Rümlang

Ein Sieger, der alle glücklich macht

Der Rümlanger Renato Harlacher gewinnt mit dem Eidgenössischen Schützenkönig den wichtigsten Titel.

Drei Eidgenössische Schützenkönige auf dem Siegerbild 2019: Links der Zweite 2019 Simon Beyeler, der 2011 Schützenkönig geworden war, in der Mitte der neue Schützenkönig Renato Harlacher aus Rümlang und rechts der aktuell Drittplatzierte, der entthronte Jürg Ebnöther, ebenfalls aus Rümlang.

Drei Eidgenössische Schützenkönige auf dem Siegerbild 2019: Links der Zweite 2019 Simon Beyeler, der 2011 Schützenkönig geworden war, in der Mitte der neue Schützenkönig Renato Harlacher aus Rümlang und rechts der aktuell Drittplatzierte, der entthronte Jürg Ebnöther, ebenfalls aus Rümlang.

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Alle drei Jahre, früher alle fünf, ermitteln die Armbrustschützen in der Schweiz den Eidgenössischen Schützenkönig. 2011 war der Schwarzenburger Simon Beyeler der Beste. Der Berner hält kniend den Weltrekord mit 298 Punkten bei 30 Schüssen. Fünf Jahre später löste Jürg Ebnöther Beyeler ab. Ebnöther stammt aus dem Zürcher Oberland und schiesst für den ASV Ried-Gibswil. Der 31-Jährige ist mit der Rümlanger Armbrustschützin Sarah Steinemann verheiratet. Die beiden wohnen in Rümlang, wo Jürg Ebnöther ebenso arbeitet. Ebnöther reiste am vergangenen Freitag als aktueller Eidgenössischer Schützenkönig und als Führender nach der Qualifikation 2019 nach Ringgenberg am Brienzersee.

Die 40 besten Armbrustschützinnen und Armbrustschützen durften am Ausstich teilnehmen. Erfreulicherweise waren im Wettkampf über 30 m kniend neben Ebnöther mit Renato Harlacher (Rümlang), Marcelina Häringer (Wallisellen), Christof Carigiet (Embrach) und Richard Raschle (Nürensdorf) gleich fünf Unterländer dabei. Der Ausstich nahm dann einen überraschenden Ausgang. 30 Pfeile schossen die Teilnehmer innerhalb von 90 Minuten auf die Zielscheibe – die Zeit dafür konnten sich die Schützen selber einteilen. Nicht weniger als 26 Mal schoss Renato Harlacher das Maximum von 10 Punkten.

«Renato hat einen grossartigen Final geschossen. Wir sind stolz, einen so guten Schützen in unserer Vereinsfamilie zu haben.»Sarah Ebnöther?
vom ASV Rümlang zollte dem neuen Eidgenössischen Schützenkönig Renato Harlacher, einem Konkurrenten ihres Ehemanns Jürg, nach dem Wettkampf höchsten Respekt. 

Seine 295 Punkte – also nur 5 Zähler unter dem Maximum und drei Punkte unter Beyelers Weltrekord – wurden mit der Punktzahl aus der Qualifikation addiert. Somit schaffte es Harlacher in der Endausmarchung, Titelverteidiger Jürg Ebnöther, der sich im Ausstich mit 287 Zählern begnügen musste, zu überholen. Harlacher liess im Ausstich auch Simon Beyeler hinter sich. Deshalb konnte sich der 37-jährige Harlacher zum Eidgenössischen Schützenkönig 2019 küren lassen. Das ist der grösste Erfolg des Betriebsbuchhalters neben seinem WM-Titel 2017 30 m kniend in Kroatien. «Ich habe nicht mit dem Titel in Ringgenberg gerechnet», meinte der Sieger nach dem nervenaufreibenden Wettkampf. Der Routinier ergänzte aber. «Natürlich habe ich insgeheim auf den Sieg gehofft, so wie wohl alle anderen Spitzenschützinnen und Spitzenschützen. Wenn man den Sieg nicht im Hinterkopf hat, kann man sehr wahrscheinlich gar nicht gewinnen.»

