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Embrach hält die Klasse ohne Mühe

Am Final-Spieltag der Nordostschweizer 1. Liga haben sich Embrachs Männer mit drei Siegen souverän den Ligaerhalt gesichert. Gastgeber Rafz-Bülach muss voraussichtlich absteigen.

Embrachs Haupt-Schlagmann Matthias Rutschi nutzt ein genau platziertes Zuspiel zu einem druckvollen Angriff aus.
Embrachs Haupt-Schlagmann Matthias Rutschi nutzt ein genau platziertes Zuspiel zu einem druckvollen Angriff aus.
Christian Merz

Im allerletzten Saisonspiel haben die Männer der vor zehn Jahren entstandenen Spielgemeinschaft Rafz-Bülach doch noch Grund zu jubeln. Nachdem ihr Schlagmann Dani Widmer seinen Aufschlag so genau platziert hat, dass die Abwehr des Gegners Rüti den Ball nur ungenau nach vorne spielen kann, spediert der Rütemer Schlagmann das Runde schliesslich über die hintere Auslinie. Mit 11:9 gewinnen die Gastgeber in der schmucken Rafzer Sport­halle Schalmenacker somit den entscheidenden dritten Satz – und damit zum ersten Mal in dieser nun beendeten Spielzeit einen ganzen Match.

«Der Sieg war wichtig für die Moral und tut uns natürlich sehr gut – selbst wenn es wahrscheinlich nicht zum Ligaerhalt reicht», sagt Rafz-Bülachs Teammanager und Abwehr-Routinier Andi ­Mathis hernach. Sein Team hat die Saison in der Nordostschweizer 1. Liga, die insgesamt zweite der Klubgeschichte nach jener zwei Jahre zuvor, auf dem 8. und letzten Platz beendet. «Aber falls Jonas erste Mannschaft aus der NLB absteigt, muss auch die zweite Mannschaft aus der 1. Liga weichen», erklärt er, «und je nach­dem, wer aus der 2. Liga aufsteigen darf und will, bleiben wir am grünen Tisch vielleicht doch noch in der 1. Liga.»

Das Derby, eine Frage der Ehre

So oder so – die Welt ginge für die gestandenen Männer aus Rafz und Bülach auch im Fall des Abstiegs nicht unter. «Sehen Sie uns an, wir sind im Schnitt sicher zehn Jahre älter als unsere Gegner», sagt der 53-Jährige, «da kommt man in der Abwehr schon mal eine Zehntelsekunde zu spät, um den Ball optimal zu treffen, oder fehlt am Schlag die nötige Power, um den Gegner stärker unter Druck zu setzen und zu Feh­lern zu zwingen.» Eine Etage tiefer, schätzt er, könnten er und seine Mitspieler wieder mehr Erfolgs­erlebnisse feiern. «Und wer weiss, vielleicht sind wir in zwei Jahren schon wieder in der 1. Liga zurück.»

Den zahlreichen Zuschauern, die Mathis und Co. während ihrer drei Partien mit kräftigem Applaus und Anfeuerungsrufen unterstützten, dürfte zumindest eines klar sein: Am Willen, der Begeisterung für ihren Sport und dem Teamgeist dürfte es den Rafz-Bülachern auch in Zukunft nicht fehlen, auf welcher Stufe auch immer sie spielen werden. «Wir wollten den Leuten in der Halle zeigen, dass wir auch etwas können», erklärt Mathis, «wir versuchen einfach, mit grossem Einsatz das wett­zumachen, was uns an Technik, Schnelligkeit und Kraft vielleicht fehlt.»

Eines wurmte den einstigen Geräteturner, der erst als 42-Jähriger mit dem Faustball begonnen hatte, dennoch: «Wir wollten gegen Embrach einen Satz gewinnen, mindestens. In einem Unterländer Derby geht es für uns schliesslich um die Ehre.» Doch bei der 0:3-Niederlage im Direktduell kämpften die Rafz-Bülacher zwar um jeden einzelnen Ball – bekamen von den Embracher Widersachern aber auch die Limiten aufgezeigt.

Die reifere Spielanlage

Ob bei den variantenreichen Auf­schlä­gen des Präsidenten und Zweit-Schlagmanns Marco Schönenberger, der agilen, beweglichen Abwehr oder den wuchtigen Angriffsschlägen von Mat­thias Rutschi – in allen Belangen zeigten sich die Embracher den entscheidenden Tick besser als Rafz-Bülach. Was nicht zuletzt daher kommt, dass das Gros des Embracher Teams schon seit vielen Jahren gemeinsam spielt, schon in der Jugend das Faustball-Einmaleins erlernt hat und zu Glanzzeiten in der sommerlichen Feldmeis­terschaft Anfang der 2000er-Jahre gar drei Spielzeiten lang der NLA angehörte.

Doch spätestens nachdem sein Bruder René 2006 nach Öster­reich gezogen sei, habe den Embrachern ein Schlagmann mit Nationalliga-Potenzial gefehlt, erklärt Marco Schönenberger. So war ans Anknüpfen an alte Glanz­zeiten nicht mehr zu denken. Zwischenzeitlich stieg die Mannschaft, die im Verein freilich auch stets ein wenig im Schatten der einstigen Serienmeisterinnen des Frauen-Fanionteams stand, gar in Hallen- und Feldsaison in die 2. Liga ab. Doch seit 2016 gehören Embrachs Männer zu jeder Jahreszeit wieder der 1. Liga an und halten sich dort im Tabellen-Mittelfeld.

«Ich denke, da gehören wir auch hin», meint Schönenberger, der nach einer Schulteroperation vor rund drei Jahren im Spielfeld vorgerückt ist und wegen anhaltender Schmerzen in einem Knie die Position des zweiten Schlagmanns übernommen hat. «Vorne an der Leine fallen mir die Bewegungen leichter; im Angriff fehlt es mir aber an Druck», führt er aus. Da traf es sich gut, dass er vor ein paar Jahren auf einen ambitionierten Quereinsteiger aufmerksam wurde: Matthias Rutschi. Der 37-jährige Freiensteiner hatte vor rund fünf Jahren mit dem Faustball angefangen (siehe Kasten). «In der 1. Liga kann er schon sehr gut Druck machen, und er hat viel frischen Wind ins Team gebracht», lobt Schönenberger den Neuling.

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