Bachenbülach

Drittes Kind – danach die dritte Olympiamedaille?

Die zweifache Olympiamedaillengewinnerin Nicola Spirig ist wieder schwanger. Ihre fünften Olympischen Spiele von 2020 in Tokio plant sie dennoch – wieder mit Medaillen-ambitionen.

Nicola Spirig, ihr Ehemann Reto Hug sowie ihre zwei Kinder Malea (1) und Yannis (5) werden bald zu fünft sein.

Nicola Spirig, ihr Ehemann Reto Hug sowie ihre zwei Kinder Malea (1) und Yannis (5) werden bald zu fünft sein. Bild: Sibylle Meier

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Bei den ersten beiden Kindern war die Familienplanung bei der Olympiasiegerin von London 2012 und der Olympiazweiten von 2016 jeweils perfekt abgestimmt auf die sportlichen Grossziele. Jetzt, beim dritten Kind, scheint dies nicht der Fall. Der Geburtstermin im nächsten April ist keine anderthalb Jahre vor dem Olympiarennen. «Eine kurze Periode und eine besondere Herausforderung», sagt die 36-Jährige aus Bachenbülach dazu.

Fehlgeburt

Geplant gewesen wäre es anders. Und schwanger geworden war sie bereits Anfang Jahr. Aber eine Fehlgeburt Anfang Frühling erforderte eine Neuorientierung. «Vorerst war das vor allem sehr traurig», sagt sie, «da war der Tod eines Kindes mit Armen und Beinen.» Geholfen bei der Verarbeitung haben Nicola Spirig vor allem zwei Punkte: ein Gefühl und ein Fakt. «Die Schwangerschaft hatte sich einfach anders angefühlt als bei Yannis und bei Malea», beschreibt sie, «etwas schien nicht zu stimmen.» Und Tatsache ist ebenso, dass rund jede dritte Schwangerschaft vorzeitig endet.

Wieder wichtig wurde für sie unplanmässig früh der Leistungssport. «Ich musste um 180 Grad umdenken und umplanen», sagt Spirig rückblickend, «aber der Sport half mir bei der Verarbeitung entscheidend.» Was dabei herausschaute in den Monaten Juli, August und September, ist bekannt: der Europameistertitel, bereits der sechste, der Weltcupsieg in Lausanne sowie zwei fünfte Plätze in der WM-Serie. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Topresultate.

88 Kurven

Natürlich entspricht die jüngste Schwangerschaftsnachricht keinesfalls dem Zufall. Nicola Spirig, die Strukturierte, minutiös Planende, bestätigt: «Ich und Reto (ihr Ehemann Reto Hug) besprachen die weitere Familienplanung ausführlich.» Und auch Coach Brett Sutton wurde miteinbezogen. «Du verlangst ein drittes Wunder», sagte der australische Erfolgscoach zum nun getroffenen Weg und bezog sich auf die beiden bisherigen (erfolgreichen) Olympiakampagnen und Comebacks nach einer Babypause. Klar ist: Auch Tokio soll erfolgreich werden: «Eine Medaille ist wiederum das Ziel.»

Angedacht ist der Weg nach Tokio bereits weit. Bewusst sind sich Nicola Spirig und ihr Coach, dass sich die Szene verändert, dass «neue Qualitäten verlangt sein werden». Das Klima in der japanischen Hauptstadt dürfte extrem sein. Ebenso der Parcours. Auf dem Velo sind 88 Kurven zu fahren. Das fordert. Und inspiriert Spirig bereits heute: «Wir setzen jetzt auf die Komponente Kraft, und das habe ich so in meiner Karriere noch nie getan», sagt sie. Hintergrund bildet die Absicht, ihre Velostärke im übernächsten Sommer noch eindrücklicher auszuspielen. Und klar ist bereits jetzt: Die Freude und die Leidenschaft für den Leistungssport brennen nach wie vor – auch nach über 20 Jahren im Metier, vielen Erfolgen und Familienglück. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.10.2018, 22:11 Uhr

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