Sportlicher Jörg Ebnöther

Der Neu-Unterländer Ebnöther war nahe dran, seinen prestigeträchtigen Titel von 2016 in Zürich zu verteidigen. Aber im Ausstich lief es ihm nicht nach Wunsch. «Ich schoss mehrere gute Neuner, ganz knapp an der Zehn vorbei», analysierte der ETH-Ingenieur seinen Ausstich. Zu Sieger Harlacher meinte er: «Renato hat absolut verdient gewonnen.» Auch sein Vater, Sepp Ebnöther, zollte dem Sieger höchsten Respekt und sprach davon, dass der Wettkampf den richtigen Sieger hervorgebracht hat. Auch Jürg Ebnöthers Frau Sarah schwärmte von Harlacher. «Renato hat einen grossartigen Final geschossen. Wir sind stolz, einen so guten Schützen in unserer Vereinsfamilie zu haben.»

Harlacher ist in der Szene sehr beliebt. Das hat auch damit zu tun, weil er sich im Frühling 2018 als Eidgenössischer Schützenmeister zur Verfügung gestellt hat, nachdem der Verband längere Zeit dieses wichtige Amt nicht besetzen konnte. Harlacher hat für seine neue zeitaufwendige Tätigkeit als Eidgenössischer Schützenmeister sein Trainingspensum deutlich reduzieren müssen. «Weil ich fast 20 Jahre für das Schweizer Nationalteam schiessen und 2017 meinen WM-Titel feiern konnte, dachte ich mir, ich könnte meinem geliebten Sport auch etwas zurückgeben, und deshalb habe ich die Funktionärstätigkeit angenommen», begründet Harlacher seine Motivation zu seinem neuen Amt. Er trat wegen seiner neuen Tätigkeit auch aus dem Nationalteam zurück. «Aber in der Schweiz bestreite ich schon noch Wettkämpfe», klärt er auf.

Sieg trotz Trainingsreduktion

Dass er trotz Trainingsreduktion in Ringgenberg im Wettkampf um den Eidgenössischen Schützenkönig etwas überraschend siegen konnte, schreibt er seiner Routinie zu. Gefreut hat sich über seinen Erfolg nicht nur er, sondern alle Teilnehmer. «Ich habe gespürt, dass mir die Leute den Titel gönnen», blickt Harlacher zurück. Schütze Christof Carigiet brachte es auf den Punkt. «Wenn man sich gefreut hat für einen ganz speziell, dann für Renato», äusserte der auf dem guten 24. Schlussrang klassierte Embracher. Marcelina Häringer beendete das Fest als starke Fünfte und Richard Raschle im beachtlichen 28. Rang.

Erstellt: 23.07.2019, 22:38 Uhr

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Zürcher Unterländer dominieren am Eidgenössische Armbrustschützenfest in Ringgenberg

Zehn Tage dauerte das Eidgenössische Armbrustschützenfest in Ringgenberg. Das Zürcher Unterland war bei diesem Grossanlass, der nur alle drei Jahre stattfindet, die erfolgreichste Schweizer Region. Dafür hat hauptsächlich der ASV Rümlang beigetragen. Auch Nürensdorf ASV war stark.
Am Brienzersee wurden fünf Hauptwettkämpfe ausgetragen. Beim wichtigsten wurde der Eidgenössische Schützenkönig auserkoren. Platz 1 ging an den Rümlanger Renato Harlacher, Rang 3 an den in Rümlang wohnenden Jürg Ebnöther und Platz 5 an Marcelina Häringer vom Nürensdorf ASV (siehe Haupttext). Bei den Schweizer Meisterschaften kniend, stehend und Kombination gingen von den neun Medaillen gleich fünf ins Unterland. Kniend siegte Ebnöther vor Harlacher, stehend holte Ebnöther Bronze, und in der Kombination war erneut Ebnöther, vor Harlacher, der Beste.
Auch bei den Teams dominierten die Unterländer. Rümlang mit Philipp Handke (181), Daniel Hinnen (182), Joëlle Baumgartner (197) und Renato Harlacher (195) siegte vor Zug und Bürglen beim Swiss Cup. Nürensdorf ASV landete auf dem guten 5. Platz. Mit Sven Bachofner hat Nürensdorf zudem einen dreifachen Junioren-Schweizer-Meister (kniend, stehend und gesamt) und mit Stefan Nägeli den Veteranen-Schweizer-Meister in seinen Reihen. (se/rr)

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