauer. – SR Schaudt/Honegger. – BBZU Phantoms: Kairavicius (30 Punkte), Palatsidis (0), Stosic (3), Zimmermann (5), Fankhauser (11), Villaroel (1), Milojevic (0), Michel (15). – Opfikon: Jacquet (13), Suter (0), Augugliaro (18), Graf (11), Diederich (11), Kaelin (0), Maggi (3), Kümin (2), Vavassori (0), Oppliger (6), Held (15), Togninolli (3).

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